Wo Felix Magath ist, kommt zwangsläufig auch der Erfolg! Genau das wünscht sich auch der FC Schalke 04. Der Meistertrainer der Vorsaison wurde geholt, um der Truppe wieder Leben einzuhauchen, Teamgeist zu entwickeln und die Fans wieder vollkommen hinter sich zu holen. Alles für den großen Traum: die Meisterschale!

Da gab es nur einen kleinen Unterschied zu seinen Stationen beim VfL Wolfsburg oder dem FC Bayern - das ihm zur Verfügung stehende Budget ist in Gelsenkirchen aktuell deutlich geringer. Doch auch das hindert den Magath nicht daran, sein Team wieder geradewegs in die Spitzenregion der Tabelle zu führen.

Schalke 04 kämpft wieder

Da schmeißt er zum Beispiel doch einfach mal die ganzen "jungen Wilden" in das kalte Wasser der Bundesliga. Was kommt dabei heraus? Genau, ein Team das sich beweisen will, sich für den Club zerreißt und mit vollem Einsatz dabei ist - genau so, wie es sich die Fans von ihrer Schalker Mannschaft wünschen.

Diesen geliebten Einsatz bekommen derzeit vor allem die Kontrahenten der "Knappen" zu spüren. War man in der vergangenen Saison noch die freundlichste Mannschaft und bestritt so wenig Zweikämpfe wie kein anderes Team, so rangieren die Schalker dieses Jahr ganz oben (765) in dieser Bilanz und haben zudem noch die meißten Fouls begangen.

Magaths Handschrift zu erkennen

Magath weiß eben, wie er das Potenzial einer Mannschaft maximal ausschöpfen kann. Hat er mal nicht solche Top-Stürmer wie Edin Dzeko und Grafite zur Hand, die ein Spiel auch schon einmal allein entscheiden, muss hinten eben die Null stehen. Die Gelsenkirchener haben bisher erst fünf Gegentore kassiert und sind damit die Ligaspitze.

Die disziplinierte Handschrift Magaths kann man durchaus auch im Sturm erkennen. Lief S04 im vergangenen Jahr fast noch am häufigsten ins Abseits (132), so sind die Angreifer in dieser Spielzeit deutlich konzentrierter und wurden erst 14 Mal zurück gepfiffen - Ligabestwert. Das sind vielleicht Kleinigkeiten, doch Magath ist eben Perfektionist.

Wer ist die nächste Entdeckung?

Doch mit der jüngsten Mannschaft seit 30 Jahren läuft nicht alles so rund, wie sich die Fans das wünschen würden. Gerade in der Veltins-Arena müssen die Anhänger doch viel Geduld aufbringen. Gerade mal drei Pünktchen aus drei Spielen - zu wenig, will Magath mit Schalke nach ganz oben.

Und natürlich bleibt die Frage, wie die ganzen Jungen überhaupt mit ersten schwierigen Phasen umgehen werden. Aber genau dann ist eben ein Felix Magath gefragt, der genau auf solche Talente spezalisiert ist und schon Namen wie Alexander Hleb und Philipp Lahm ganz groß herausgebracht bracht. Man darf also gespannt sein, wer seine nächste große Entdeckung sein wird - die Auswahl ist jedenfalls da.

"Umbruch kann Jahre dauern"

An der Geduld dürfte es dem Manager und Cheftrainer in einer Person diesmal nicht mangeln. Nicht umsonst hat er für vier Jahre unterschrieben und sich und seinem Projekt Zeit gegeben: "Ich wusste: Der Verein hat nicht nur kein Geld, er braucht welches. Ich wusste auch, dass die Mannschaft umgebaut werden muss. Deshalb haben wir ja eine vierjährige Vertragslaufzeit gewählt, weil dieser Umbruch eventuell Jahre dauern kann. Denn wenn kein Geld da ist, wird es auch keinen schnellen Erfolg geben."

Die Schalker müssen sich also gedulden und ihrem neuen Chef vertrauen. Schließlich hat er mit drei Meisterschaften in den vergangenen fünf Jahren die erfolgreichste Trainerbilanz vorzuweisen und ist ein "Fuchs" auf seinem Gebiet. Erfolg hatte er also fast immer. Wie schnell dieser sich jetzt auf Schalke tatsächlich einstellt, bleibt noch abzuwarten...

Norman Thalwitzer