Felix Magath macht's möglich: Im Eiltempo hat der Meistertrainer Schalke 04 an die Spitze geführt und die königsblauen Fans in grenzenlose Euphorie versetzt.

"Spitzenreiter, Spitzenreiter", schallte es nach dem 3:0 (2:0) im kleinen Revierderby gegen den VfL Bochum durch die Arena.

Diesmal auch Magath zufrieden

Zweiter Sieg im zweiten Spiel, da war auch Felix Magath zufrieden: "3:0 - ich hätte ich nicht gedacht, dass wir so klar gewinnen, nachdem es letzte Woche nicht so gut gelaufen war", sagte der Erfolgscoach nach seinem gelungenen Heimdebüt, wollte den Start nach Maß aber nicht überbewerten: "Ich freue mich, dass wir die ersten beiden Spiele gewonnen haben. Mehr ist aber noch nicht passiert."

Das sieht der ehedem leidgeprüfte Schalker Anhang anders. Denn die Handschrift Magaths ist bereits nach zwei Spielen deutlich zu erkennen. Gegen harmlose Bochumer, die zum fünften Mal in Folge auf Schalke verloren, glänzten die Königsblauen über weite Strecken mit dem vom neuen Trainer geforderten Tempospiel und schnellen Direktpässen.

Farfan blüht auf

Bestes Beispiel für das "neue Schalke" war Jefferson Farfan. Der Peruaner, der in der vergangenen Saison häufig enttäuscht hatte, glänzte nicht nur als technisch starker Vorbereiter, sondern auch als Kämpfer. Der Peruaner war an allen drei Toren beteiligt.

Zudem zauberte Magath weitere Trümpfe aus dem Hut. Vertrags-Amateur Christoph Moritz, vor der Saison eigentlich für die Regionalliga-Mannschaft verpflichtet, erzielte in seinem zweiten Spiel gleich sein erstes Tor (38.). "Momentan fügt er sich überragend ein. Er ist immer im Bilde, er kann schnell agieren und reagieren", sagte Magath, der auch mit dem kurzfristig verpflichteten Brasilianer Mineiro goldrichtig lag.

Mineiro mit gutem Start

Der Ex-Berliner, der erst am Donnerstag verpflichtet worden war, räumte als "Sechser" vor der Abwehr ab und gab der jungen Schalker Mannschaft deutlich mehr Stabilität.

"Er hat seinen Job zu hundert Prozent erledigt. Er hat unser Spiel stabilisiert und organisiert", meinte Magath. Die weiteren Treffer vor 61.673 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Arena erzielten Kapitän Heiko Westermann (45.+1) und Farfan (76.).

Gute Chancen vergeben

Einziges Manko: der siebenmalige Meister, der vom ersten Titel seit 1958 träumt, ging mit seinen Chancen sehr verschwenderisch um, ein noch höherer Sieg war möglich.

Viel früher hätten die Gelsenkirchener, die von Beginn an aufs Tempo drückten, in Führung gehen müssen. Doch Farfan (16.), Carlos Zambrano (24.), Westermann (27.) und Kuranyi (29.) vergaben gute Chancen.

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die bis dahin einzig auf die Defensive bedachten Gäste ihre Angriffsbemühungen. Schalke wartete auf Konter, spielte diese aber noch nicht richtig aus. Vor allem Kuranyi vergab gute Chancen zum 3:0 (53. und 71.), zudem traf Westermann den Pfosten (64.). Schließlich gelang Farfan doch noch der dritte Treffer, womit er seine starke Leistung krönte.

Koller enttäuscht

Bochums Trainer Marcel Koller war bedient: "Wir sprechen die ganze Woche von Mut, aber auf dem Platz ist der Mut nicht da. Wir haben uns vor allem in der ersten Hälfte versteckt. Drei Kontertore dürfen nicht sein. Die zweite Halbzeit war ein wenig besser als die erste, wo wir keine Initiative ergriffen haben."

Bei den Gastgebern verdienten sich Farfan, Vorbereiter Rafinha und Abräumer Mineiro die Bestnoten. Beim enttäuschenden VfL sorgte einzig Joel Epalle für Impulse.