Köln - Er ist der Dauerläufer, geht immer wieder die langen Wege von ganz hinten bis hin zur Grundlinie des gegnerischen Tores. Er ist der Sprinter, der in der bundesliga.de-Top-100 der aktivsten Bundesliga-Spieler in der Kategorie Sprints mit 176 Punkten auf Rang sechs liegt - eine absolute Spitzenposition. Lukasz Piszczek ist bei Borussia Dortmund derzeit unersätzlich.

Denn er ist auch der Dauerbrenner. Nur 68 Minuten hat der Rechtsverteidiger in dieser Saison in der Bundesliga verpasst, in zehn von elf Spielen stand er über die komplette Distanz auf dem Platz. 922 Minuten hat er gespielt - so viele wie keiner seiner Kollegen in Schwarz-Gelb. Piszczek spult pro Partie durchschnittlich starke 11,8 Kilometer ab, zieht dabei 35 Sprints an. Top-Werte, die die Einsatzzeiten, die ihm BVB-Coach Jürgen Klopp derzeit gewährt, rechtfertigen.

Auf dem Weg zu alter Stärke

Lukasz Piszczek ist wieder im Rythmus. Gleich zwei Operationen - eine an der Hüfte und eine an der Leiste - hatten ihn vor Beginn der letzten Saison weit zurückgeworfen. Erst am 13. Spieltag kehrte er damals in die Mannschaft der Schwarz-Gelben zurück, erreichte aber die gesamte Spielzeit über nur noch selten das Niveau, dass ihn im Jahr zuvor, als der BVB u.a. das Champions-League-Finale von Wembley erreichte, zu einem der besten Rechtsverteidiger Europas gemacht hatte.

Nach einer beschwerdefreien Vorbereitung ist Piszczek nun beim BVB kaum noch aus dem Kader wegzudenken. Er ist einer der wenigen Konstanten im Team von Jürgen Klopp, gewinnt über 60 Prozent seiner Zweikämpfe in der Defensive, tritt zudem in jedem Spiel im Schnit 43 Mal zu einem schnellen Lauf an - meist bis weit in die gegnerische Hälfte, um von dort das Sturmzentrum des BVB mit Flanken zu füttern.

Bereits 7 Vorlagen

So glänzt der Pole auch immer wieder als Torvorbereiter. In der Bundesliga reichte es zwar erst zu einer Vorlage (beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart), dafür steuerte Piszczek in der Champions League in drei von vier Spielen jeweils ein Zuspiel bei. Auch im DFB-Pokal und im Supercup gegen den FC Bayern schnappte er sich Scorerpunkte, ebenso wie mit der polnischen Nationalmannschaft, als er im EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland das 1:0 vorbereitete.

Auch wenn es im Torabschluss derzeit noch hapert - zuletzt vergab der Pole z.B. im Spiel gegen Mönchengladbach die große Chance zur Führung, als er aus 13 Metern freistehend am Tor vorbeischoss - so treibt er seine Mannschaft doch immer wieder  unermüdlich über die rechte Seite an.

Wenig Zeit zum verschnaufen

Wie wichtig Piszczek für den BVB geworden ist, zeigt auch das Beispiel Kevin Großkreutz, der den Polen im vergangenen Jahr während seiner Verletzung auf der rechten Seite vertrat - und sich so in den DFB-Kader für die Weltmeisterschaft spielte. Großkreutz kam bei der Borussia in der Defensive in diesem Jahr noch nicht zum Zuge. Wenn er spielte, dann auf seiner angestammten Position im Mittelfeld.

Wenig Zeit zum Verschnaufen also für Piszczek, der als Außenverteidiger gesetzt ist. Beim Test-Länderspiel der Polen am kommenden Dienstag wird der 1,84 Meter große Verteidiger hingegen fehlen - obwohl er beim 4:0 in Georgien am Wochenende noch die kompletten 90 Minuten auf dem Platz stand. Wegen Rückenproblemen reiste er vorzeitig vom Nationalteam ab.

Am Samstag gegen Paderborn

So bleiben wenigstens einige Tage, um vor dem Bundesliga-Spiel des BVB beim SC Paderborn am Samstag durchzuschnaufen. Denn wie es derzeit aussieht, wird Jürgen Klopp auch dort nicht auf seinen Außenverteidiger verzichten wollen. Kein Wunder, schließlich ist Lukasz Piszczek beim BVB derzeit so gut wie unersätzlich.

Dennis-Julian Gottschlich

Lukasz Piszczek

Lukasz Piszczek überzeugt in dieser Saison bislang beinahe auf ganzer Linie. 78,9 Ballbesitzphasen pro Spiel, 74,8 Prozent angekommene Pässe, 63,7 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 11,8 Kilometer Laufdistanz und 35,1 Sprints pro Spiel sind Top-Werte für einen Außenverteidiger.