Zusammenfassung

  • Lukasz Piszczek ist der erste Pole, der 250 Bundesliga-Spiel bestritten hat

  • Der Dortmunder lobt die taktische Ausrichtung von Peter Bosz

  • Im Interview spricht er auch über Aubameyang, Sahin und Dembele

Dortmund - Als erster polnischer Spieler hat Lukasz Piszczek sein 250. Spiel in der Bundesliga absolviert und damit ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert – und das auch noch ausgesprochen erfolgreich. Nach dem 2:0-Sieg des BVB über Hertha BSC Berlin sprach Dortmunds Außenverteidiger im Interview über den souveränen Sieg, den Traumstart in die Saison, den Spieler des Tages und sein rundes Jubiläum.

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Frage: Lukas Piszczek, der BVB ist mit zwei Siegen, 5:0-Toren und der Tabellenführung in die Saison gestartet. Wie fühlt sich das an?

Lukasz Piszczek: Sehr gut! Wir hatten uns fest vorgenommen, in den zwei Spielen vor der Länderspielpause einen guten Start hinzulegen. In Wolfsburg haben wir schon sehr gut gespielt. Jetzt gegen Berlin war es manchmal ein bisschen zäh, weil Hertha sehr gut verteidigt hat. Aber wir haben jeweils zu einem guten Zeitpunkt unsere Tore gemacht.

"Wir haben viel daran gearbeitet, keine Konter zu bekommen"

Frage: Waren Sie selbst ein wenig überrascht, dass es unter dem Strich so ein sicherer Erfolg für die Borussia war?

Piszczek: Der Plan der Berliner war ganz offensichtlich, sehr tief und eng zu stehen und uns dann auszukontern. Wir haben aber in der Vorbereitung gerade diese Situationen sehr viel trainiert und daran gearbeitet, keinen Konter zu bekommen. Das hat sich ausgezahlt und hat sehr gut funktioniert.

Frage: Was auch schon gut funktioniert, ist das Gegenpressing. Erinnert es Sie auch an die Zeiten unter Jürgen Klopp?

Piszczek: (lacht) Das kann man schon ein bisschen so sehen. Aber wir trainieren jetzt unter Peter Bosz und es gehört zu seiner Vorstellung vom Fußball, die er von uns einfordert. Wir versuchen unser Bestes, dass alles entsprechend umzusetzen. Und ich finde, momentan sieht das auch schon sehr gut aus.

Frage: Hat die Mannschaft das System Bosz schon komplett verinnerlicht?

Piszczek: Das kann man nicht so einfach sagen. Es sieht gut aus, aber es hängt natürlich auch viel vom Gegner und seiner Spielweise ab. Wenn der Gegner es besser macht, sagt man vielleicht, dass wir noch nicht so weit sind. Positiv ist sicher, dass wir in den ersten beiden Spielen wenige Torchancen zugelassen haben. Wir sind auf jeden Fall auf einem sehr guten Weg. Aber wir müssen jetzt auch so weitermachen und weiter im Training hart arbeiten.

"Ich hoffe, dass ich noch eine lange Strecke vor mir habe"

Frage: Für Sie war die Partie gegen Ihren Ex-Club Hertha BSC ein ganz besonderes Spiel, weil Sie ein Jubiläum feiern durften.

Piszczek: Ich freue mich riesig, dass jetzt schon 250 Bundesligaspiele auf meinem Konto stehen. Aber ich hoffe natürlich, dass ich noch eine lange Strecke vor mir habe. Die Hauptsache ist, dass ich gesund bleibe. Am Ende meiner Karriere werde ich dann sehen, wie viele Spiele es geworden sind.

Frage: Pierre-Emerick Aubameyang hat gegen die Hertha auch im vierten Pflichtspiel der Saison sein Tor gemacht, in den letzten 15 Bundesligaspielen jetzt insgesamt 16 Mal getroffen. Wird er Ihnen nicht langsam unheimlich?

Piszczek: (lacht) Ich freue mich einfach, wenn er so gut trifft. Ich hoffe, es geht so weiter. Von mir aus kann er seine Serie gerne auf 100 ausbauen.

Video: Fußball-Philosoph Bosz

Frage: Was sagen Sie zu Nuri Sahin, der nach seiner schwierigen Zeit unter Thomas Tuchel jetzt wieder das Herz des BVB-Spies ist und gegen die Hertha mit einem Tor und einer Vorlage zum Mann des Spiels geworden ist?

Piszczek: Ich freue mich sehr für Nuri. Wir kennen uns schon sehr lange und haben untereinander einen sehr guten Kontakt. Er hat schwere Zeiten hinter sich. Ich drücke ihm die Daumen, dass er jetzt weiter gesund bleibt und weiter diese Leistungen zeigen kann. Der Trainer gibt ihm Mut und Vertrauen. Und das spiegelt sich dann auch auf dem Platz wider.

"Wir haben uns vom Thema Dembele nicht irritieren lassen"

Frage: Sind Sie eigentlich erleichtert, dass das Thema Dembele nach der Einigung mit dem FC Barcelona jetzt erledigt ist? Hat es die Mannschaft sehr beschäftigt?

Piszczek: Ousmane ist jetzt schon seit zwei Wochen nicht da gewesen. Wir haben das Thema für uns als Mannschaft schon früh geregelt: Es ist einfach so, wie es ist. Aber es war stark von der Mannschaft, dass wir es geschafft haben, dieses Thema so an die Seite zu schieben. Wir haben uns davon nicht irritieren lassen und haben uns  trotzdem voll auf das Spiel konzentriert.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte