Denkt man an Köln, fallen einem sofort der Dom, der Rhein, Karneval und der 1. FC Köln ein. Denkt man an den 1. FC Köln, denkt man an Geißbock Hennes, seinen Namensgeber Hennes Weisweiler, Wolfgang Overath und auch Lukas Podolski.

Drei Jahre durften die Kölner und ihre Anhänger Letztgenannten aber zumeist nur aus der Ferne beobachten. Das Supertalent war zum FC Bayern München abgewandert, um dort auf Titeljagd zu gehen.

Kein Glück in München

Doch Titel gewannen die Münchener in dieser Zeit "nur" zwei - 2008 wurde der FC Bayern Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger - und Tore waren bei "Poldi" eher Mangelware. Nur 15 Mal traf Podolski in 71 Bundesliga-Spielen für den Rekordmeister. In Köln waren es hingegen starke 22 Tore in 51 Bundesliga-Partien.

Und so wurden die Rufe nach einer Rückkehr des Kölner Lieblings in seine Heimat immer lauter. So laut, dass sie der Empfänger selbst nicht mehr ignorieren konnte. In einer beispiellosen Aktion machte Köln mobil, um seinen "Kölschen Jung" zurückzuholen.

Ganz Köln in Karnevalsstimmung

Die Fans organisierten sich in eigens gegründeten Vereinen und es wurden unzählige Internetseiten ins Leben gerufen. Jeder halbwegs musikalische Kölner schrieb ein Lied für den Lokalhelden und ein Kirchenchor nahm gar einen eigenen Song auf.

Die Kölner Stadtherren überschlugen sich mit Lobeshymnen auf den "verlorenen Sohn". "Poldi gehört zum FC wie der Dom zu Köln", jubelte Kölns langjähriger Oberbürgermeister Fritz Schramma. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers freute sich ebenso: "Lukas Podolski hat ein tolles Bekenntnis zur Heimat abgegeben."

Selbst "Poldis" Entdecker, der Bochumer Trainer Marcel Koller begrüßte den Schritt seines einstigen Schützlings. "Nestwärme und Vertrauen" hätten Podolski in München gefehlt, "um sein volles Potenzial abrufen zu können".

Von Koller entdeckt

Davon hatte Podolski in Köln mehr als genug. Seit 1995 kickte er für den FC, wurde 2003 von Koller unter dessen Fittiche genommen und kam am 11. November desselben Jahres zu seinem Bundesliga-Debüt. Zehn Tore schoss Podolski in nur 19 Einsätzen für Köln.

Den Abstieg konnte er dennoch nicht verhindern. Doch seine 24 Treffer in der 2. Bundesliga brachten die "Geißböcke" umgehend wieder zurück ins Oberhaus. Nach seiner ersten kompletten Bundesliga-Saison, in der er 2005/06 in 32 Spielen zwölf Mal für die Kölner erfolgreich, zog es ihn an die Isar. Mit der Rückkehr an den Rhein schließt sich der Kreis. Und ganz Köln feiert 34 Spieltage lang Karneval mit "Poldi".

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