Seit Montag bereiten sich die Profis des SC Paderborn 07 auf die Rückrunde vor. Nach der erfolgreichen Hinserie und Platz 10 in der Tabelle wollen die Ostwestfalen auch in den kommenden 17 Spielen für Furore sorgen und am Ende den Klassenerhalt feiern. Im Interview mit bundesliga.de spricht Paderborns Torwart Lukas Kruse über die großartige Hinrunde und die kommenden Aufgaben.

bundesliga.de: Lukas Kruse, die zwei Wochen Urlaub sind vorbei. Haben Sie in der Zeit noch einmal die tolle Hinrunde des SC Paderborn 07 Revue passieren lassen können? Was ist hängen geblieben von den ersten sechs Monaten in der Bundesliga?

Kruse: Es war eine durchweg gute Zeit. Wir haben uns schnell akklimatisiert und konnten unsere Leistung abrufen. Jedes Spiel war ein tolles Erlebnis. Daher freue ich mich nun auf die Rückrunde.

bundesliga.de: Ist der Akku wieder aufgeladen?

Kruse: Die Pause war nicht wirklich lang. Aber die Lust auf die Bundesliga und die vollen Stadien lässt die kurze Pause auch wieder vergessen. Es macht großem Spaß, wieder gegen den Ball zu kicken.

bundesliga.de: Ist die Bundesliga für Sie und den SC Paderborn inzwischen Normalität geworden oder immer noch ein großes Abenteuer?

Kruse: Normalität auf keinen Fall. Das wäre nach einem halben Jahr das falsche Denken. Aber es ist auch „nur Fußball“, wenn auch auf einem anderen Niveau. Jedes Spiel ist ein tolles Erlebnis, ganz egal wohin man fährt oder ob es ein Heimspiel ist.

bundesliga.de: Andere Torhüter, die in beiden Ligen gespielt haben, meinen, dass die 2. Bundesliga unberechenbarer sei und die Spieler dort, weil sie taktisch weniger gut geschult sind, oft verrückte Sachen machen, mit denen ein Keeper nicht rechnet. Ist es für Sie als Torhüter eine große Umstellung gewesen?

Kruse: Die Qualität der Spieler ist in der Bundesliga sicher höher. Die Spieler sind im Abschluss noch kaltschnäuziger. Es ist schwer, zu sagen, welche Liga schwieriger ist. Es ist aber sicher nicht einfacher in der Bundesliga, Bälle zu halten.

bundesliga.de: In drei Wochen startet die Rückrunde. Werden die kommenden 17 Spiele schwerer, weil die Gegner inzwischen den „SCP-Code“ besser geknackt und sich auf die Spielweise eingestellt haben? In den letzten sieben Spielen der Hinrunde blieb die Mannschaft schon ohne Dreier.

Kruse: Wir wussten, dass wir nicht in jedem Spiel punkten werden. Es ist ganz normal, dass wir ein paar Spiele ohne Sieg geblieben sind. Wir haben trotzdem über die gesamte Hinrunde unsere Leistung abgerufen. Das zählt. Aktuell liegen die Konkurrenten unten in der Tabelle sehr dicht beieinander. Im letzten Jahr wären wir mit dieser Punkteausbeute noch mit mehr Abstand zu den Abstiegsplätzen gesegnet gewesen. Wir können mit der Hinrunde sehr zufrieden sein, wissen aber auch, dass wir uns nicht ausruhen können. Wir müssen noch ordentlich punkten.

bundesliga.de: Zum Rückrundenauftakt muss Paderborn in den ersten vier Spielen dreimal auswärts ran. Gegen Mainz, Hamburg und Köln kommt es direkt zu wichtigen Duellen gegen direkte Konkurrenten. Wie anspruchsvoll ist das Programm?

Kruse: Das ist eine Ansage. Es sind wichtige Spiele, aber bekanntlich ist jedes Spiel wichtig. Es wäre super, wenn wir wieder einen guten Start hinlegen und wir in den ersten Spielen etwas mitnehmen würden.

bundesliga.de: Welche Partien der Hinrunde waren Ihre Highlights? Die Reise als Tabellenführer nach München?

Kruse: Natürlich war das Spiel in der Allianz-Arena eine besondere Partie. Bei uns hat sich damals aber niemand irgendwelchen Illusionen hingegeben. Die Tabellenführung war eine schöne Momentaufnahme. Wir konnten es alle richtig einordnen und sind froh über jeden Sieg und jeden Punkt, den wir holen.

bundesliga.de: Wie sehen Sie die Perspektive des SC Paderborn? Der Klassenerhalt ist noch längst nicht in trockenen Tüchern.

Kruse: Es wäre vermessen, das zu denken. Vor der Saison hätte es viele Leute nicht gewundert, wenn wir nach der Vorrunde nur drei Punkte auf dem Konto gehabt hätten. Es kann nur das Ziel Klassenerhalt geben. Aber durch die gute Hinrunde bin ich guten Mutes, dass wir den schaffen werden.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski