Köln - Am Samstag kommt es in Ingolstadt zum Duell des Letzten gegen den Ersten. Die Schanzer empfangen RB Leipzig. Unter dem neuen Trainr Maik Walpurgis fand der FC Ingolstadt 04 wieder den Anschluss an die Konkurrenz. Vor dem Spiel gegen den Spitzenreiter spricht FCI-Stürmer Lukas Hinterseer über die besondere Herausforderung, die Fortschritte in den letzten Wochen und das Wiedersehen mit Ex-Coach Ralph Hasenhüttl.

bundesliga.de: Lukas Hintersser, der FC Ingolstadt 04 hat in dieser Saison seine beiden vielleicht besten Spiele gegen die Topvereine FC Bayern München (1:3) und Borussia Dortmund (3:3) absolviert. Macht das Mut im Hinblick auf die kommende Partie gegen den Spitzenreiter RB Leipzig?

Lukas Hinterseer: Das waren sicher gute Spiele von uns. Gegen Dortmund hätten wir uns eigentlich mit drei Punkten belohnen müssen. Es gibt nichts Schöneres, als gegen die vermeintlich Großen der Bundesliga spielen zu können. Die meisten Leute erwarten in diesen Spielen wie jetzt auch gegen Leipzig nicht von uns, dass wir gewinnen. Aber wir können auch befreit aufspielen und versuchen, das Gegenteil zu beweisen.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Ist es eine Mischung aus Vorfreude, Trotz und Fatalismus?

Hinterseer: Wir freuen uns so wie auf jedes andere Spiel auch. Wir spielen gegen den Tabellenführer und wollen unsere eigene Situation verbessern. Wir werden alles dran setzen zuu zeigen, dass es nicht so einfach ist, gegen uns zu gewinnen.

bundesliga.de: Es ist auch die Rückkehr von Ingolstadts früherem Ralph Hasenhüttl. Haben Sie noch einmal Kontakt zu ihm gehabt, seit er in Leipzig ist?

Hinterseer: Nein. Den letzten Kontakt gab es vor der EM, als er mir, Markus Suttner und Ramazan Özcan alles Gute für das Turnier gewünscht hat. Wir werden ihn normal empfangen, es ihm aber auch so schwer wie möglich machen.

Video: Leipzigs Erfolg hat System

bundesliga.de: Hasenhüttl hat die Ingolstädter Mannschaft gelobt und betont, dass sie absolut Bundesliga-tauglich sei. Sieht man jetzt, wo er weg ist und so erfolgreich Leipzig trainiert, noch mehr, was für einen großartigen Job er in Ingolstadt geleistet hat?

Hinterseer: Es spricht für ihn, dass er auch in Leipzig viel Erfolg hat. Auch schon bei seiner vorherigen Stationen in Unterhaching und Aalen und natürlich auch bei uns ist es in den Vereinen unter ihm bergauf gegangen.

bundesliga.de: RB Leipzig ist der Tabellenführer, Sie sagen, dass niemand etwas von Ingolstadt erwartet. Trotzdem geht es um drei Punkte, die die Schanzer sehr gut gebrauchen können. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Hinterseer: Wenn man unsere letzten drei Spiele unter dem neuen Trainer gesehen hat, ist schon ein Aufwärtstrend zu erkennen, auch wenn es zuletzt bei Werder Bremen zu keinem Punkt gereicht hat. Aber von unserer Spielweise und der Art, wie wir aufgetreten sind, können wir Hoffnung schöpfen.

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bundesliga.de: Beschreiben Sie doch einmal, was für ein Typ Maik Walpurgis ist. Welchen Ansatz verfolgt er?

Hinterseer: Er versucht, der Mannschaft ein gutes Gefühl zu geben. Er redet viel mit den Spielern und betont unsere Stärken. Als Spieler bekommt man dann wieder mehr Vertrauen in die eigenen Stärken. Der Sieg bei Darmstadt 98 hat dazu beigetragen, dass wir wieder an uns glauben. Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg.

bundesliga.de: Gilt die alte Fußballweisheit, nach der es für einen Aufsteiger im zweiten Jahr schwerer wird als im Aufstiegsjahr selbst? Hätten Sie erwartet, dass die Saison so kompliziert werden würde, wie sie jetzt ist?

Hinterseer: Die Bundesliga ist kein Honigschlecken. Jede Mannschaft hat Qualität. In der letzten Saison ist es so positiv gelaufen, wie es die wenigsten gedacht hätten. Aber so einfach war es auch nicht, wie es vielleicht von außen ausgesehen hat. Es steckte viel Arbeit dahinter. Und heuer haben wir es am Anfang nicht so leicht gehabt. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Qualität haben, um die Klasse zu halten.

bundesliga.de: Worauf stützt sich diese Überzeugung?

Hinterseer: Auf die Leistung in den letzten Wochen. Wir sehen, wie im Training gearbeitet wird und die Leistungen am Wochenende anders sind als vorher. Das sind Anzeichen, aus denen wir wieder Hoffnung schöpfen.

bundesliga.de: Sie haben in den ersten sieben Partien dreimal getroffen, danach nicht mehr. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer eigenen Performance in dieser Saison?

Hinterseer: Ich habe einige Chancen liegen lassen, die ich gerne verwandelt hätte, wenn ich etwa an das Bayern-Spiel oder die Partie gegen Dortmund denke. Aber es geht um die Mannschaft und nicht darum, wer trifft. Wenn ich aber mit meinen Toren zum Erfolg beitragen kann, ist es umso schöner.

bundesliga.de: Nach dem Leipzig-Spiel geht es noch zu Bayer 04 Leverkusen und gegen den SC Freiburg. Hat sich die Mannschaft punktemäßig für diese Begegnungen Ziele gesetzt?

Hinterseer: Nein. Am schönsten wären natürlich neun Punkte aus den letzten drei Spielen unterm Weihnachtsbaum. Wir gehen in jedes Spiel, wollen es gewinnen und schauen, was dann am Ende dabei herauskommt.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski