München - Nein, es war nicht wirklich ihre Hinrunde. Mit großen Ambitionen waren sie in die Bundesliga-Saison gestartet, aber die in sie gesteckten Hoffnungen haben sie bislang nicht erfüllen können.

bundesliga.de hat einige der Profis aufgelistet, die in den 17 Partien der aktuellen Spielrunde unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Doch beim Potenzial der Genannten dürfte das im Frühjahr in vielen Fällen nicht so bleiben.

Marius Ebbers (FC St. Pauli)

Ebbers, der in der Vorsaison noch 20 Mal für St. Pauli getroffen hatte, ist aktuell seit 833 Bundesliga-Minuten ohne Tor. Insgesamt erzielte der Blondschopf bislang zwei Saisontreffer.
Er gab 32 Schüsse ab und hatte lediglich eine Chancenverwertung von 6,7 Prozent. Extrem hoch ist zudem seine Fehlpassquote: 39 Prozent - mehr Fehlpässe spielte von den St. Paulianer Feldspielern anteilig nur Moritz Volz.

Aaron Hunt (Werder Bremen)

Hunt war als Nachfolger von Mesut Özil angedacht, doch bisher stehen nur drei Tore und zwei Assists zu Buche. Zur Winterpause 2009/10 hatte Özil bereits sechs Treffer und sieben Torvorlagen auf dem Konto. In der Vorsaison hatte Hunt insgesamt noch neun Tore markiert und fünf weitere aufgelegt.
In den vergangenen acht Ligaspielen war Hunt nur an einem Tor direkt beteiligt - er verwandelte einen Elfmeter.

Marko Arnautovic (Werder Bremen)

Zwar traf der Österreicher gleich bei seinem ersten Startelf-Einsatz am 2. Spieltag doppelt für Werder - in der Folge erzielte Arnautovic aber kein einziges Bundesliga-Tor mehr. Er brachte nur etwa jeden zehnten Schuss im Kasten unter (9,5 Prozent Chancenverwertung). Zum Vergleich: Der in der Winterpause abgegebene Hugo Almeida hatte bei seinen neun Hinrundentoren eine Trefferquote von 28 Prozent. Vielleicht sollten die Bremer Arnautovic öfter mit hohen Flanken füttern: Nur ein Mal versuchte es Arnautovic mit dem Kopf, und schon zappelte der Ball im Netz.

Diego (VfL Wolfsburg)

Zwar schoss Diego in der Hinserie vier Tore und bereitete vier weitere vor, dennoch konnte er die "Wölfe" nicht aus ihrer Lethargie befreien. Der Brasilianer steht sich und seiner Mannschaft häufig mit fehlender Disziplin im Weg: In 15 Einsätzen sah er schon sechs Mal Gelb. Das ist Wolfsburger Höchstwert. Nur drei dieser Verwarnungen resultierten aus einem Foulspiel. Desweiteren hatte er Glück, in der Vorrunde nicht vom Platz geflogen zu sein. Diego brachte lediglich 69 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. In seinen drei Bundesliga-Spielzeiten zuvor kamen immer mindestens 79 Prozent der Zuspiele an.

Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg)

Der Kroate hatte in der Vorsaison 14 Tore für Dinamo Zagreb geschossen. Für die "Wölfe" traf er in 641 Minuten Einsatzzeit noch kein einziges Mal. Immerhin legte er zwei Tore auf. Aufgrund der starken Konkurrenz im Sturm wurde Mandzukic nicht ganz so offensiv eingesetzt wie bei Dinamo, wo er meist als Stürmer agierte. 15 Mal suchte er den Abschluss, ein Mal traf er den Pfosten. Ein sattes Drittel seiner Pässe landeten beim Gegenspieler oder im Aus - eine verbesserungswürdige Quote.

Simon Kjaer (VfL Wolfsburg)

Der Däne gewann nur 57 Prozent seiner Zweikämpfe - zu wenig für einen Innenverteidiger. In der Vorsaison hatte er bei US Palermo immerhin noch eine Zweikampfquote von 67 Prozent aufweisen können. Mehrmals begünstigte er mit schlechtem Stellungsspiel Wolfsburger Gegentreffer, ein grober Schnitzer führte am 2. Spieltag zudem direkt zu einem Treffer von Mainz 05.

Christoph Metzelder (FC Schalke 04)

Die Zweikampfwerte des ehemaligen Nationalverteidigers haben sich mit der Zeit verschlechtert. Metzelder entschied in seinen ersten sieben Einsätzen 70 Prozent seiner Zweikämpfe für sich. Nach Ablauf der gesamten Hinrunde kommt Metzelder nur noch auf einen Wert von 58 Prozent. Immerhin war der Neuzugang häufig Retter in der Not. Er hatte 52 klärende Aktionen - keiner Schalke brachte häufiger den Ball aus der Gefahrenzone. Im Vergleich zu den Innenverteidigern der anderen Vereine ist das aber nur ein mittelmäßiger Wert.

Jose Manuel Jurado (FC Schalke 04)

Der Spanier gab in der Hinrunde 17 Torschüsse ab, davon gingen lediglich sechs aufs gegnerische Tor. Die Ausbeute ist entgegen seiner Auftritte in der Champions League dürftig: Jurado erzielte nur ein Bundesligator, das aber gegen Bayern München. In der vergangenen Saison war der Mittelfeldregisseur in allen 38 Ligaspielen bei Atletico Madrid zum Einsatz gekommen. Dabei hatte er sieben Tore geschossen und weitere fünf Treffer vorbereitet.

Eljero Elia (Hamburger SV)

Der Niederländer kam in der Hinrunde zehn Mal zum Einsatz, stand aber kein einziges Mal 90 Minuten auf dem Platz. Elia war nur an drei Treffern der Hamburger direkt beteiligt, er erzielte zwei Tore und legte ein weiteres auf. Zumindest zu Ende der Hinrunde deutete Elia phasenweise an, was in ihm steckt, und war an zwei der letzten drei Tore beteiligt. Zuvor stand lediglich ein Assist vom 1. Spieltag zu Buche.

Ruud van Nistelrooy (Hamburger SV)

Nach gutem Beginn mit drei Toren in den ersten zwei Bundesliga-Spielen traf van Nistelrooy in den letzten acht Partien nur noch ein Mal. Der Niederländer legte zudem nur ein Tor für seine Mitspieler auf, am 4. Spieltag beim 1:1 im Stadtderby beim FC St. Pauli. Van Nistelrooy gab in der Hinserie 43 Schüsse ab, nur 19 davon gingen aufs gegnerische Tor.

Halil Altintop (Eintracht Frankfurt)

Altintop, der in der Saison 2005/06 mal 20 Tore für den 1. FC Kaiserslautern erzielte, blieb in seinen 17 Einsätzen torlos. Seit saisonübergreifend nunmehr 1.401 Minuten wartet der Türke auf einen Treffer. Innerhalb des Strafraums gab er nur einen Schuss ab, der auch auf das gegnerische Tor ging. Seit dem 3. Oktober 2010 war er an keinem Tor mehr beteiligt.

Miroslav Klose (FC Bayern München)

Der Nationalstürmer bestritt in der Hinrunde auch aufgrund einer Verletzung nur sieben Ligaspiele für den FC Bayern. Dabei wurde er immer ausgewechselt, wenn er in der Startelf aufgeboten war. Zuletzt stand er deutlich im Schatten von Mario Gomez. Während Klose in den Pokalwettbewerben schon traf - drei Tore im DFB-Pokal, ein Tor in der Champions League - wartet er in der Liga weiter auf seinen ersten Saisontreffer. Nur zwei seiner zwölf abgebenen Torschüsse gingen auf den gegnerischen Kasten. Auch eine Torvorlage steht nach der Bundesliga-Hinrunde nicht auf seinem Konto.

Daniel van Buyten (FC Bayern München)

Der Innenverteidiger gewann nur 58,5 Prozent seiner Zweikämpfe. In der vergangenen Spielzeit hatte van Buyten 60,8 Prozent seiner Duelle mit dem Gegner für sich entscheiden können. Die bisherigen Stammplatzkonkurrenten Martin Demichelis und Holger Badstuber hatten eine bessere Passquote als der Belgier, der zudem mit unglücklichem Stellungsspiel mehrere Gegentreffer des Rekordmeisters mitverschuldete.