Dank Lucio und einer spektakulären Aufholjagd haben Brasiliens Fußball-Künstler zum dritten Mal den Confed-Cup gewonnen.

Der fünfmalige Weltmeister besiegte in einem hochklassigen Finale des Testturniers zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika die USA durch das Siegtor des Innenverteidigers von Bayern München (84.) nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (0:2) und ist nun auch in diesem Wettbewerb Rekordsieger.

Brasilien hatte 1997 und 2005 in Deutschland bereits zweimal gewonnen und liegt nun vor dem zweimaligen Gewinner Frankreich (2001 und 2003).

USA führten mit 2:0

Nach Toren von Clint Dempsey (10.) und des ehemaligen Münchner und Leverkusener Bundesligaprofis Landon Donovan (27.) sah es nach einer Blamage für den Rekordweltmeister aus. Doch der überragende Luis Fabiano mit einem Doppelpack (46. und 74.) und Lucio drehten den Spieß vor 62.000 begeisterten Zuschauern in der zweiten Hälfte noch um.

Für Brasilien war es der 15. Sieg im 16. Vergleich mit den USA. Luis Fabiano war mit fünf Toren bester Schütze des Turniers.

Lucio im siebten Himmel

"Das Tor hat für mich eine ganz große Bedeutung. Ich bin immer zu hundert Prozent bei der Sache, deshalb kamen mir nach dem Schlusspfiff auch die Tränen", sagte Lucio: "In der ersten Halbzeit waren wir schlecht, aber nach der Pause waren wir im Team stark und haben uns den Sieg verdient."

US-Coach Bob Bradley war enttäuscht: "Wir haben in der zweiten Halbzeit zu schnell das 1:2 zugelassen. Diese Niederlage tut weh, trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, die ein tolles Turnier gespielt hat."

Zuvor hatte sich Europameister Spanien in einem spektakulären Duell mit Südafrika den dritten Rang gesichert. Die Iberer gewannen vor 40.000 Fans in Rustenburg mit 3:2 (2:2, 0:0) nach Verlängerung gegen aufopferungvoll kämpfende Gastgeber, die bei ihren Anhängern eine Woge der Begeisterung auslösten.

Kein Respekt vor dem großen Brasilien

Die Amerikaner zeigten keinen Respekt vor ihren berühmten Gegenspielern und boten dem Favoriten von Beginn an Paroli. Nach zehn Minuten brachte Rechtsverteidiger Jonathan Spector eine scharfe Flanke in den Strafraum, die Clint Dempsey mit einer Direktabnahme in die lange Ecke zur Führung lenkte (10.).

Die Vorbereitung zum sehenswerten 2:0 glich einer Demütigung: Schneller Pass aus der Abwehr auf Landon Donovan, der weiter auf Charlie Davis, der zurück auf Donovan. Der ließ dann noch Ramires aussteigen und vollendete mit links aus 15 Metern.

Keeper Howard überragend

Überragend war bei den US-Boys Torwart Tim Howard, der gegen Kaka (7.), Felipe Melo (25.) und Andre Santos (35.) glänzend parierte. Kurz nach der Pause war er dann gegen den 15-m-Schuss von Luis Fabiano aus Drehung machtlos.

Danach scheiterten dann wieder der Münchner Bundesliga-Profi Lucio (58.) und Kaka (60.) jeweils per Kopf an Howard. Den Ball von Kaka erwischte der US-Torwart aber wohl hinter der Torlinie, wie die TV-Bilder zeigten. 16 Minuten vor dem Ende fiel dann aber durch Luis Fabianos Kopfball der überfällige Ausgleich. Dann vollendete Lucio wieder per Kopf.