Mönchengladbach/Köln - Wer große Ziel anpeilt, muss hart arbeiten, um diese auch zu erreichen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Lucien Favre seine Mannschaft schon am Freitagmorgen, nur einen Tag nach der Rückkehr aus dem Trainingslager im türkischen Belek, wieder zum Training am Borussia-Park um sich versammelte.

Bis zum ersten Spiel der Rückrunde beim VfB Stuttgart (Samstag, 31. Januar, 15:30 Uhr) bleiben Borussia Mönchengladbach noch gut zwei Wochen - und die sollen optimal genutzt werden, um anschließend die Leistungen aus der Hinrunde bestätigen zu können.

Gegen den Trend der Vorjahre

Ein Vorhaben, dass den Niederrheinern in den letzten Spielzeiten nie gelungen ist. Besonders im Vorjahr war die Punkte-Differenz zwischen Hin- (33 Punkte) und Rückrunde (22 Punkte) deutlich spürbar. Aber auch in den Spielzeiten 2012/13 (25/22) und 2011/12 (33/27) war die Ausbeute im neuen Jahr stets schlechter.

Favres Erfolgsformel, um es in dieser Saison besser zu machen, ist dabei ein einfacher Dreisatz mit einer entscheidenden Komponente. "Wir müssen realistisch bleiben - sehr optimistisch und ehrgeizig, aber realistisch", wird der Coach zum Abschluss des Trainingslagers auf borussia.de zitiert.

Der Schweizer Erfolgstrainer ist sich bewusst, dass seine Mannschaft die Qualität besitzt, um am Ende sogar einen Champions-League-Platz zu erreichen. Allerdings muss dafür eine Menge passen, denn die lauernde Konkurrenz, vor allem der FC Schalke 04, will die Borussia unbedingt noch überholen. "Wir müssen weiter alles geben", sagt Favre, "sehr gut organisiert sein, ruhig bleiben, wenn der Gegner Druck macht und das Spiel intelligent machen: nicht übertreiben, sondern clever agieren."

Der Nachwuchs wartet auf seine Chance

Kluge Entscheidungen werden auch vom Gladbacher Coach in den nächsten Wochen gefragt sein, denn im Trainingslager zeigte sich erneut, dass einige Nachwuchsspieler auf ihre Chance drängen.

Allen voran Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud (Foto) brennt geradezu darauf, das ihm nachgesagte riesige Talent endlich in der Bundesliga zeigen zu dürfen. "Ich bekomme manchmal Briefe, in denen die Leute schreiben, dass Dahoud spielen soll", erzählt Favre, der verspricht: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er zum Einsatz kommt." Dahoud müsse lediglich noch ein wenig geradliniger spielen, um keine entscheidenden Fehler zu verursachen. "Man muss junge im Leute im richtigen Moment bringen", weiß Favre.

Angesichts der Tatsache, dass die Borussia mindestens bis Anfang März durch die Teilnahme an der Europa League (gegen den FC Sevilla) und dem DFB-Pokal (gegen Kickers Offenbach) englische Wochen vor sich hat, stehen Dahouds Chancen auf Spielpraxis gut. "Wir werden auf jeden Fall weiter rotieren", kündigt Favre an, der in beiden Pokal-Wettbewerben gerne die nächste Hürde überspringen würde. Wie das gelingen soll? Mit Optimismus, Ehrgeiz und Realismus.