Zusammenfassung

  • Argentinier mit einem Tor und einem Assist im ersten Spiel

  • Leverkusen feiert den zweiten Saisonsieg und rückt ins Mittelfeld vor

  • Viel Lob für den Neuzugang von Coach Herrlich und den Mitspielern

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat durch einen ungefährdeten 3:0-Heimerfolg gegen den Hamburger SV den Anschluss an die obere Tabellenhälfte wieder hergestellt. Die Scorerpunkte beim klaren Dreier teilten Kevin Volland, Leon Bailey und der neue Stürmerstar Lucas Alario untereinander auf. Das neue Offensivtrio harmonierte perfekt und empfahl sich für weitere Aufgaben.

Wenn Bayer 04 Leverkusen in dieser Saison in der Bundesliga mitmischt, wird es spektakulär und torreich. 22 Treffer fielen in den sechs Partien der Werkself bei einem Torverhältnis von 12:10 bereits, das ist der absolute Topwert der Liga. Die ohnehin schon gute Abteilung Attacke ist seit dem starken Auftritt gegen die Hanseaten noch schwerer auszurechnen. Denn nun glänzte auch noch Lucas Alario bei seinem Debüt für die Rheinländer. Seinem Spitznamen "El Pipa" (Die Knarre) machte er bereits alle Ehre.

Herrlich: "Lucas hat gezeigt, dass er eine Verstärkung sein kann"

Nur 24 Minuten und zehn Ballkontakte benötigte der 24-jährige Argentinier, um nach einer scharfen Hereingabe von Bailey per Direktabnahme sein erstes Bundesliga-Tor zu erzielen. "Der war nicht so leicht zu machen", lobte Trainer Heiko Herrlich. "Da hat man seine Qualitäten gesehen." Von Nervosität oder fehlender Spielpraxis war bei Alario nichts zu sehen. Der frühere Stürmer von River Plate fügte sich überraschend schnell in die Mannschaft ein, für die er nach seinem Wechsel erst nach mehrwöchigen Verhandlungen nun erstmals spielberechtigt war.

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"Die letzten Wochen waren sehr schwierig. Ich habe jeden Tag trainiert, durfte aber nicht spielen." Lucas Alario, Bayer 04 Leverkusen

"Es war ein sehr guter Einstand von Lucas, direkt mit einem Sieg zu starten, ein Tor zu machen und eins vorzubereiten", lobte Herrlich. "Es war wichtig, dass er mitgespielt und auch gegen den Ball sehr gut gearbeitet hat. Er hat auf jeden Fall gezeigt, dass er für uns eine Verstärkung sein kann." Bis zu seiner Auswechslung in der 84. Minute war der neue Hoffnungsträger knappe zehn Kilometer gelaufen, er hatte 36 Ballkontakte und eine Passquote von 69 Prozent.

Video: Werkself überzeugt gegen Freiburg

Alario, Bailey, Volland bilden ein brandgefährliches Offensivtrio

"Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Der Sieg war wichtig für die gesamte Mannschaft", freute sich der dreimalige argentinische Nationalspieler über seinen gelungenen Einstand. "Das Tor widme ich meiner Familie, die mich immer unterstützt hat." Die zurückliegenden Wochen seien für ihn "sehr schwierig gewesen". "Ich habe jeden Tag trainiert, durfte aber nicht spielen." Gegen Hamburg durfte er endlich ran und in Deutschland erstmals zeigen, was er drauf hat.

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Die Mitspieler wussten schon vorher, welche Stärken der Neuzugang ins Team einbringt. "Er ist ein Mannschaftsspieler, er haut sich in jeden Ball rein und hat auch eine gute Technik", findet Kevin Volland. "Privat ist er ein sehr netter Kerl. Man kann zwar noch nicht so viel reden mit ihm, weil er englisch und deutsch erst lernen muss. Aber mit einem Übersetzer passt das. Wir haben ihn gut integriert."

Volland: "Wir müssen konstanter werden"

Das Kombinationsspiel funktionierte gegen den HSV bestens. Zusammen mit Leon Bailey, der die ersten beiden Treffer auflegte, bilden Doppelpacker Volland und Alario (ein Tor, ein Assist) ein brandgefährliches Offensivtrio. Man kann kaum glauben, dass sie gegen den Dino erstmals zusammen auf dem Platz standen. "Ich habe mich sehr gut gefühlt", sagte Alario. "Meine Sturmpartner Bailey und Volland sind starke und große Spieler. Man hat gesehen, dass wir uns auf dem Spielfeld sehr gut verstanden haben."

Schon am kommenden Freitag will die Werkself auf Schalke nachlegen und ihr derzeitiges Manko abstellen. "Wir müssen konstanter werden und auf Schalke wieder so auftreten", fordert Volland. "Wir dürfen uns nicht für einen Sieg feiern lassen und müssen aus den vergangenen Wochen lernen. Nach dem Freiburg-Spiel hatten wir auch schon mal eine Stimmung, als hätten wir gerade die Champions League gewonnen." Und ganz so weit ist Bayer 04 dann trotz des neuen magischen Dreiecks doch noch nicht.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski