Bayern München und der VfB Stuttgart - das waren zwei der Brennpunkte in dieser Hinrunde: Die Münchner sind nach holprigem Start ins Rollen gekommen. Beim VfB dagegen kam man trotz langen Festhaltens an Markus Babbel am Ende nicht an einem Trainerwechsel vorbei.

Am Sonntag waren die Manager der beiden Clubs, Uli Hoeneß und Horst Heldt zu Gast in der Talkrunde "Doppelpass" im DSF. bundesliga.de fasst die wichtigsten Aussagen der beiden Manager zusammen:

Uli Hoeneß über...

...den guten Abschluss der Hinrunde des FC Bayern:

"Ich glaube nicht, dass bei uns der Schalter umgelegt worden ist. Ich denke eher, dass eine gewisse Kontinuität in die Mannschaftsaufstellung gekommen ist. Die Mannschaft spielt mehr nach vorne, sie hat das Pass-Spiel von Louis van Gaal verinnerlicht. Dann kamen erste kleine Erfolgserlebnisse wie das 3:0 gegen Hannover, dann kam ein Sieg nach dem anderen und jetzt haben wir sechs Mal in Folge gewonnen. Das Selbstvertrauen ist jetzt da. Selbstvertrauen ist das allerwichtigste, dann geht's plötzlich. Der Pass, der 14 Tage zuvor nicht angekommen ist, kommt dann an."

...die Wende in der Hinrunde:

"Der Knackpunkt war das Rückspiel gegen Juventus Turin. Es wird zwar jetzt wieder gesagt: Turin war schwach. Aber genau diese Mannschaft hat drei Tage zuvor Inter Mailand 2:1 geschlagen und dann kommt der FC Bayern und spielt die an die Wand. Die hatten bis auf das Tor keine einzige Chance und wir acht Stück. Das war eine Demonstration. Jetzt müssen wir auch die Großen in der Bundesliga schlagen. Gegen die Kleineren haben wir jetzt deutliche Siege gemacht. Nun wird es darauf ankommen, diese Leistung gegen die Großen in der Bundesliga zu konservieren."

...seine neue Rolle aus Präsident (ab 1. Januar 2010):

"Ich werde zwar nicht jeden Tag an der Säbener Straße sein, aber ich werde sicherlich ein, zwei Mal die Woche da sein und auch wenn ich sonst gebraucht werde."

...die Nachfolge auf dem Managerposten:

"Christian Nerlinger ist der Sportdirektor. Er hatte aber nichts mit der Verlängerung des Vertrags mit der Deutschen Telekom oder dem neuen Vertrag mit Audi zu tun. Das sind Dinge, die wir Gott sei Dank bis zum Ende dieses Jahres noch hinbekommen haben und deswegen sind wir nicht unter Zeitdruck. Bis zum 30. Juli werden wir diesen zusätzlichen Mann aber präsentieren. Wir sind im Gespräch mit ein, zwei Leuten und denken auch vielleicht über eine interne Lösung nach. Es ist aber noch nichts spruchreif."

...Louis van Gaals schwierige erste Monate:

"Wir versuchen beim FC Bayern immer bis zum Punkt X alle Kraft aufzubringen, um das Schiff voranzubringen. Wenn wir aber irgendwann das Gefühl haben, es geht nicht mehr, dann muss du dir über Alternativen Gedanken machen. So lang das Gefühl aber noch da ist, dass etwas geht, muss man nicht über den Trainer nachdenken. Die Position von Louis van Gaal war nie gefährdet."

...die Situation im Sturm:

"Der Trainer hat sich jetzt auf Mario Gomez und Ivica Olic festgelegt. Wir haben aber auch noch Miroslav Klose, der in der Rückrunde sicher wieder angreifen wird. Ich bin mir sicher, dass wir mit diesen dreien einen sehr, sehr guten Sturm haben. Was mit Luca Toni passiert, weiß ich noch nicht. Wir haben nach wie vor kein konkretes Angebot. Wir sind aber bereit, ihn auszuleihen oder abzugeben.

...den Achtelfinal-Gegner in der Champions League, den AC Florenz:

"Der AC Florenz klingt wie eine relativ leichte Aufgabe. Aber Florenz hat zweimal Liverpool geschlagen, ist Erster geworden in einer Gruppe mit Lyon. Deswegen muss man deutlich sagen: Das ist eine starke Mannschaft und wir müssen höllisch aufpassen."

Horst Heldt über..

...die Entlassung von Stuttgart-Trainer Markus Babbel nach dem 15. Spieltag:

"Es ist ein Irrtum zu glauben, dass wir aufgrund der Geschehnisse nach dem Spiel gegen Bochum eine Trainerentlassung vorgenommen haben. Wir haben das getan, nachdem Markus Babbel und ich uns fünf Minuten nach dem Spiel zusammengesetzt und festgestellt haben, dass es nichts mehr bringt. Er hat mir gesagt, dass er davon überzeugt ist, dass er den Knopf nicht mehr drücken kann. Es war eine Entscheidung, die wir gemeinsam getroffen haben.

...die Hinrunde des VfB:

"Wir freuen uns alle, dass wir gegen Hoffenheim gewonnen haben. Aber wir haben nach wie vor zu wenig Punkte. Wir müssen hart daran arbeiten, dass wir in der Rückrunde wieder dahin kommen, wo wir uns eigentlich sehen. Die Hinrunde war schlecht."

...den Gegner in der Champions League, den FC Barcelona:

"Wir werden uns wehren, so gut es geht. Dass wir krasser Außenseiter sind und den Titelverteidiger vor der Brust haben, ist sehr hart. Aber wir freuen uns darauf."

...Jens Lehmanns Verhalten in den vergangenen Wochen:

"Wir haben reagiert und mit Jens Lehmann darüber gesprochen. Wir haben eine Geldstrafe und eine Abmahnung ausgesprochen, die er erst mal nicht akzeptiert hat, aber mittlerweile voll und ganz tragen wird. Wesentlich schlimmer war aber das Verhalten in Mainz auf dem Platz. Wir haben danach zusammen mit dem Trainer ein sehr intensives Gespräch geführt und eine Richtung besprochen, die er jetzt 100-prozentig einhalten wird. Er ist ein Spieler, der absolute Qualität auf dem Platz besitzt, und auch in den Spielen davor gute Leistungen gebracht hat. Deswegen können und wollen wir nicht auf ihn verzichten. Gerade im Abstiegskampf ist er für uns sehr wichtig. Ich denke, dass er sich jetzt an die Regeln halten wird, die der Trainer ihm vorgegeben hat."

...Jens Lehmanns Anreise zum Training per Helikopter:

"Ich würde vielleicht auch einen anderen Transportweg wählen. Aber das ist keine Sache, die der Verein zu entscheiden hat - es ist die Sache des Spielers, wie er zum Training kommt. Für uns ist es wichtig, dass er ausgeruht und pünktlich erscheint."

...mögliche Einkäufe zur Rückrunde beim VfB Stuttgart:

"Wir versuchen in der Kürze der Zeit, das eine oder andere zu machen. Ludovic Magnin wird uns im Winter verlassen. Wir sind aber schon in den Endgesprächen mit jemandem für links hinten."