Joachim Löw stieg nach der WM 2006 vom Co- zum Bundestrainer auf
Joachim Löw stieg nach der WM 2006 vom Co- zum Bundestrainer auf

Löw verspricht ersten Sieg auf dem Weg nach Südafrika

Joachim Löw hat einen erfolgreichen Start der deutschen Nationalmannschaft in die WM-Qualifikation garantiert.

"Wir wollen und wir werden gewinnen", versprach der Bundestrainer zwei Tage vor dem ersten Pflichspiel der neuen Saison in Vaduz gegen "Fußball-Zwerg" Liechtenstein (Sa., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

Selbstvertrauen für Finnland holen

Beim 130. der Weltrangliste will sich der Vize-Europameister trotz der Ausfälle der Routiniers Ballack und Torsten Frings, der aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr zum Kader stoßen wird, möglichst mit einem Schützenfest das nötige Selbstvertrauen für den Ausflug nach Helsinki holen.

Dort steht am Mittwoch der erste Härtetest in der Gruppe 4 gegen Finnland auf dem Programm. "Die Finnen haben zu Hause schon den ein oder anderen Favoriten gestürzt", sagte Löw.

Quali "kein Selbstläufer"

Für den Löw wird die Afrika-Safari aber "kein Selbstläufer", da mit Russland und auch Finnland zwei starke Gegner aus dem Weg zu räumen sind.

"Da sich nur der Erste direkt qualifiziert, ist es kein einfaches Unterfangen. Aber natürlich wollen wir uns ohne Umwege für Südafrika qualifizieren. Deshalb wäre ein Start mit sechs Punkten für das Selbstvertrauen enorm wichtig", erklärte der 48-Jährige.

Löw warnt vor Liechtenstein

Der Bundestrainer warnte ausdrücklich vor dem Auftakt im nur knapp 7.000 Besucher fassenden Rheinpark-Stadion am Samstag.

"Ich will Liechtenstein nicht stark reden, aber sie haben zu Hause gegen große Mannschaften wie England oder Spanien nur knapp verloren und auch mal in Portugal ein Unentschieden erreicht", meinte Löw.

In den bisherigen beiden Duellen gegen die DFB-Auswahl musste Liechtenstein allerdings 17 Gegentreffer hinnehmen. Im Juni 1996 siegte Deutschland in Mannheim 9:1, vier Jahre später in Freiburg 8:2. "Dennoch ist diese Mannschaft nicht mit Luxemburg, Andorra oder San Marino zu vergleichen", sagte Löw.

Lahm und Schweinsteiger in der Pflicht

Der Bundestrainer, der gegen Liechtenstein zum 30. Mal als Chef auf der Bank sitzt, verwies vor der ersten Etappe auf dem Weg nach Südafrika zudem auch auf die personell schwierige Situation bei seiner Mannschaft.

"Dass Spieler wie Ballack, Frings, Mertesacker oder auch Friedrich ausfallen, ist schon ärgerlich. Sie sind sehr wichtig für uns, ich hätte sie gerne dabei gehabt", erklärte der Bundestrainer und forderte zugleich von den nachrückenden Spielern, "dass sie ihre Chance nutzen". Zudem seien Spieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger noch mehr gefordert, Führungsqualitäten an den Tag zu legen.

Mit der Verletztenmisere umgehen

Löw befürchtet allerdings, dass sich die Verletztenmisere bis zum zweiten Doppelpack in der Qualifikation gegen Russland (11. Oktober) und Wales (15. Oktober) weiter verschlimmert. "Es bereitet mir grundsätztlich Sorgen, dass die Nationalspieler nach einem großen Turnier nur eine kurze Pause und eine kurze Vorbereitung hatten, dann direkt in den Spielbetrieb genommen werden und man von ihnen gleich wieder Top-Leistungen verlangt. Da fehlt die Basis einer sechswöchigen Vorbereitung, was die Verletzungsgefahr erhöht", sagte Löw. Er verwies auf den November 2006, als vier Monate nach der WM mehr als zehn Nationalspieler angeschlagen waren.

"Wir müssen und werden mit dieser Situation aber umgehen", kündigte er dennoch trotzig an. Am Samstag vertraut Löw erneut der Mittelfeldachse, die schon zum Saisonstart beim 2:0-Aufgalopp gegen Belgien für Ballack und Torsten Frings in die Bresche sprang.

Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes sollen es aller Wahrscheinlichkeit in zentraler Position richten, wobei auch Bastian Schweinsteiger noch eine Option ist. "Ich weiß noch nicht genau, ob er rechts oder in der Mitte spielen wird", berichtete Löw, der entgegen seiner Gepflogenheiten bereits Freitag seine Startformation öffentlich machen will.

Klose ist Kapitän

Dass Miroslav Klose die deutsche Elf als Kapitän aufs Feld führen wird, steht fest. "Er hat gegenüber dem Belgien-Spiel enorme Fortschritte gemacht", attestierte der Bundestrainer seinem zuletzt häufig krisitierten Top-Torjäger, über dessen Sturmpartner noch spekuliert werden kann.

"Lukas Podolski spielt für mich sowohl als Stürmer als auch als Mittelfeldspieler eine Rolle", sagte Löw. In der Vierer-Abwehrkette wird er sich möglicherweise wieder für Christoph Metzelder anstelle des jungen Stuttgarters Serdar Tasci entscheiden.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:
Enke - Fritz, Metzelder, Westermann , Lahm - Schweinsteiger, Hitzlsperger, Rolfes, Podolski - Klose, Gomez