Kaiserslautern - Die deutsche Nationalmannschaft marschiert weiter souverän durch die EM-Qualifikation.

Gegen den Außenseiter Kasachstan gewann das Team von Bundestrainer Joachim Löw mühelos mit 4:0 (3:0) und feierte damit den fünften Sieg im fünften Spiel der laufenden Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Da Verfolger Österreich tags zuvor gegen Belgien 0:2 verloren hatte, baute der WM-Dritte seinen Vorsprung in der Gruppe A auf acht Punkte aus.

Blitzstart durch Klose

Miroslav Klose (3.) sorgte in einer einseitigen Begegnung im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion gegen den 132. der Weltrangliste für die frühe Führung. Kloses Münchner Teamkollege Thomas Müller (25. und 43.) baute den Vorsprung vor der Halbzeit vorentscheidend aus. Den Schlusspunkt setzte erneut Klose (88.). Es war der 61. Treffer des WM-Torschützenkönigs von 2006 in seinem 107. Länderspiel, womit er den Abstand zu dem in der ewigen Torschützenliste führenden Gerd Müller auf sieben Treffer verkürzte.

"Es war für uns nicht einfach, weil sich Kasachstan hinten reingestellt hat. Es war auch für die Zuschauer nicht immer schön anzusehen, es gab viel Ballgeschiebe. Wichtig war, dass wir den Schwung von der WM mitnehmen konnten. Dass es nicht so spektakulär wurde, lag am Gegner", meinte Müller und Mittelfeldspieler Mesut Özil ergänzte: "Es war ein schweres Spiel, von dem wir wussten, dass wir es gewinnen werden. Am Ende haben die Kräfte ein wenig nachgelassen, aber wir haben verdient gewonnen."

Müller mit dem "Doppelpack"

Kapitän Philipp Lahm, war nur "mit der ersten Halbzeit zufrieden". "In der zweiten Hälfte, das war zu wenig. Aber es ist schwer, wenn mann schon deutlich führt und der Gegner steht immer noch hinten drin. Ich vertraue auf die Qualität der Mannschaft, und ich bin sicher, dass wir die Qualifikation schaffen werden."

Schon zum frühen Zeitpunkt hätte die DFB-Auswahl höher führen können, denn Kapitän Philipp Lahm (17.) vergab nach schönem Doppelpass mit Klose eine große Chance, als er aus acht Metern über das Tor schoss. Drei Minuten später vergab Klose die Chance, sein Trefferkonto weiter zu erhöhen. Schließlich erzielte Müller per Kopfball nach einem Freistoß von Mesut Özil das 2:0 und zwei Minuten vor der Halbzeitpause auch das 3:0. Für den besten Nachwuchsspieler der WM waren es die Treffer Nummer sechs und sieben im Nationaltrikot und die ersten nach dem Turnier in Südafrika.

Die Gäste, die im Hinspiel (0:3) zumindest die erste Halbzeit schadlos überstanden hatten, igelten sich vorwiegend in der eigenen Hälfte ein und versuchten, die Räume eng zu halten. Gegen die individuelle Klasse von Özil und Co. half diese defensive Taktik jedoch auch nicht viel.

Italien-Elf von Beginn an

Die deutsche Mannschaft startete mit derselben Formation wie zum Länderspiel-Auftakt im Februar gegen Italien (1:1). Bundestrainer Joachim Löw entschied sich für den Münchner Holger Badstuber als zweiten Innenverteidiger neben Per Mertesacker. Auf der linken Seite der Viererkette spielte wie schon im Februar in Dortmund der Hamburger Dennis Aogo.

Der Mainzer Andre Schürrle, die beiden Dortmunder Mats Hummels und Marcel Schmelzer sowie der Stuttgarter Christian Träsch mussten das Spiel von der Tribüne aus verfolgen, sie sollen wie von Löw angekündigt am Dienstag (20:45 Uhr) im Freundschaftsspiel in Mönchengladbach gegen Australien über 90 Minuten spielen.

Auf dem Betzenberg feierten die Fans vor allem Torjäger Klose, der zehn Jahre nach seinem Länderspieldebüt an seiner alten Wirkungsstätte erwartungsgemäß als einzige Spitze den Vorzug vor Bayern-Goalgetter Mario Gomez erhalten hatte, im sechsten Länderspiel in Folge traf und einmal mehr das Vertrauen von Löw rechtfertigte.

Löw-Team nimmt Gas raus

Nach dem Wechsel schaltete die deutsche Mannschaft einen Gang zurück. Nur noch wenig war zu sehen vom schnellen Kombinationsspiel der ersten 45 Minuten - erst recht nicht von dem erwarteten Offensiv-Feuerwerk. Folglich tauchten die Gäste immer öfter in der deutschen Hälfte auf und kamen in der 59. Minute durch Sergej Chidschnitschenko zum ersten Torschuss.

Besser wurde das Spiel auch nicht, als DFB-Coach Löw für den Kölner Lukas Podolski in Gomez einen zweiten Stürmer brachte.

Schema: Deutschland - Kasachstan 4:0 (3:0)

Deutschland: Neuer/FC Schalke 04 (24 Jahre/17 Länderspiele) - Lahm/Bayern München (27/77), Mertesacker/Werder Bremen (26/75), Badstuber/Bayern München (21/10), Aogo/Hamburger SV (24/5) - Khedira/Real Madrid (23/19), Schweinsteiger/Bayern München (26/86) ab 78. Kroos/Bayern München (21/14) - Müller/Bayern München (21/14) ab 78. Götze/Borussia Dortmund (18/3), Özil/Real Madrid (22/23), Podolski/1. FC Köln (25/85) ab 65. Gomez/Bayern München (25/42) - Klose/Bayern München (32/107)

Kasachstan: Loria/Irtysch Pawlodar (29 Jahre/38 Länderspiele) - Chichulin/FK Aqtöbe (26/23), Abdulin/Wostok Oskemen (28/17), Chernyshov/Irtysch Pawlodar (30/1), Irismetov/Ordabassy Schymkent (29/35) - Nurgaliyev/Ordabassy Schymkent (24/11) ab 60. Zhambyl Kukeyev/Schachtjor Karaganda (22/21), Nurdauletov/Lokomotiv Astana (28/15), Geteriyev/Schemtschuschina Sotschi (25/4) ab 81. Sergey Ostapenko/Schetissu Taldykorghan (25/24), Konysbayev/Lokomotiv Astana (20/2) - Zhumaskaliyev/Lokomotiv Astana (29/54) ab 46. Maksat Bayzhanov/Schachtjor Karaganda (26/12) - Khizhnichenko/Schachtjor Karaganda (19/11)

Schiedsrichter: Aleksandar Stavrev (Mazedonien)

Tore: 1:0 Klose (3.), 2:0 Müller (25.), 3:0 Müller (43.), 4:0 Klose (88.)