Nach dem 2:1 über Russland in der WM-Qualifikation hat die deutsche Nationalmannschaft heute mit der Vorbereitung auf das Spiel gegen Wales am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in Mönchengladbach begonnen.

"Wir haben uns heute morgen im Trainerteam noch einmal das Spiel gegen Russland vor Augen geführt, um auch zu analysieren, warum wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr an die Leistung der ersten anknüpfen konnten", so Bundestrainer Joachim Löw auf der heutigen Pressekonferenz in der Mercedes-Niederlassung in Düsseldorf.

Siegenthaler berichtet

Neben der Analyse des Russland-Spiels steht die Vorbereitung auf das Wales-Spiel im Mittelpunkt. DFB-Chefscout Urs Siegenthaler hatte am Samstag das WM-Qualifikationsspiel zwischen Wales und Liechtenstein (2:0) vor Ort beobachtet und das Trainerteam mit Informationen versorgt.

"Die Waliser sind spielerisch sicherlich anders als die Russen. Sie sind eine typisch britische Mannschaft, die mit Einsatz und Robustheit Torchancen verhindern will", berichtet Löw von den Beobachtungen und fügt hinzu: "Wahrscheinlich werden Sie in einem 4-5-1-System auflaufen."

Löw: "Wir wollen drei Punkte holen"

Trotz der erwarteten defensiven Einstellung des Gegners ändert sich nichts an der Zielsetzung der DFB-Auswahl: "Wir wollen drei Punkte holen, es nützt nichts, wenn wir gegen Russland gewinnen und dann die Waliser nicht schlagen", so Löw. "Unser Ziel bleiben die sechs Punkte aus den beiden Spielen. Dafür ist es wichtig, dass wir mit voller Konzentration und guter Einstellung ins Spiel gehen."

Ob es personelle Änderungen im Vergleich zum Spiel gegen Russland geben wird, lässt der Bundestrainer noch offen. "Natürlich kann ich personelle Veränderungen nicht kategorisch ausschließen. Wir schauen uns die verbleibenden Trainingseinheiten an und werden auch daraufhin entscheiden."

Der Bundestrainer weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch in Deutschland ein Umdenken hinsichtlich der Stammformation einer Mannschaft erfolgen müsse: "Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass man immer nur mit elf Spielern auskommen muss. Es kann immer mal die Situation eintreffen, dass ein Star auf die Bank oder die Tribüne muss. In der Nationalmannschaft ist es so, dass wir 20, 22 Leute haben, die auf einem sehr hohen Niveau spielen können. Man braucht auch 20 Leute, um seine Ziele zu erreichen. Das ist normal und professionell."

Keine Nachnominierung für Kuranyi

Eine Nachnominierung nach dem Fall Kevin Kuranyi wird es nicht geben. "Vier Stürmer sind völlig ausreichend", sagte der Bundestrainer in Düsseldorf. Nachdem Kuranyi am Sonntag von der DFB-Auswahl suspendiert worden war, stehen Löw in Miroslav Klose, Lukas Podolski, Mario Gomez und Patrick Helmes noch vier Angreifer zur Verfügung. Der Stuttgarter Gomez hat zwar am Sonntag im Training eine Prellung an der rechten Hand erlitten, steht nach Angaben des Bundestrainer aber ebenso für das Match gegen die Briten zur Verfügung wie alle anderen Profis des auf 19 Akteure geschrumpften Aufgebotes.

Unabhängig von der aktuellen Situation setzt sich der Bundestrainer dafür ein, dass künftig bei jedem Länderspiel alle nominierten Spieler auf der Ersatzbank Platz nehmen können. "Diese Diskussion gibt es schon länger. Es wäre absolut sinnvoll, wenn diese Regel endlich eingeführt wird. Alle Spieler müssen auf die Bank", sagte der Bundestrainer und erklärte weiter, dass viele seiner Trainerkollegen aus anderen Nationen der selben Meinung seien.

Im Gegensatz zu großen Turnieren wie einer EM- oder WM-Endrunde dürfen derzeit nur die Ersatzspieler, die auch auf dem Spielberichtsbogen stehen, auf der Bank Platz nehmen; 18 Spieler dürfen benannt werden.