Rom - Als Pep Guardiola über Francesco Totti ins Schwärmen geriet, hingen die einheimischen Journalisten dem Trainer des FC Bayern München an den Lippen. In perfektem Italienisch lobte Guardiola auf der Pressekonferenz im noblem 5-Sterne-Teamhotel Parco dei Principe die Gallionsfigur der Münchner Gastgeber am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) im Olympiastadion in Rom.

"Wenn ein Spieler in diesem Alter (38, Anm. d. Red.) auf diesem Niveau noch so heiß auf Fußball ist, dann ist das einfach nur schön. Da werde ich auch richtig emotional", erklärte Guardiola, der von 2001 bis 2003 abwechselnd in Italien bei Brescia und eben jenem AS Rom unter Vertrag stand.

Der beste Fußball in Italien

Ein bisschen Lobhudelei hatte auch Thomas Müller, der zusammen mit Arjen Robben vor Guardiola am Rednerpult Platz genommen hatte, für den Kapitän der Roma über. "Er ist ja nicht nur hier eine Legende. Aber auf Totti im Speziellen kann ich morgen keine Rücksicht nehmen, nur weil er so lange im Verein ist", meinte der Nationalspieler.

Viel mehr müssten die Bayern auf die gesamte Heimmannschaft Rücksicht nehmen. Mit derzeit 18 Zählern rangiert die Roma in der Serie A derzeit einen Punkt hinter Spitzenreiter Juventus Turin. Für Müller sind es aber die Hauptstädter, die "den besten Fußball in Italien" spielen.

Ausrutscher unerwünscht

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Im stilvoll ausgestatteten Festsaal Farnese pflichtete Robben ihm bei. "Ein riesen Kompliment an Rom. Was sie auf den Platz bringen ist nicht typisch italienisch. Ich mag das. Denn dieser Offensivfußball ist einfach am schönsten anzuschauen", strahlte der Niederländer (Roma will zurück zu altem Glanz).

Aber nur um Augen für den Gegner zu haben, dafür ist die Gruppe der Bayern zu stark besetzt (Champions-League-Gruppenphase). Einen Ausrutscher sollten sich die Münchner in den zwei aufeinanderfolgenden Partien gegen die Italiener nicht unbedingt erlauben.

Ein spezieller Termin

Guardiola wagte eine Prognose. "Wenn Roma beide Spiele gewinnt, werden sie sich für die K.o.-Runde qualifizieren - und andersherum gilt das für uns auch", so der Spanier, fügte aber folgendes Szenario als realistischer an: "Ich habe es schon vor dem Manchester-Spiel gesagt: Die Gruppe wird sich erst am letzten Spieltag entscheiden. Vorher wird keine Mannschaft durch sein."

Mit einem Dreier im Gepäck ließe sich vor dem Abflug am Mittwoch ein ganz spezieller Termin dann auch mit fröhlicherem Gesichtsausdruck genießen. Denn Papst Franziskus empfängt die gesamte Bayern-Delegation zu einer Privataudienz im Vatikan.

"Hauptsächlich wegen des Fußballs in der Stadt"

Für den Katholiken Müller ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere. Wenn auch im Zusammenhang mit dem Champions-League-Auftritt nur mit Abstrichen. "Für uns als Fußballmannschaft ist das eine große Ehre. Das wird sicherlich ein interessanter Besuch, den Papst live zu erleben. Aber dennoch sind wir hauptsächlich wegen des Fußballs in der Stadt."

Aus Rom berichtet Michael Reis

Exklusiv-Interview mit Bayern-Star Medhi Benatia

Porträt über Francesco Totti.

Team-Analyse des AS Rom