Mönchengladbach - Es ist der Klassiker aus glorreichen Europapokaltagen der siebziger Jahre: Borussia Mönchengladbach gegen den FC Liverpool. Mehr als 30 Jahre später hat dieser deutsch-englische Vergleich selbst als Freundschaftsspiel nichts von seinem Reiz eingebüßt. Über 50.000 Karten sind für das Duell im BORUSSIA-PARK am Sonntag, 1. August bereits verkauft (ab 14:15 Uhr im Live-Ticker).

Keine Frage - für die Fans beider Lager, die zudem noch eine tiefe Freundschaft verbindet, zählt diese Klassiker-Neuauflage zu den Höhepunkten der Saison. Etwas nüchterner sieht Michael Frontzeck die Sache. Seine volle Konzentration gilt Erzgebirge Aue, dem ersten Gegner im DFB-Pokal am 14. August.

"Wollen natürlich ein gutes Spiel zeigen"

"Liverpool ist für uns alle ein tolles Spiel und Erlebnis. Wir wollen natürlich auch ein gutes Spiel zeigen, auch wenn noch nicht alles rund laufen wird. Unsere Vorbereitung ist auf die ganze Saison angelegt und das erste Highlight heißt Aue", erklärt der Cheftrainer der Borussia.

Die bisherige Vorbereitung wertet Frontzeck als "sehr gut", auch wenn es empfindliche Rückschläge durch Verletzungen gegeben hat. Raul Bobadilla (Bänderriss im Sprunggelenk) und Neuzugang Igor de Camargo (Kapsel- und Bänderdehnung im Sprunggelenk) fielen früh aus, haben aber immerhin wieder mit individuellem Training begonnen.

Frontzeck vertraut dem aktuellen Kader

"Raul war in Top-Verfassung. Es klappt taktisch immer besser, er weiß jetzt, was ich von ihm will. Man muss Spielern - wie auch Juan Arango - einfach die nötige Zeit einräumen. Es ist immer ein Sprung, wenn man aus einem anderen Land in die Bundesliga kommt. Igor ist ein läuferisch starker Spieler, beide werden wieder an die Mannschaft rangeführt, so schnell es geht", sagt Frontzeck.

Der Cheftrainer vertraut seinem eingespielten Kader. Dazu steht ein halbes Dutzend hungriger Talente wie Elias Kachunga (18), Julian Korb (18) oder Bernhard Janeczek (18) auf dem Sprung. An Neuverpflichtungen hat Frontzeck deshalb "in keiner Sekunde gedacht". Der aktuelle Kader gebe genug Möglichkeiten her.

"...dann kann man von anderen Tabellenplätzen träumen"

So ist es nur konsequent, dass Frontzeck "ein gutes Gefühl für die gesamte Saison hat". In Mönchengladbach bedeutet das, dass sich die Borussia erneut im sicheren Abstand zu den gefährlichen Plätzen bewegen möchte; im Umfeld von Mannschaften der Kategorie Eintracht Frankfurt.

Mögen die Gladbacher Fans besonders am Sonntag von guten, alten Tagen im Europapokal träumen, so bleibt die sportliche Leitung mit beiden Füßen am Boden. Sportdirektor Max Eberl weiß nur zu genau, dass für Gladbach alles passen muss, um in höhere Regionen zu gelangen. "Wenn wir mal das Quäntchen Glück haben und durch den DFB-Pokal vielleicht international reinrutschen oder eine sensationelle Saison spielen, aus welchen Gründen auch immer, dann kann man von anderen Tabellenplätzen träumen."

Stefan Kusche