Köln - Weltmeister Deutschland bestreitet am Abend gegen Finnland sein erstes Länderspiel nach der EM. Und diese Partie steht unter dem besonderen Motto #ServusBasti - Bastian Schweinsteiger verabschiedet sich nach 12 Jahren aus der Nationalmannschaft. bundesliga.de hält Sie hier im Liveblog stets auf Ballhöhe.

Schluss im Borussia-Park

Die deutsche Elf gewinnt durch die Tore von Max Meyer und Mesut Özil völlig verdient mit 2:0. Ein rauschendes Fußballfest war es nicht, aber das war bei der neuformierten Mannschaft auch kaum zu erwarten. Vielen Dank fürs zulesen. In Kürze folgt der ausführliche Spielbericht.

>>> Der Spielbericht zu Deutschland - Finnland

85. Minute: Meyer auf Müller

Max Meyer und Thomas Müller mit einer schönen Kombination, aber der Abschluss aus spitzem Winkel ist dann kein Problem für Hradecky.

78. Minute: Müller kommt

Thomas Müller kommt für Julian Brandt.

77. Minute: Toor für Deutschland! Özil trifft!

Özil stellt auf 2:0 und wieder ist Mario Götze beteiligt. Der Dortmunder hebelt die finnische Abseitsfalle mit einem raffinierten Pass aus. Özil kommt im Strafraum an den ball und will eigentlich auf Brandt quer legen, doch Arajuuri fälscht den Ball unhaltbar ins rechte Eck ab.

68. Minute: Letzter Applaus für Schweinsteiger

Joachim Löw gönnt Bastian Schweinsteiger den großen Abtritt und nimmt seinen Kapitän unter dem tosenden Beifall der Fans vom Feld. Dafür ist jetzt Julian Weigl vom BVB im Spiel.

65. Minute: Wieder Götze!

Nach einer Ecke kommt Kimmich zur Flanke. Mustafi verpasst, aber etwas zufällig landet der Ball bei Mario Götze, dessen abgefälschter Schuss aus acht Metern knapp über den Kasten geht.

63. Minute: Özil kommt

Für den Spielmacher vom FC Arsenal verlässt Jonas Hector das Feld.

55. Minute: Toooor für Deutschland! Meyer macht's!

Kimmich spielt einen langen Ball auf Mario Götze, der rechts Platz hat und flach ins Zentrum spielt. Dort lässt der bedrängte Volland den Ball clever für Meyer durch. Der Schalker grätscht das Leder aus sechs Metern über die Linie. Starker Angriff!

Pause im Borussia-Park

Halbzeit in Mönchengladbach und - um ehrlich zu sein - der wahre Höhepunkt fand mit der Verabschiedung von Bastian Schweinsteiger schon vor der Partie statt. In den ersten 45 Minuten blieb beim Spiel der deutschen Mannschaft trotz klarem Ballbesitzvorteil vieles Stückwerk. Eine Großchance von Mario Götze und ein Fast-Eigentor waren bislang die spektakulärsten Szenen. Noch bleiben 45 Minuten, das erste Länderspiel nach der EM positiv zu gestalten.

41. Minute: Süle prüft Hradecky

Niklas Süle wird im Spielaufbau nicht gestört und das nutzt der Hoffenheimer zu einem Spaziergang durchs Mittelfeld. Als er immer noch nicht attackiert wird, fast er sich aus knapp 30 Metern ein Herz und zieht ab. Hradecky kann den strammen Flachschuss gerade noch aus dem linken Eck fischen.

31. Minute: Götze muss es machen!

Der Dortmunder mit der Riesenchance zum 1:0. Max Meyer, über den fast jeder Angriff läuft, seziert die finnische Abwehr mit einem Traumpass. Mario Götze läuft frei auf Hradecky zu, umspielt den Keeper, hat dann aber noch zwei Abwehrspieler zwischen sich und dem Tor. Seinen Schuss kann Thomas Lam dann gerade noch abblocken.

27. Minute: Pfosten!

Meyer und Volland spielen Jonas Hector auf dem linken Flügel frei. Der Kölner bringt den Ball scharf nach Innen. Paulus Arajuuri von Lech Posen will klären, trifft den Ball nicht richtig und nagelt das Leder Vollspann an den Pfosten. Glück für Finnland.

24. Minute: Moisander auf der Linie

Max Meyer schickt Kevin Volland steil, der sich gegen Lam und Arajuuri durchsetzt und den Ball an Hradecky vorbeischiebt. Das Leder trudelt Richtung Tor, aber Niklas Moisander kann einen halben Meter vor der Torlinie klären.

17. Minute: Mustafi verpasst die Führung

Die erste Großchance der Partie entspringt - wenig überraschend - einer Standardsituation. Max Meyer zirkelt einen Eckstoß genau auf Shkodran Mustafi, der aber aus sieben Metern ziemlich unbedrängt knapp über das Tor köpft.

12. Minute: Hradecky mit erster Parade

Schweinsteiger schickt Bellarabi auf der rechten Seite steill und der Leverkusener sucht Kevin Volland mit einer scharfen Hereingabe. Lukas Hradecky riskiert Kopf und Kragen und schnappt sich den Ball. Insgesamt ist es ein zerfahrener Start in die Partie mit klaren Feldvorteilen für das deutsche Team.

5. Minute: Moisander stoppt Bellarabi

Schönes Zusammenspiel zwischen Julian Brandt und Karim Bellarabi, aber der Bremer Moisander beendet den deutschen Angriff mit einer entschlossenen Grätsche.

Das Spiel läuft

Gut fünf Minuten später geht es jetzt los. Auf geht's!

Anstoß verzögert sich

Durch den feierlichen Beginn verschiebt sich der Anpfiff ein wenig nach hinten. Gleich geht es aber los. Gerade sind die Nationalhymnen abgespielt worden.

Emotionaler Auftakt

Vor dem Spiel wird Bastian Schweinsteiger feierlich aus der Nationalmannschaft verabschiedet und bei der Bayern-Legende fließen schon vor dem Anpfiff einige Tränen. Die Fans feiern den Kapitän mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations. Ein beeindruckende Szene. Im Anschluss richtet Schweinsteiger noch einige Worte an die Fans.

Bundesliga-Power für Finnland

Mit Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt), Niklas Moisander (Werder Bremen) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen) stehen drei Spieler aus der Bundesliga in der finnischen Startelf. Auch Alexander Ring vom 1. FC Kaiserslautern ist von Beginn an auf dem Feld.

Deutschland im 3-4-3-System

Joachim Löw formiert sein Team heute in einer Dreierkette, die Süle, Kimmich und Mustafi bilden. Davor soll Schweinsteiger abräumen und Meyer in der Zentrale wirbeln. Hector besetzt die linke, Bellarabi die rechte Flanke. Im Dreiersturm sollen Brandt, Volland und Götze für Tore sorgen.

Süle debütiert, Götze in der Startelf

Die deutsche Aufstellung ist da. Während Bastian Schweinsteiger das Team in seinem letzten Länderspiel als Kapitän aufs Feld führt, feiert der Hoffenheim Niklas Süle seine Premiere in der A-Nationalmannschaft. Bemerkenswert auch: Mario Götze steht nach verpasstem Saisonstart in der Startformation.

Mutige Kampfansage

Joel Pohjanpalo traf am Wochenende als Joker in Mönchengladbach. Trotz der Leverkusener Niederlage scheint der finnische Stürmer eine Menge Selbstvertrauen gesammelt zu haben. Als beeindruckter Zuschauer will der 21-Jährige den Abschied von Bastian Schweinsteiger jedenfalls nicht begleiten.

Die Vorfreude steigt

Noch knapp zweieinhalb Stunden bis zum Anpfiff und in Mönchengladbach ist bereits hübsch gemacht. Ein Spieler brennt heute ganz besonders auf seinen Einsatz und ein alter Weggefährte wird vor dem Fernseher mitfiebern.

BILANZ I: Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am Mittwoch in Mönchengladbach gegen Finnland ihr 918. Länderspiel. Die Bilanz seit der ersten Begegnung am 5. April 1908 gegen die Schweiz (3:5): 533 Siege, 184 Unentschieden und 200 Niederlagen bei einer Tordifferenz von 2053:1088. Eingesetzt wurden in diesem Zeitraum 923 Nationalspieler. Die bislang letzten Debütanten waren Julian Brandt, Joshua Kimmich, Bernd Leno und Julian Weigl beim 1:3 gegen die Slowakei in der EM-Vorbereitung. Der nächste wird wahrscheinlich der Hoffenheimer Niklas Süle sein, der als einziger Spieler im Aufgebot noch kein Länderspiel absolviert hat.

>>> Zum Artikel: Niklas Süle startet voll durch

Video: Die neue Bundesliga-APP ist da!

BILANZ II: Für Bundestrainer Joachim Löw ist die Partie gegen Finnland das 138. Spiel unter seiner Leitung. Seit seinem Amtsantritt im August 2006 gewann das DFB-Team 91 Spiele, kam auf 23 Unentschieden und verlor 23-mal. In dieser Zeit setzte der Bundestrainer 107 Spieler ein und verhalf 82 Neulingen zu ihrer Premiere in der  DFB-Auswahl.

BILANZ III: Das DFB-Team trifft zum insgesamt zum 23. Mal auf Finnland. Die Bilanz ist mit 15 Siegen bei 6 Unentschieden und nur einer Niederlage extrem positiv. Die einzige Niederlage kassierte Deutschland zwar zu Hause, aber das schon im Jahr 1923 (1:2). Seitdem ist das DFB-Team in 20 Vergleichen ohne Niederlage. Aber auch schon seit 1999 ohne Sieg. Denn die letzten vier Duelle endeten alle unentschieden.

Neuer wohl neuer Kapitän

Wenn Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag den neuen Spielführer des DFB-Teams verkünden wird, sind alle Spekulationen plötzlich Makulatur: Die Antwort wird Manuel Neuer heißen. Dass der Welttorhüter von Bayern München die Nachfolge Schweinsteigers antreten wird, ist ein offenes Geheimnis. Zum einen standen alle Kandidaten bereits im EM-Kader - und Löw entschied sich in allen fünf Spielen ohne Schweinsteiger in der Startelf für Neuer.

Neuer selbst hielt sich bisher zurück. Auch in der von Franz Beckenbauer angestoßenen Grundsatzfrage, ob ein Torhüter Kapitän sein dürfe oder nicht doch besser ein Feldspieler. "Der Bundestrainer weiß, welche Entscheidung er trifft", sagte er nur. Löw betont aber immer wieder die Wichtigkeit mehrerer Ansprechpartner. Das Thema, wer am Ende die Binde trägt, sei für ihn "nicht so dominant". Den Mannschaftsrat werden künftig Neuer, Mats Hummels, Sami Khedira, Thomas Müller und Kroos bilden.

"Ich verspüre eine sehr tiefe Dankbarkeit"

Bastian Schweinsteiger lachte herzlich, sein Scherz auf eigene Kosten war bestens gelungen. Wer ihn denn auf dem Platz begleiten solle, am Mittwoch, in seinem Abschiedsspiel für die deutsche Nationalmannschaft? "Da habe ich keinen Wunsch", sagte Schweinsteiger: "Hauptsache, ich habe starke Läufer neben mir." Das war passend. Auch, weil sein geschundener Körper nicht mehr mitspielt, weil er in sich "nicht mehr so die Leidenschaft wie 2014 gefunden" hat, beendet der Kapitän schließlich seine große Länderspiel-Karriere nach 120 Einsätzen.

Wenn er seinem Nachfolger die Kapitänsbinde überreicht, wenn die Zuschauer sich erheben und die "7" zum letzten Mal auf der Anzeigetafel leuchtet, wird er vor allem eines sein: dankbar. "Ich verspüre eine sehr, sehr tiefe Dankbarkeit, für wunderbare Jahre, für Erlebnisse, von denen ich als Kind geträumt habe", sagte er: "Das macht mich stolz und glücklich."

Sämtliche Hymnen auf ihn sind gesungen, sämtliche Elogen geschrieben worden, seit der 32-Jährige nach der EM seinen Abschied angekündigt hat. Am Dienstag ging es eher um die kleinen Momente einer großen Karriere: Schweinsteiger blickte zurück und zog Bilanz. Er sprach über sein erstes Länderspiel ("Ich kann mich genau erinnern"), die WM in Brasilien und unvergessliche Erlebnisse dazwischen: "Bei der wunderbaren WM 2006 bin ich zu Lukas Podolski ins Zimmer gekommen, er lag da wie ein toter Hund, das Handy war ihm aus der Hand gefallen. Das war lustig. Es war immer eine schöne Zeit." Nun also der Abschied, auf den sich Schweinsteiger trotz aller Turbulenzen "sehr freut". Er hat seine engsten Freunde und die Familie eingeladen.

Wenn es schlecht läuft, ist es Schweinsteigers letzter Auftritt auf einer großen Bühne. Bei Manchester United ist er aussortiert, was er mit Größe trägt. "Wir müssen abwarten, was ist und was sein wird", sagte er und nannte vorsorglich ein Engagement in den USA "eine Option". Es sei jedoch sein "absoluter Traum, United auch zu helfen". So oder so: "Ich werde sicher nicht aufhören, Fußball zu spielen."