Frankfurt/Main - Mit einer klaren Absage an Pyrotechnik, der konsequenten Zusammenarbeit mit Polizei und Justiz sowie der Gründung einer "Task Force Sicherheit" will der deutsche Fußball die Anstrengungen gegen Ausschreitungen fortsetzen.

Das ist eines der Ergebnisse des Spitzengesprächs zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Frankfurt, an dem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball sowie DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, teilnahmen. Selbstverständlich wird auch die erfolgreiche Präventionsarbeit gemeinsam mit den Vereinen und Fanprojekten fortgesetzt.

Keine "Legalisierung" von Pyrotechnik

Weiterhin nicht in Frage kommt eine sogenannte "Legalisierung" von Pyrotechnik. Bestätigt wird das Verbot durch ein vom DFB-Präsidium in Auftrag gegebenes unabhängiges Rechtsgutachten. In dem von Rechtsanwalt Volker Löhr, Inhaber der Kanzlei Loehr in Bonn mit den Schwerpunkten Veranstaltungs- und Versammlungsstättenrecht, verfassten Gutachten heißt es unter anderem: "Die Verwendung von Pyrotechnik in Fußballstadien durch Besucher/Fangruppen ist auf Grundlage des geltenden Rechts ausgeschlossen. Anträge auf Zulassung von Pyrotechnik durch Besucher/Fangruppen sind zwingend durch die für den Brandschutz zuständige Behörde abzulehnen." In diesem Zusammenhang erklärt der Arbeitskreis Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland: "Es besteht im Arbeitskreis Einvernehmen, dass Pyrotechnik durch Fangruppen nicht zugestimmt werden kann."

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach stellt klar: "Nicht nur die staatlichen Stellen und Behörden, sondern auch FIFA und UEFA untersagen den Einsatz von Pyrotechnik. Oberste Priorität hat die Verantwortung für die Sicherheit aller Zuschauer. Es ist unstrittig, dass Feuerwerkskörper eine Gefahr für Leib und Leben darstellen." Der auf operativer Ebene nach außen erweckte Eindruck, ein Sportverband könne Pyrotechnik zulassen, steht im Widerspruch zur gültigen Gesetzeslage.

Darüber hinaus werden DFB und Ligaverband beim Runden Tisch im Bundesinnenministerium am 14. November 2011 die Einrichtung einer gemeinsamen "Task Force Sicherheit" mit Vertretern aus Politik, Justiz, Polizei und Fußball-Verbänden sowie der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) vorschlagen. Dieses Gremium soll in enger Zusammenarbeit mit der DFB-Kommission "Prävention und Sicherheit" konkrete Schritte für zusätzliche Sicherheit festlegen. "Wir wollen die in vielen Bereichen bereits sehr gute und enge Zusammenarbeit mit den für Sicherheit zuständigen Stellen und Institutionen weiter intensivieren. Zielorientiert und ohne Effekthascherei, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen", sagt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

Dr. Rauball: "Die echten Fußballfans müssen ein Teil der Lösung sein"

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball erklärt: "Wir benötigen einen unbürokratischen und stetigen Austausch, um unverzüglich die notwendigen Maßnahmen abgestimmt anzugehen. Jetzt kommt es darauf an, den gemeinsamen Zielen konkrete und angemessene Taten folgen zu lassen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Dies ist ein langer Weg. Natürlich treten wir im Einvernehmen mit den Vereinen weiter für Dialog und Prävention ein. Es muss aber klar sein, wo die Grenzen liegen, die nicht überschritten werden dürfen. Die echten Fußballfans müssen ein Teil der Lösung sein."

Zudem treten DFB und Ligaverband weiterhin für eine konsequente Ausschöpfung rechtlicher Mittel ein und bekräftigen die angekündigten Gespräche mit den verschiedenen Generalstaatsanwaltschaften.