Achtungserfolg für Australien, herbe Pleite für Ghana: Die deutschen WM-Gruppengegner haben sich zehn Tage vor dem Beginn der Endrunde in Südafrika noch mit Licht und Schatten präsentiert.

Die Aussies, deutscher Auftaktgegner am 13. Juni, bezwangen in Roodeport WM-Teilnehmer Dänemark überraschend 1:0 (0: 0). Dagegen kam Ghana, der letzte Gruppengegner der DFB-Auswahl, in Rotterdam gegen die Niederlande mit 1:4 (0:1) unter die Räder.

Eidgenossen blamieren sich

Auf der Suche nach der Form ist auch noch Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz, die sich mit 0:1 (0:0) gegen Costa Rica in Sion blamierte. Portugal besiegte dagegen Kamerun 3:1 (1:0) und nähert sich der WM-Form. Ein Tor des ehemaligen Bundesliga-Profis Joshua Kennedy besiegelte in der 71. Minute nach einer torlosen und höhepunktarmen ersten Halbzeit den Sieg der Australier.

Von einem Sieg war Ghana in Rotterdam weit entfernt. Dabei kam es auch nicht zum Debüt von Rauhbein Kevin-Prince Boateng, der mit seinem Foul gegen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack international für Aufsehen gesorgt hatte.

Kuyt macht den Anfang

Vor rund 45.000 Zuschauern im nicht ausverkauften Stadion De Kuip erzielten Stürmerstar Dirk Kuyt (30.), der zur zweiten Halbzeit eingewechselte ehemalige Hamburger Spielmacher Rafael van der Vaart (72.), Wesley Sneijder (81.) und Robin van Persie (87., Foulelfmeter) die Tore für die Elftal. Asamaoh Gyan gelang das zwischenzeitliche 2:1 (78.) für Ghana. Bondscoach Bert van Maarwijk schonte Bayern Münchens Star Arjen Robben, der in der Vorbereitung in Österreich wegen Hüftproblemen zuletzt nur eingeschränkt trainiert hatte.

Die Gäste, bei denen Mittelfeldstar Michael Essien wegen einer Verletzung nicht an der WM teilnehmen kann, konnten zumindest in der Defensive durch eine gute Ordnung gefallen, nach vorne ging allerdings herzlich wenig. Zudem war Torhüter Richard Kingson von Wigan Athletic ein Unsicherheitsfaktor, er konnte einen Distanzschuss von Robin van Persie nicht festhalten, so dass Kuyt den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste. Van der Vaart brachte viel frischen Wind.

Ghana mit drei Bundesligaprofis

Ghana, wo die Bundesliga-Profis Isaac Vorsah, Prince Tagoe (beide Hoffenheim) und Hans Sarpei (Leverkusen) im Einsatz waren, wird am Samstag in London gegen Lettland den letzten Test vor der Abreise nach Südafrika bestreiten. Die Westafrikaner werden wie die deutsche Delegation am Montag (7. Juni) im WM-Gastgeberland eintreffen. Die Niederländer haben am Samstag ihren letzten Test gegen Ungarn und reisen einen Tag später nach Südafrika.

Die Schweiz ist indes seit nun drei Spielen ohne Sieg. Vor der Partie gegen die Zentralamerikaner forderte Hitzfeld ein Erfolgserlebnis. Doch aus dem Wunsch des Meistertrainers aus der Bundesliga wurde nichts. Stattdessen blamierte sich das Schweizer Team, das mit sechs Bundesliga-Spielern gespickt war, vor 11.300 Zuschauern in Sion. Winston Parks erzielte in der 57. Minute das Tor des Tages für den WM-Teilnehmer von 2006.

Bei Portugal lief es dagegen besser. Die Treffer des WM-Vierten von 2006 gegen Kamerun erzielten in Covilha zweimal Raul Meireles (32. und 47.) sowie Stürmerstar Nani von Manchester United (82.). Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer war Pierre Webo (68.) gelungen. Aufseiten der Afrikaner sah auch noch Inter-Star Samuel Eto'o vom deutschen Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) die Gelb-Rote Karte (33.).