Berlin - Robert Lewandowski war der gefeierte Held von Berlin. Mit seinen drei Toren leistete er einen wesentlichen Beitrag zum beeindruckenden Sieg von Borussia Dortmund im Finale des DFB-Pokals und zum Gewinn des Doubles.

Zwei Mal mit rechts, ein Mal per Kopf - das Double war perfekt und Robert Lewandowski einfach nur überwältigt. Zwei Meisterschaften und ein Pokalsieg in seinen bisherigen zwei Jahren bei Borussia Dortmund - mehr geht kaum.

Lewandowski, Wohlfarth und Seeler



"Er sitzt in der Kabine und kann alles am wenigsten begreifen", verriet Trainer Jürgen Klopp, der kaum einen Moment ausließ, um seinen außergewöhnlichen Stürmer nach seinem Dreierpack beim 5:2-Erfolg im Finale des DFB-Pokals gegen Bayern München in den höchsten Tönen zu loben.

Auf dem Platz allseits präsent und als Torjäger gefürchtet gehört der polnische Nationalspieler außerhalb des Platzes eher zu den Stillen im Lande. Er lässt lieber Tore sprechen. 22 waren es in der abgelaufenen Bundesliga-Saison (insgesamt 30 in bisher 67 Einsätzen) und sechs im gerade beendeten Pokal-Wettbewerb. Lewandowski gelang als erstem Spieler seit Uwe Seeler (1963) und Roland Wohlfarth (1986) ein dreifacher Torerfolg im DFB-Pokal-Finale.

"Er hat die erhoffte Entwicklung genommen"



"'Lewi' ist ein außergewöhnlicher Stürmer", schwärmte Klopp, weil Lewandowski nicht nur ein Strafraumspieler und Goalgetter, sondern ein technisch hochbegabter, schneller und physisch starker Fußballer sei - und zudem beidfüßig stark. Was die Statistik eindrucksvoll belegt. Denn allein in der vergangenen Bundesliga-Saison glänzte Polens Fußballer des Jahres zudem mit zehn Vorlagen.

Neben seinen drei Treffern gegen die Bayern war Liga-Tor Nummer 20 am 11. April zum 1:0 im Bundesliga-Heimspiel gegen den Rekordmeister eines der wichtigsten in seiner Karriere. Es bedeutete die Vorentscheidung im Titelrennen gegen den Erzrivalen aus München.

"Er hat eine Entwicklung genommen, die wir uns nur erhoffen konnten, als wir ihn verpflichtet haben", sagte Klopp. Doch es sei ein schönes Gefühl, wenn die Erwartungen noch übertroffen würden. Kein Wunder, dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem 23-Jährigen den Stempel "unverkäuflich" aufdrückte, nachdem schon einige europäische Top-Clubs ihre Fühler nach dem polnischen Nationalspieler ausgestreckt hatten.

Smuda kann sich freuen



Lewandowskis Vertrag läuft noch bis 2014 und der BVB wird alle Möglichkeiten ausschöpfen, um seinen "Glücksfall" (Watzke) längerfristig zu binden. Der gefeierte Held von Berlin scheint nicht abgeneigt zu sein. Doch die Weichen für weitere Verhandlungen werden in der kommenden Saison gestellt.

Möglicherweise wird die Konkurrenz noch größer, wenn Lewandowski seine Top-Form und exzellenten Qualitäten auch bei der EM in vier Wochen in seiner Heimat zeigt. Polens-Nationaltrainer Franciszek Smuda kann sich jedenfalls auf seinen Schützling freuen.