Sami Hyypiä hat gute Erinnerungen an die BayArena.

Am 9. März 2005 erreichte der Finne mit dem FC Liverpool das Viertelfinale der Champions League - auf Kosten von Bayer 04 Leverkusen, das nach dem 1:3 im Hinspiel auch im Rückspiel mit dem selben Ergebnis unterlag.

77 Tage später feierte Hyypiä den größten Erfolg seiner Karriere, als Liverpool trotz 0:3-Rückstand den AC Mailand im Elfmeterschießen besiegte und die Champions League gewann.

Beachtliche Titelsammlung

Und es war beileibe nicht der einzige Titel, den der Innenverteidiger in seinen zehn Jahren beim englischen Rekordmeister holte.

2001 gewann Hyypiä mit den "Reds" den UEFA-Pokal, den FA-Cup, den Ligapokal und den europäischen Supercup, 2003 noch einmal den Ligapokal, 2005 den europäischen Supercup und 2006 den FA-Cup.

Satte sieben Mal wurde der 35-Jährige bereits zu Finnlands Fußballer des Jahres gewählt und war 2001 auch Finnlands Sportler des Jahres.

Lebende Legende

Der Mann ist also eine lebende Legende, sowohl in Liverpool (nach fast 500 Spielen für die "Reds") als auch in seiner Heimat Finnland, wo er bereits 97 Länderspiele für die Nationalmannschaft bestritten hat.

Doch was bewegt einen Spieler, der fast alles gewonnen hat in seiner Laufbahn, im Spätherbst seiner Karriere noch einmal zu einem Vereinswechsel?

Mehr Fußball bei Bayer

Es wird der unstillbare Hunger nach Fußball gewesen sein, denn an der Liverpooler Anfield Road kam Hyypiä zuletzt dann doch seltener zum Einsatz, wurde die jüngere Generation mit Jamie Carragher, Martin Skrtel oder Daniel Agger in der Abwehrzentrale bevorzugt.

Eine neue Herausforderung musste her, und die hat der Finne in der Bundesliga und Bayer 04 Leverkusen gefunden. Beim Werksclub hat er einen Zwei-Jahres-Vertrag bis 2011 unterschrieben.

Völler erhofft sich "mehr Stabilität"

Bei Bayer versprechen sie sich vom Abwehrrecken "mehr Stabilität für unsere junge Mannschaft durch seine Erfahrung und seine Präsenz auf dem Platz" (Rudi Völler).

Wer Hyypiäs Karriere, die ihn von MyPa Anjalankoski (1992 -95) erst zu Willem II Tilburg (1995 - 99) und dann nach Liverpool führte, verfolgt hat, dürfte wenig Zweifel haben, dass die Verpflichtung des Finnen genau diesen Effekt haben wird.

Schöne Erinnerungen auch für Bayer-Fans

Übrigens: Leverkusen hat auch gute Erinnerungen an Hyypiä. Im April 2002 markierte der Finne für Liverpool zwar den einzigen Treffer im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League, das Halbfinale aber erreichte Bayer nach einem 4:2 im Rückspiel.

In Leverkusen hätte sicher niemand etwas dagegen, wenn in der Saison 2010/11 die Champions-League-Geschichte fortgeschrieben wird - diesmal mit Hyypiä im Bayer-Trikot.

Christof Greiner