Die Werkself tritt mit zwei Bundesliga-Siegen im Gepäck nun mit viel Selbstvertrauen im CL-Quali-Rückspiel gegen Lazio Rom an - © imago / Contrast
Die Werkself tritt mit zwei Bundesliga-Siegen im Gepäck nun mit viel Selbstvertrauen im CL-Quali-Rückspiel gegen Lazio Rom an - © imago / Contrast
Bundesliga

Mit sicherer Abwehr und Calhanoglu gegen Lazio

Hannover - Am Ende blieb es beim 1:0 durch Hakan Calhanoglu für Bayer Leverkusen bei Hannover 96. In der 18. Minute hatte sich der 21-Jährige den Ball zurechtgelegt und mit seinem achten direkt verwandelten Freistoß seit Dienstbeginn bei der Werkself eine Hannoveraner Serie beendet. Seit 2007 hatten die Roten keinen Saisonauftakt im eigenen Stadion mehr verloren.

Frontzeck: "Verdienter Sieg"

"Das ist eine Waffe", lobte Rudi Völler den Kunstschützen. "Da überlegen sich die Gegner, ob sie in Strafraumnähe ein Foul begehen. Das ist wie ein Elfmeter", schloss sich Weltmeister Christoph Kramer den Lobeshymnen seines Sportdirektors an. Und der Schütze selbst haderte lediglich mit seinem zweiten Kunstschuss, den er kurz nach Wiederanpfiff gegen die Latte zirkelte. "Der war noch besser getroffen als der Freistoß zum 1:0", so der ehemalige HSV-Profi.

Aber nicht nur die Freistoßkünste des Mittelfeldstrategen machen Mut für die anstehenden Aufgaben. "Das war ein verdienter Sieg", gab auch 96-Trainer Michael Frontzeck zu. "Wir haben die Partie jederzeit kontrolliert und nur sehr wenig zugelassen", konstatierte Kramer.

Die Zahlen bestätigen des. Erst in 40. Minute bekamen die Gastgeber ihren ersten von drei Eckstößen zugesprochen, Bayer hatte mehr Ballbesitz (59 Prozent), brachte 81 Pozent der Pässe zum eigenen Mann (Hannover gegen 65 Prozent) und lag auch bei den Torschüssen mit 11:6 vorn.

Sonderlob für die Innenverteidigung

Auftakt für eine erfolgreiche Englische Woche?

"Wir hätten das 2:0 nachlegen müssen", war dann auch das Einzige was Roger Schmidt am Spiel seiner Mannschaft zu bemängeln hatte, "aber wenn das nicht macht, muss man sehen, dass die Null hinten stehenbleibt und gut verteidigen. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Dies Spiel gibt Selbstvertrauen für Mittwoch".

Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung hob der Bayer-Coach zwei Spieler heraus. "Bemerkenswert", nannte Schmidt die Leistung der jungen Innenverteidiger Joanthan Tah (19) und André Ramalho (23). Der Brasilianer Ramalho ersetzte im Vergleich zum 0:1 bei Lazio Rom Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche braucht laut Schmidt noch "seine Pausen, da er wegen einer Verletzung nur drei Wochen Vorbereitung hatte".

Ramalho aufzubieten bereitete dem Trainer angesichts der Verletzten etatmäßigen Innenverteidiger Ömer Toprak und Tin Jedvaj "kein Kopfzerbrechen. In meiner Zeit bei Salzburg hat er in einer Saison 50 Spiele auf der Position absolviert". Mit dem Sieg in Hannover wollen die Leverkusener eine goldene Englische Woche einläuten.

Die nächsten vier Pflichtspiele von Bayer:

Vertrauen auf die "Waffe Calhanoglu"

Am Mittwoch kommt Lazio Rom zum Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation in die BayArena. Da gilt es gegen eine italienische Mannschaft darum, einen 1:0-Rückstand zu drehen. Und am Samstag kommt es zum Duell zweier Sechs-Punkte-Teams gegen Rekordmeister Bayern München. Aber "mit Bayern beschäftigen wir uns nach dem Mittwochspiel", stellt Christoph Kramer klar.

"Wir haben es geschafft, das Spiel vom Dienstag abzuhaken und nicht schon an Mittwoch zu denken und uns zu 100 Prozent auf Hannover zu konzentrieren", so Schmidt. Jetzt liegt der Fokus auf Rom.

Und selbst wenn Kramer Lazio nicht für eine "eine typisch italienische Mannschaft" hält und nicht glaubt, dass die rein defensiv spielen werden", ist in Bayer-Kreisen nicht Rudi Völler, der fünf Jahre beim Lazio-Rivalen AS Rom spielte, klar, dass es "nicht einfach wird, den 0:1-Rückstand zu drehen".

Aber eine Hoffnung bleibt: Selbst wenn es aus dem Spiel heraus nicht gelingt, die italienische Abwehr zu überwinden, dann ist da immer noch die "Waffe Calahanoglu", die zur Not auch zu den benötigten zwei Treffern gegen die Römer in der Lage ist.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs