München - Schalke, Dortmund, Leverkusen - drei deutsche Clubs zittern noch um den Einzug in die K.o.-Phase der Champions League. Bayer Leverkusen hat die schlechteste Ausgangslage, da das Weiterkommen nicht mehr in der eigenen Hand liegt. Dennoch ist die Werkself vor dem Showdown in San Sebastian guter Dinge, das Achtelfinale zu erreichen (Dienstag, ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

"Wenn wir so spielen wie in Dortmund, haben wir sicher gute Chancen", gab sich Heung Min Son nach dem 1:0-Sieg in Dortmund hoffnungsvoll, dass es auch im Baskenland einen Erfolg geben wird.

Der Überraschungscoup in der Liga soll die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä nun auch auf europäischer Ebene beflügeln. "Natürlich können wir jetzt mit noch mehr Selbstbewusstsein in die Partie gehen. Wir haben uns selbst bewiesen, dass die Niederlage gegen ManU für uns die Ausnahme war und nicht die Regel", zeigte sich Simon Rolfes von der eigenen Stärke überzeugt.

ManU überschattet gute Bilanz

Dass die bittere 0:5-Klatsche im Heimspiel gegen die Engländer tatsächlich eine Ausnahme war, bestätigt auch ein Blick auf die bisherige Bilanz der Bayer-Elf in der Königsklasse.

Betrachtet man die beiden Partien gegen die Red Devils losgelöst von den anderen drei Begegnungen, wird klar, dass Leverkusen einzig mit ManU Probleme hatte: Aus diesen zwei Partien stehen null Punkte bei 2:9 Toren zu Buche. Zehn der insgesamt 13 zugelassenen gegnerischen Großchancen wurden dem amtierenden englischen Meister gestattet.

In den drei restlichen Gruppenspielen gegen Donetsk und San Sebastian standen die Leverkusener ordentlich, ließen nur drei Großchancen zu und sammelten sieben von neun möglichen Punkten. Zweimal stand die Null.

Bayer braucht Auswärtssieg und Schützenhilfe

Trotz allem muss Bayer auch auf den Fußballgott vertrauen. "Wenn wir ein bisschen Glück haben, dann kommen wir auch weiter", sagt Son und spielt auf die Ausgangslage des Tabellenzweiten der Bundesliga an: Leverkusen kommt nur dann weiter, wenn es selbst in San Sebastian mehr Punkte holt als Donetsk in Manchester.

Dass Bayer tatsächlich Schützenhilfe aus England erwarten kann, ist gar nicht so unwahrscheinlich. ManU hat nur drei Punkte Vorsprung auf Donetsk und im Hinspiel in der Ukraine nur ein Unentschieden geholt. Wollen die Red Devils als Gruppensieger ins Achtelfinale einziehen, was einen vermeintlich leichteren Gegner zur Folge hätte, dürfen sie gegen die Ukrainer nicht verlieren. (Übersicht Gruppe A)

Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, wäre Leverkusen also gut beraten, im Baskenland den ersten Auswärtssieg dieser Champions-League-Saison einzufahren. Dass die Mannschaft mittlerweile auch die ganz wichtigen Spiele gewinnen kann, hat sie ja erst am Samstag in Dortmund bewiesen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

San Sebastian: Bravo - Carlos Martinez, Mikel Gonzalez, Ansotegi, Jose Angel - Bergara, Javi Ros - Vela, Xabi Prieto, Griezmann - Seferovic

Leverkusen: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Can - Bender, Rolfes, Castro - Son, Kießling, Hegeler

Schiedsrichter: Tom Harald Hagen (Norwegen)

 

Gregor Nentwig