München - Starke Leistung, ausbleibende Belohnung: Der Rückstand auf die Spitze ist weiter angewachsen. Stefan Kießling hadert mit der Punkteausbeute von Bayer 04 Leverkusen. Nach der knappen 0:1-Niederlage beim FC Bayern München fehlen der Werkself bereits 13 Punkte auf den Spitzenreiter und sechs auf den ersten Verfolger VfL Wolfsburg. Die Leverkusener machen in München vieles richtig und trotzdem reisen Stürmer Stefan Kießling und Co. ernüchtert und ohne Punkte wieder ab.

Stefan Kießling zieht gegen Ende der Hinrunde bezüglich der Leistung der Werkself eine erste Bilanz: "Wir können nicht zufrieden sein", stellt Stefan Kießling klar. "Wir haben viel zu wenig Punkte geholt, für das was wir spielen", äußert sich der 30-Jährige nach der Partie selbstkritisch. 23 Zähler verbuchen die Leverkusener nach 14 Spieltagen.

Dem Zwischenhoch mit zwei deutlichen Siegen in Hannover (3:1) und gegen Köln (5:1) folgt in München der Dämpfer. Trotz guter Leistung rutschtn die Leverkusener auf Platz vier ab, wodurch bei Kießling anschließend der Ärger überwiegt.

Hadern mit vergebener Chance

Bei den Bayern beginnt Bayer forsch, bereits in der dritten Minute hat Karim Bellarabi die mögliche Führung auf dem Fuß. Doch im Gegensatz zum 1. Spieltag in Dortmund, als Bellarabi bereits nach neun Sekunden trifft, verhindert diesmal Rafinha einen Traumstart für Bayer 04. "Das hat uns damals in Dortmund eine gewisse Sicherheit gebracht", unterstreicht Kießling die Bedeutung eines frühen Treffers.

Den Mutmaßungen, ob dieses Tor auch in München zum Erfolg gereicht hätte, schiebt der Stürmer allerdings rasch einen Riegel vor. "Dann sind noch 87 Minuten zu spielen", deutet Kießling an. Wohlwissend, dass Leverkusen im bisherigen Saisonverlauf schon häufig Probleme bekam, das regelmäßig hohe Tempo der ersten Halbzeiten über 90 Minuten durchzuhalten.

"Das darf nicht passieren"

Zehn von 17 Gegentoren kassierten die Leverkusener nach der Pause. In München kommt das elfte hinzu - und bereits das neunte im Anschluss an eine Standardsituation. Franck Ribery erzielt mit dem einzigen Tor des Abends den Siegtreffer der Bayern. Der Sieg gerät auch deshalb nicht mehr ernsthaft in Gefahr, weil Leverkusen im zweiten Durchgang keinen einzigen Torschuss abgibt.

"In der zweiten Halbzeit haben wir allgemein ein paar Prozent nachgelassen", gibt Kießling zu. "Das darf in so einem Spiel nicht passieren." Und sollte möglichst in den Spielen bis zur Winterpause nicht wieder vorkommen, denn in der Bundesliga warten gegen Borussia Mönchengladbach, 1899 Hoffenheim und Eintracht Frankfurt drei richtungsweisende Partien auf den Tabellenvierten.

Gerade das Spiel gegen die punktgleichen Gladbacher am kommenden Sonntag ist von großer Bedeutung. Mit einem Sieg bei Benfica Lissabon will Stefan Kießling mit den Leverkusenern am Dienstag als Gruppenerster ins Achtelfinale der Champions League einziehen und zugleich Selbstvertrauen für die kommende Aufgabe in der Bundesliga tanken.

Aus München berichtet Maximilian Lotz