Werder Bremens Kapitän Frank Baumann beendet nach dem DFB-Pokalfinale in Berlin seine Profi-Karriere. Das gab der 33-Jährige am Dienstag, 26. Mai 2009, in einer Pressekonferenz im Weser-Stadion bekannt.

Der gebürtige Würzburger, der vor zehn Jahren an die Weser gewechselt war und dort seit neun Jahren die Kapitänsbinde trägt, wird seinen am 30. Juni 2009 auslaufenden Vertrag als Spieler nicht verlängern.

Dennoch wird es eine weitere Zusammenarbeit zwischen Baumann und Werder Bremen geben. Der Mittelfeldspieler wird ab dem 01. Januar 2010 seine Arbeit als Assistent des Geschäftsführers Profifußball aufnehmen. In den vergangenen Tagen unterschrieb er einen entsprechenden Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2012.

"Ich danke Werder Bremen und den Fans für die jahrelange Unterstützung"

Mit Baumann hat Werder große Momente erlebt und andersherum. "Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sie ist in den vergangenen Monaten gereift. Je näher sie rückte, desto schwerer fiel sie mir, aber jetzt bin ich sicher, dass es der richtige Schritt ist. Ich danke Werder Bremen und allen Fans für die jahrelange Unterstützung. Ich habe hier ein Umfeld vorgefunden, mit dem wir einiges erreichen konnten und Titel geholt haben. Ich freue mich, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte", sagte Baumann, der sich zunächst eine Auszeit vom Fußballgeschäft nehmen wird, um dann in seiner neuen Funktion zu den Grün-Weißen zurückzukehren.

Werders sportliche Leitung würdigte Baumanns Verdienst und freut sich auf die kommende Zusammenarbeit. Geschäftsführer Klaus Allofs sagte: "Frank hat mit seiner Arbeit in den vergangenen zehn Jahren gezeigt, wie sehr ihm der Verein am Herzen liegt. Er war in dieser ganzen Zeit immer eine integre Vertrauensperson, der in seiner Funktion als Kapitän auch Führungsqualitäten nachgewiesen hat. Dazu gehörte er immer schon zu den Spielern, die über den Tellerrand hinweg geschaut haben. Mit seiner kaufmännischen Ausbildung und der Erfahrung aus dem Profisport ist er prädestiniert dafür, in seine neue Aufgabe hineinzuwachsen."

Schaaf: "Dass Frank schon aufhört, ist schade"

"Es ist für mich eine große Chance und ein wichtiger Schritt ins Berufsleben nach meiner Zeit als Spieler einzusteigen. Wir haben vereinbart, dass ich einen Einblick in den Arbeitsbereich von Klaus Allofs bekomme und auch meine Erfahrungen dort einbringen kann, um ihn zu unterstützen. Die sechsmonatige Pause zuvor möchte ich nutzen, um Abstand vom Bundesliga-Alltag als Spieler zu bekommen und etwas Distanz zur Mannschaft aufzubauen, die mir in meiner neuen Funktion helfen wird. Außerdem werde ich die Zeit nutzen, um mich auf diese neue Aufgabe vorzubereiten", so Baumann über die ab Januar angedachte Tätigkeit.

Cheftrainer Thomas Schaaf gratulierte seinem langjährigen Kapitän zu einer erfolgreichen Karriere. "Dass Frank jetzt schon aufhört, ist sehr schade. Er ist ein großartiger Fußballer und ein Vorbild für alle Berufskollegen. Ich freue mich für ihn, dass er auf so eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann, er hat unheimlich viel erreicht. Trotz aller Erfolge ist er immer seinem Typ, seiner Person und seinem Charakter treu geblieben."

Pokalsieg als krönender Abschluss?

"Baumi", wie Teamkollegen und Fans den 33-Jährigen nennen, kam 1999 vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen. Davor spielte er vier Jahre Profi-Fußball in Nürnberg und schloss nebenbei eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellter ab.

In den zehn Jahren an der Weser absolvierte Frank Baumann 269 seiner 289 Bundesliga-Spiele und schoss 15 seiner 16 Bundesliga-Tore. Bereits nach einem Jahr wählten ihn seine Mitspieler zum Mannschaftskapitän. Damit gehörte er mit 24 zu den jüngsten Spielführern der Bundesliga. Zu seinen größten Erfolgen gehörte die Meisterschaft und der Pokalsieg 2004 sowie der Ligapokal-Triumph 2006. In der Nationalmannschaft debütierte er im November 1999 als 800. Spieler der DFB-Geschichte. Bis zum Jahr 2005 erreichte er 28 Länderspiele und wurde 2002 mit der DFB-Auswahl Vize-Weltmeister in Japan und Südkorea.

Im letzten Spiel seiner Karriere, dem DFB-Pokalfinale 2009 in Berlin, könnte er hinter seine Karriere mit einem weiteren Pokalsieg einen großartigen Schlusspunkt setzen.