München - Der 1. FC Nürnberg greift im Abstiegskampf nach dem letzten Strohhalm: Trainer Gertjan Verbeek muss nach nur 184 Tagen gehen. Stattdessen wird der "Club" an den letzten Spieltagen von U23-Coach Roger Prinzen und "Club"-Idol Marek Mintal betreut, die den achten Gang in die 2. Bundesliga verhindern sollen.  

Verbeek ist erst der sechste Trainer in der Bundesliga-Geschichte, der drei Runden vor Schluss seinen Hut nehmen musste. bundesliga.de vergleicht, welchen Effekt diese späten Entlassungen hatten.

Sportdirektor Finke springt ein

Der letzte Trainer, der am 31. Spieltag entlassen wurde, war Kölns Frank Schaefer in der Saison 2010/11. Es übernahm der bis dahin als Sportdirektor agierende Volker Finke (l., neben Schaefer, © Imago). Und der Routinier holte aus den letzten drei Spielen die maximale Punkteausbeute von neun Punkten. Dadurch rückten die Geißböcke am Ende von Platz 14 noch auf Rang 10 vor. Nach der gelungenen Rettung trat Finke wieder vom Trainerposten zurück und engagierte Stale Solbakken als neuen FC-Coach. 

Neururers schwarze Serie

In der Saison 1990/91 erwischte es Peter Neururer bei Hertha BSC. Der aktuelle Bochum-Coach hatte in zwölf Spielen lediglich zwei Punkte geholt und die Alte Dame damit in eine aussichtslose Situation gebracht. Der neue Trainer Karsten Heine konnte das Ruder nicht mehr herumreißen, sodass der Hauptstadtclub den Gang in die 2. Bundesliga antreten musste. 

Meistertrainer Csernai muss gehen

Auch Titel schützen nicht vor einer Entlassung. Dieser Tatsache wurde sich Bayern-Coach Pal Csernai (M., © Imago), der mit den Münchnern die Deutsche Meisterschaft (1981) und den DFB-Pokal gewann (1982), am 31. Spieltag der Saison 1982/83 schmerzlich bewusst. Der ungarische Trainer musste nach einer durchwachsenen Saison seinen Hut nehmen und seinem Assistenten Reinhard Saftig Platz machen. Dieser holte nur noch je einen Sieg, ein Remis und eine Niederlage - der FC Bayern wurde am Ende Vierter.

Schalke schafft es nicht

Rudi Assauer beziehungsweise Heinz Redepenning konnten am Ende einer verkorksten Saison 1980/81 den Abstieg des FC Schalke 04 nicht mehr verhindern. Die Entlassung von Trainer Fahrudin Jusufi brachte nicht die erhoffte Trendwende - die Königsblauen holten nur einen Punkt aus den letzten drei Partien und verabschiedeten sich als Tabellensiebzehnter aus Deutschlands höchster Spielklasse.

Hoffmann rettet den "Club"

In der Saison 1980/81 ging es beim 1. FC Nürnberg gleich doppelt zur Sache. Nach der Entlassung von Horst Heese übernahm Fritz Popp die 1. Mannschaft am 4. März 1981. Doch schon knapp drei Monate später musste der ehemalige Profi den Platz auf der Bank räumen. Fred Hoffmann (Foto, © Imago) sprang für die letzten drei Spieltage als Feuerwehrmann ein, schaffte einen Sieg und zwei Remis und rettete die Franken damit vor dem Abstieg. Nach diesen drei Partien war die Interims-Amtszeit von Hoffmann allerdings wieder beendet und blieb gleichzeitig auch die einzige Trainerstation des damals schon 63-Jährige in der Bundesligageschichte.

Kann Roger Prinzen der Reihe "Späte Trainerentlassungen" ein weiteres positives Kapitel hinzufügen? Simulieren Sie die letzten Spieltage im Tabellenrechner!