München - Im Kampf um die Königsklasse wird es langsam ernst. Vier Spieltage vor dem Saisonende trennen den Hamburger SV auf Platz 8 nur zwei Punkte vom Tabellenvierten FC Schalke 04 - so eng war es zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen 18 Jahren nie. Aber wer landet am Ende auf Platz 4 und spielt in der Qualifikation um den Einzug in die Champions League?

Fünf Vereine liefern sich hier derzeit ein enges Rennen: Schalke, der SC Freiburg, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und Hamburg (Tabellenrechner). bundesliga.de analysiert die Situation und die Stärken des Quintetts, auch im Hinblick auf das Restprogramm.

FC Schalke 04

Abgesehen von der 0:1-Niederlage in Frankfurt zuletzt läuft es in der Rückrunde für den Tabellenvierten richtig gut: Mit 21 Punkten belegen die "Königsblauen" den 3. Platz der Rückrundentabelle und sind mit 50 Saisontoren zudem das offensivstärkste Team der fünf Kandidaten. Einer, der diese Trefferquote im Endspurt weiter ausbauen könnte, ist Klaas-Jan Huntelaar. "Wir spielen noch gegen vier gute Mannschaften, drei davon sind direkte Konkurrenten", sagt der Niederländer, der auf ein Comeback am Sonntag gegen den HSV hofft. "Ich muss schauen, ob das Knie die Belastung aushält."

SC Freiburg

Die Niederlage beim VfB Stuttgart war die erste nach zuvor drei Siegen in Serie für den Sport-Club. Damit verpasste das defensivstärkste Team des Quintetts (36 Gegentore) den Sprung auf Platz 4. Primär geht es den laufstarken Breisgauern (118,2 Kilometer pro Spiel) darum, guten Fußball zu spielen. "Und wenn wir das tun, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir wieder Spiele gewinnen", sagt Christian Günter. Allerdings wartet mit der Auswärtsaufgabe beim FC Bayern München nun ein ganz schwerer Brocken.

Eintracht Frankfurt

Nach sechs sieglosen Spielen gewann die SGE immerhin zwei der vergangenen vier Spiele und stoppte damit den Negativtrend. Im Endspurt geht es für den Aufsteiger nur noch gegen Teams, die nicht ganz oben mitmischen - allerdings kämpfen Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen auch noch um wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Mit Oka Nikolov und Marc Stendera stehen aktuell der älteste und der jüngste Bundesliga-Profi im Kader der Hessen. Beide hatten zuletzt entscheidenden Anteil am 1:0-Sieg gegen Schalke: Nikolov hielt einen Elfmeter und wehrte insgesamt sieben Torschüsse ab, Stendera bereitete das Siegtor vor.

Borussia Mönchengladbach

Die "Fohlen" können sich derzeit auf ihre Heimstärke verlassen. Seit neun Spielen sind die Gladbacher zuhause ungeschlagen und gewannen die vergangenen drei Heimspiele allesamt mit 1:0. Im Endspurt gastieren mit dem direkten Konkurrenten Schalke und dem neuen Meister FC Bayern München noch zwei Hochkaräter im Borussia-Park. "Wir haben noch vier schwere Spiele vor der Brust, aber in der Tabelle ist noch alles möglich", sagt Mike Hanke, dessen Team mit starken Laufleistungen (119,7 Kilometer pro Spiel) und einer sicheren Abwehr (13 Gegentore in der Rückrunde) überzeugt.

Hamburger SV

Seit zwei Spielen ist Rafael van der Vaart nun HSV-Kapitän - beide Spiele gewannen die Hanseaten mit 2:1. Gegen Düsseldorf erzielte der Niederländer seinen ersten Doppelpack vor heimischem Publikum und hatte damit großen Anteil am Sieg. "Das Wichtigste ist doch, dass er auf dem Platz gute Leistungen bringt", sagt sein Trainer Thorsten Fink über den neuen Spielführer. Nach zuvor drei Niederlagen am Stück haben die "Rothosen" wohl rechtzeitig wieder in die Spur gefunden. "Die Mannschaft hat sich das in den letzten zwei Wochen selbst erarbeitet, sie haben sich selber dort rausgezogen", so der Coach weiter.

Aber wer schafft es denn nun noch in die letzte Ausfahrt zur Königsklasse? Punkten alle Mannschaften genau so wie zum Abschluss der Hinrunde, dann haben Mönchengladbach und Freiburg die größten Chancen: Die Borussia holte damals aus den letzten vier Partien vor der Winterpause gute acht Zähler und käme somit auf 52 Punkte. Diese Punkteausbeute ist auch für den SCF drin, vorausgesetzt die Breisgauer holen wie zum Ende der Hinserie auch im Saisonfinale wieder sieben Punkte.

S04 hat hingegen alles selbst in der Hand, Rang 4 in den noch anstehenden drei Duellen mit direkten Rivalen zu verteidigen. Die Eintracht hat die "Knappen" allerdings gerade schon geschlagen - und dürfte mit dementsprechendem Rückenwind in den Endspurt gehen. Und für den HSV dürfte sich schon am Sonntag auf Schalke zeigen, wohin die Reise geht.

Maximilian Lotz