Gelsenkirchen - Schon drei Treffer in der Bundesliga, jetzt sein erstes Tor in der Europa League – bei Leroy Sané läuft es einfach in den letzten Wochen. Zwar reichte es trotz seines Treffers für den FC Schalke 04 nur zu einem 2:2-Remis gegen Sparta Prag, doch unzufrieden war der Youngster nach der Partie nicht wirklich. Sané freut sich lieber schon auf den nächsten Bundesliga-Knaller am Wochenende.

Frage: Leroy Sané, Sie haben einmal mehr ein schönes Tor geschossen. Aber so richtig zufrieden dürften Sie mit diesem Unentschieden nicht sein?
Leroy Sané: Wir können mit dem 2:2 ganz gut leben. Immerhin haben wir einen Punkt geholt. Wir hätten daraus noch mehr machen können. Aber auch mit dem Punkt können wir zufrieden sein. Wir sind weiterhin Tabellenführer in der Gruppe - und das wollen wir auch bleiben.

"Das ist einstudiert"

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Frage: Wie haben Sie das Spiel gesehen? Warum hat es nicht zum dritten Gruppensieg gereicht?
Sané: Wir wollten natürlich gewinnen, haben dann aber nicht alles so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir fangen sehr gut an, machen das 1:0 und versuchen noch mehr Druck auszuüben. Aber dann haben wir nicht mehr so viel Zugriff bekommen. Dass der Gegner auch zu Chancen kommt, ist normal. Davon hat Sparta dann auch gleich zwei genutzt. Zum Ende hin wurde es wieder besser. Wir hatten auch nach dem Ausgleich gute Chancen, das Spiel doch noch zu gewinnen.

Frage: Der Trainer hat rotiert und Sie auch erst einmal auf die Bank gesetzt. Sie hätten vermutlich gerne von Beginn an gespielt?
Sané: Es ist ja ganz klar, dass jeder Spieler am liebsten immer spielen will. Aber bei mir war es abgesprochen und eigentlich auch klar, dass ich mal draußen bleibe. Ich habe davor viele Spiele gemacht, auch über 90 Minuten. Da war es schon die richtige Entscheidung, mich erst einmal auf der Bank zu lassen.

Frage: Dafür haben Sie dieses Mal als Joker getroffen. Sie kamen aus der Tiefe, dann kam der Pass - es war nicht das erste Mal, dass Schalke mit diesem Rezept erfolgreich war. Ist das einstudiert oder eher Intuition?
Sané: Das ist schon einstudiert. Der Trainer betont immer wieder, dass die Außenspieler oder die Stürmer in die Tiefe ziehen und mit ihren Läufen auch Platz schaffen sollen. Ich habe den Raum gesehen, Franco hat einen super Pass gespielt – das war es.

"Alle haben Bock auf Gladbach"

Frage: Und was geht in Ihrem Kopf vor, wenn Sie dann so locker am Torhüter vorbeiziehen?
Sané: (lacht) Viel denken tue ich nicht. Ich ziehe es einfach voll durch. Und bisher hat’s immer geklappt.

Frage: Ihr Selbstvertrauen dürfte nach den letzten Spielen ebenso wie das der Mannschaft ziemlich groß sein?
Sané: Die letzten Spiele haben schon sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Das hat die Mannschaft auch noch mehr zusammengeschweißt. Auch wenn wir mal zurückliegen, wissen wir trotzdem, dass immer noch was geht. Wir geben nicht auf und machen immer weiter.

Frage: Das Selbstvertrauen wird Schalke brauchen können, wenn es erst am Sonntag in der Bundesliga und dann nächste Woche im Pokal gegen Borussia Mönchengladbach geht.
Sané:Gladbach ist im Moment sehr gut drauf. Sie machen das auch offensiv sehr gut, da müssen wir richtig aufpassen. Das wird ein richtiger Brocken. Aber alle bei uns haben Bock auf dieses Spiel. Wir werden uns gut vorbereiten. Und ich bin mir sicher, dass es dann auch gut klappen wird.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte