Köln – Der Supercup 2016 steht unter dem Motto "Jedem Kind eine Chance". Damit möchte die Bundesliga-Stiftung auf Probleme und Bedürfnisse von Kindern in Deutschland aufmerksam machen und präsentiert rund um das Topevent am 14. August ihre Förderprojekte. bundesliga.de stellt die verschiedenen Projekte vor. Hier: Lernort Stadion.

Lernen im schönsten Klassenzimmer der Welt – für mehr als 35.000 Jugendliche in Deutschland ist dieser Traum seit 2009 schon in Erfüllung gegangen. Stadion statt Schule, Unterricht da, wo sonst die Profis um Punkte und Ruhm kämpfen. Mit dem von der Bundesliga-Stiftung unterstützten Projekt "Lernort Stadion" soll Jugendlichen in der besonderen Atmosphäre von Fußballstadien soziale Kompetenz und politische Bildung vermittelt werden.

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"Werte wie Fair Play und Toleranz vermitteln"

Ziel ist es, junge Menschen, die sich wenig für Schule und Politik interessieren, an gesellschaftspolitische Themen heranzuführen und für diese zu sensibilisieren. Der besondere Lernort Stadion erleichtert den Zugang zu den Jugendlichen. "Das Stadion ist ein geradezu idealer Ort, wenn es darum geht, Werte wie Fair Play oder Toleranz zu vermitteln", sagt Schirmherr Oliver Welke, bekannt als Sportmoderator und Gesicht der satirischen Nachrichtensendung "heute-show".

Zielgruppe der Lernzentren sind Schülerinnen und Schüler, vor allem von Haupt-, Gesamt- und Förderschulen der Klassen sieben bis zehn, sowie fußballbegeisterte Jugendliche und junge Erwachsene. In Projektwochen, Workshops, an Aktionstagen oder auch bei langfristigen Angeboten beschäftigen sich die Jugendlichen mit Themen wie Rassismus, Homophobie, Drogen und Diskriminierung. Sie üben sich in Gewalt- und Konfliktprävention, stärken ihre persönlichen Kompetenzen, reflektieren eigene Haltungen und erleben ihre Teamfähigkeit.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

"Ein Projekt mit besonderer Strahlkraft"

Mit Erfolg. Die Jugendlichen zeigen sich überwiegend begeistert von dem Angebot, sind mit Spaß dabei, durch den besonderen Ort motiviert und oft wesentlich aufgeschlossener als in der Schule. Fast 80 Prozent aller Teilnehmer geben zudem an, dank der Projekttage etwas Nützliches für ihren Alltag hinzugelernt zu haben. Mehr als 90 Prozent würden das Programm sogar anderen Jugendlichen weiterempfehlen. Egal ob Jungen oder Mädchen. Viele Jugendliche wünschen sich nach dem Programm sogar noch mehr inhaltlichen Input, haben im Stadion plötzlich Gefallen an Themen gefunden, die sie im Schulalltag oder zu Hause so nicht kennenlernen.

© Guido Kirchner

Zwölf Lernzentren geschaffen

Initiiert wurde das Projekt 2009 von der Robert Bosch Stiftung an zunächst drei Standorten. Seit 2010 ist die Bundesliga-Stiftung Kooperationspartner, inzwischen unterstützt von Aktion Mensch. 2014 wurde der "Lernort Stadion e. V." gegründet, wodurch das Projekt eine eigenständige Dachstruktur erhielt. Heute gibt es bereits zwölf Lernzentren an den Standorten Dortmund, Bochum, Bremen, Berlin, Bielefeld, Gelsenkirchen, Frankfurt am Main, Dresden, Rostock, Nürnberg, Braunschweig und Stuttgart. Vor Ort sind in der Regel die lokalen Fanprojekte die durchführenden Projektpartner. Und auch die Clubs unterstützen "Lernort Stadion", unter anderem mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten im Stadion, Eintrittskarten für die Jugendlichen oder der Möglichkeit, Bundesliga-Spieler persönlich kennenzulernen.

Mehr als 6.000 Kinder und Jugendliche nehmen jährlich an dem Programm teil. In verschiedenen Modulen und Workshops werden ihnen Themen wie Gewaltprävention, Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheits- und Körperbewusstsein, Teamwork, Inklusion, Anti-Mobbing-Training, Umgang mit Medien, Berufsorientierung, Zivilcourage oder interkulturelles Lernen vermittelt. "Durch die Lernzentren können wir den Jugendlichen mit den Mitteln des Fußballs wichtige Werte und Impulse für die Entwicklung auf den Weg geben", sagt Stefan Kiefer. Impulse, die ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg helfen sollen.

Hier sind die zwölf "Lernorte Stadion"