Köln - Im Mittelfeld hat Trainer Nico Kovac beim FC Bayern München oft die Qual der Wahl. Einzig Thiago scheint in den letzten Wochen absolut gesetzt zu sein - immer öfter darf Leon Goretzka neben dem Spanier ran. Sind die beiden das Mittelfeld-Duo der Zukunft beim Rekordmeister?

Als Leon Goretzka im Sommer vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München wechselte, schien es zunächst, als hätten die Münchner nun ein Überangebot im zentralen Mittelfeld. Doch nicht nur, weil durch den Abgang von Arturo Vidal wieder Luft im Kader des Rekordmeisters entstanden ist, hat Goretzka genug Spielzeit bekommen - und sich bei den Bayern eingefunden.

Denn so variabel einsetzbar wie der Ex-Schalker ist kaum ein Profi im Kader von Trainer Nico Kovac. Goretzka kann im Mittelfeld überall auflaufen, zur Not aber auch als Außenverteidiger aushelfen. Sowohl als Links- als auch als Rechtsverteidiger musste der 23-Jährige bereits ran. Wohler fühlt er sich aber eindeutig im zentralen Mittelfeld. Dort kann er seine spielerischen, läuferischen und kämpferischen Fähigkeiten als Achter, der aus der Tiefe nach vorne stößt, ideal ausspielen. Aus seiner defensiven Grundposition heraus sucht Goretzka immer wieder den Zug zum Tor - in 123 Bundesliga-Spielen war bereits an 34 Toren beteiligt, 16 davon erzielte er selbst. Und der Neuzugang ist einer für die wichtigen Tore: Achtmal erzielte Goretzka bereits das Tor zur 1:0-Führung - und brach somit den Bann.

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Diese Qualitäten soll der Mittelfeldallrounder in Zukunft beim Rekordmeister natürlich möglichst oft abrufen können. Das kann aber nur in einem ausbalancierten Mittelfeld funktionieren - und es scheint, als würde sich in diesen Wochen das bayrische Mittelfeld-Duo der Zukunft herauskristallisieren. Denn mit Thiago hat Nico Kovac offenbar den perfekten Nebenmann für Goretzka gefunden. Während letzterer nach wie vor um den Platz im Mittelfeld mit Javi Martinez und Renato Sanches konkurriert, hat sich Thiago unter Kovac zum Dauerbrenner in der Zentrale entwickelt. "Er ist ein toller Fußballer", erklärt der Trainer. Im modernen Fußbal seien Typen wichtig, den Ball auch verarbeiten können, "wenn ihnen andere Spieler im Rücken hängen." Zudem sei Thiago sich nie zu schade für "Drecksarbeit".

Thiago mit starken Statistiken

Der Eindruck des Bayern-Trainers trügt nicht: Thiago war auf die Einsatzzeit bezogen in dieser Bundesliga-Saison ligaweit am häufigsten am Ball, leistet sich kaum Fehlpässe (nur acht Prozent Fehlpassquote) und hat zudem große Qualitäten im Zweikampf - offensiv wie defensiv. Starke 67 Prozent seiner Duelle konnte der Spanier für sich entscheiden. Zweimal war er außerdem bereits als Torschütze in dieser Saison erfolgreich. Sollte der hochbegabte Techniker nicht wieder von einer Verletzung zurück geworfen werden, ist ihm sein Stammtisch beim FC Bayern wohl sicher. Und mit Goretzka scheint man in München den idealen Partner für das Mittelfeld-Duo der Zukunft gefunden zu haben.

Thiago feiert sein Tor gegen den 1. FSV Mainz 05
Thiago feiert sein Tor gegen den 1. FSV Mainz 05 © gettyimages / Alex Grimm / Bongarts