Köln - Auf Leon Goretzka und den FC Schalke 04 wartet am kommenden Samstag wieder viel Arbeit. Die Knappen bekommen es im Revierderby mit der geballten Offensivpower von Borussia Dortmund zu tun. Der 22-Jährige muss dann die Kreise eines Raphael Guerreiro, Shinji Kagawa oder Christian Pulisic stören. Oder wählt Schalke-Trainer Markus Weinzierl die Offensivvariante?

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Zuletzt übernahm Leon Goretzka im 4-2-3-1-System des Coaches mehr den defensiven Part, er kann aber genauso gut im 4-2-2-2 im Schalker Angriffsmodus eine wichtige Rolle spielen, wie er das etwa im Topspiel gegen Hertha BSC vor ein paar Wochen getan hat. Der 22-Jährige gehört zu den vielseitig einsetzbaren Akteuren der Königsblauen. Das macht es für den Gegner schwer, sich auf das Ausnahmetalent einzustellen.

Leon Goretzka spielt seine vierte Saison auf Schalke, es ist vielleicht seine bislang beste. 2013 war er nach einer überragenden Zweitliga-Saison beim VfL Bochum (32 Spiele, vier Tore, fünf Assists) gegen den Rat seines damaligen Trainers Peter Neururer zum Reviernachbarn gewechselt. Goretzka fühlte sich aber schon bereit für die Bundesliga.

Bundesliga-Debüt mit 18 Jahren

Er sollte recht behalten. Auf 25 Bundesliga-Spiele und vier Treffer kam er in seinem ersten Jahr auf Schalke, ab dem 21. Spieltag ließ ihn Jens Keller immer in der Startelf auflaufen. Im Mai 2014 debütierte er sogar in der deutschen Nationalmannschaft und hätte um ein Haar den Sprung in den WM-Kader geschafft.

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Die folgende Saison 2014/15 war eher ein Seuchenjahr. Goretzka hatte sich in der Saisonvorbereitung in einem Testspiel einen Muskelbündelriss zugezogen und fiel nach weiteren Komplikationen die ersten zwei Drittel der Spielzeit komplett aus. Seitdem musste er immer wieder mal verletzungsbedingt kürzere Auszeiten nehmen. Er kommt bis heute dennoch bereits auf 82 Bundesliga-Spiele und neun Tore.

Goretzka wartet auf ersten Derbysieg

© gettyimages / Dean Mouhtaropoulos

Am Samstag bestreitet der gebürtige Bochumer sein viertes Revierderby. Von den bisherigen drei Duellen gegen den BVB konnte er bei zwei Unentschieden und einer Niederlage noch keins gewinnen. In dieser Saison stand Leon Goretzka in seinen 22 Ligaspielen immer in der Startelf. Wie sein Pendant Nabil Bentaleb verbindet Goretzka spielerische, läuferische und kämpferische Fähigkeiten, die beiden bilden Schalkes "dynamisches Duo". Im Schalker 4-2-3-1 spielte er beim jüngsten 1:0-Auswärtssieg bei Mainz 05 neben Benjamin Stambouli den etwas offensiveren Sechser.

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Mit seinen bisher schon vier Saisontreffern hat er seinen persönlichen Bestwert innerhalb einer Spielzeit bereits eingestellt. Dagegen gelang Goretzka erstaunlicherweise noch keine einzige Torvorlage, obwohl er den "tödlichen Pass" in die Spitze durchaus beherrscht. Die Datenbank der Bundesliga weist den Silbermedaillen-Gewinner von Rio zudem als den Bundesliga-Profi aus, der mit bislang 30 die meisten Doppelpässe spielte. Luft nach oben hat Goretzka noch in seiner Zweikampfstatistik, die aktuell bei 45 Prozent gewonnener Zweikämpfe liegt.

Vertrag läuft noch bis 2018

Mit einem Dreier gegen Dortmund will Schalke noch einmal in der Bundesliga angreifen und den positiven Trend der letzten Wochen mit nur einer Niederlage aus den jüngstensieben Partien fortsetzen. Von Platz sechs trennen die Knappen nur noch vier Punkte. Eine Qualifikation für zumindest die Europa League wäre für Schalke und Leon Goretzka, dessen Vertrag 2018 ausläuft, enorm wichtig.

Goretzka lässt die kommenden Wochen in Ruhe auf sich zukommen. Im Sommer dürfte er entweder bei der U21-EM mitmischen oder im Confed-Cup-Kader von Bundestrainer Joachim Löw auftauchen.

Tobias Gonscherowski