Zusammenfassung

  • Leon Goretzka trifft im Spiel gegen Hertha per Elfmeter

  • Im Interview spricht er auch über die neue Rolle von Max Meyer

  • Goretzka: "Haben eine erwachsene Leistung gezeigt"

Berlin – Beim Elfmeter übernahm er die Verantwortung und auch sonst war er beim 2:0-Sieg bei Hertha BSC der überragende Mann im Trikot des FC Schalke 04: Leon Goretzka. Mit seinen nun drei Treffern ist der 22-Jährige nun der torgefährlichste Schalker der laufenden Saison. Doch auch im Nationaltrikot zeigte der gebürtige Bochumer zuletzt seinen Torhunger mit drei Treffern in seinen letzten drei Länderspielen.

Im Interview spricht der Mittelfeldmann über die Partie in Berlin, seine Weiterentwicklung zum Goalgetter und die Leistung seines Teamkollegen Max Meyer auf der ungewohnten Sechserposition.

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Frage: Glückwunsch zum Sieg, Herr Goretzka. War das Ihr erster Elfmeter für Schalke 04?

Leon Goretzka: Im Training habe ich mal einen reingemacht (lacht). Der Torwart kam noch ein bisschen dran, aber das Gute war, dass ich genug Druck hinter den Ball gebracht habe, sonst hätte er ihn wahrscheinlich gehalten. Als er reinging, ist mir schon ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe schon oft gesagt, dass ich Verantwortung übernehmen möchte. Immer nur davon zu sprechen, ohne Taten folgen zu lassen, ist nicht der allerbeste Weg. Deshalb habe ich mir den Ball genommen und bin glücklich, dass er reingegangen ist.

"Torgefährlichkeit? Das ist mir in den letzten Wochen sicherlich ganz gut gelungen "

Frage: Ihre neue Torgefährlichkeit in den letzten Wochen und Monaten - ist das auch ein Ausdruck Ihrer persönlichen Weiterentwicklung?

Goretzka: Natürlich. Ich glaube, dass sich jeder Spieler weiterentwickeln will. Schon in der Jugend und in meinem ersten Profijahr beim VfL Bochum habe ich eigentlich immer eine gewisse Torgefahr ausgestrahlt. Das hat dann in meinen ersten Jahren bei Schalke ein bisschen abgenommen, dementsprechend wollte ich daran arbeiten, um dahin zurückzukommen. Und das ist mir in den letzten Wochen sicherlich ganz gut gelungen.

© gettyimages / Matthias Kern

Frage: Nun hat Schalke beim direkten Tabellennachbarn gewonnen, dabei keinen richtigen Torschuss zugelassen und rangiert nun im oberen Drittel - gibt es noch irgendwas zu meckern?

Goretzka: Ich glaube, wir haben es auch gegen die elf Berliner schon gut gemacht und unseren Plan gut umgesetzt. Wir haben auch viel Ballbesitz gehabt, also davon weggekommen, was uns immer vorgeworfen wurde, dass wir uns nur auf das Umschaltspiel beschränken würden. Wir wollen mit dem Ball Lösungen finden und damit das Spiel in unserer Hand haben. In der ersten Halbzeit haben wir noch ein bisschen die letzte Konsequenz im Sechzehner vermissen lassen. Das haben wir uns dann in der Pause vorgenommen besser zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir das dann schon sehr gut gemacht.

Frage: War die Rote Karte ein Zeichen, dass jetzt auf jeden Fall drei Punkte hermüssen?  

Goretzka: Genau das haben wir versucht zu vermeiden. Jeder weiß, dass man in Überzahl einen Riesenvorteil hat. Das kann auch beim Gegner nochmal zusätzliche Kräfte freisetzen. Da gab es schon genug Spiele, wo es plötzlich in die andere Richtung lief. Deshalb haben wir es sehr konsequent weitergespielt, auch nach der Führung. Wir haben in der zweiten Halbzeit eine disziplinierte, erwachsene Leistung gezeigt.

Frage: Wir haben Sie Ihren Mitspieler Max Meyer auf der ungewohnten Position als defensiver Mittelfeldspieler erlebt?

"Max Meyer kann die Sechser-Position auch in Zukunft bestreiten "

Goretzka: Ich habe ihn sehr stark gesehen, er war ein absolut wichtiger Faktor in unserem Spiel. Das ist eine Position, die er auch in Zukunft bestreiten kann. Er hat uns da wirklich sehr viel gegeben. Er hat in den letzten Monaten sehr viel Kritik abbekommen, aber nach diesem Spiel muss man ihm ein riesiges Lob machen. Jeder hat gesehen, dass wir das System ein wenig geändert haben. Und mit Max haben wir einen Spieler, der auf engstem Raum mit dem Ball umgehen kann. Früher, im 4-2-3-1 gab es die Zehnerposition, auf der er diese Qualität einbringen konnte. Jetzt hat er ein bisschen defensiver gespielt, aber auch da kann er seine Qualität einbringen.

Frage: Vergangene Saison ist Schalke nur hinterhergelaufen. Jetzt, mit den anstehenden zwei Heimspielen, gibt es endlich die Chance, sich oben festzubeißen. Denken Sie daran?

Goretzka: Ich persönlich bin nicht der Typ, der jede Woche auf die Tabelle guckt. Unsere Zielsetzung ist, dass wir uns verbessern wollen, in jedem Spiel ein gewisses Niveau halten wollen und nicht mehr die Aussetzer der letzten Jahre haben. Das ist uns diese Saison bisher ganz gut gelungen.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo

Video: Goretzka - Antreiber, Techniker, Vollstrecker