Zusammenfassung

  • Leon Bailey ist derzeit Herrlichs effektivste Option im Angriff.

  • Der Jamaikaner bekommt nach neun Monaten in Leverkusen immer mehr Spielzeit.

  • Trotz großer Konkurrenz hat er gute Chancen auf einen Platz in der Startelf.

Gelsenkirchen - Locker, gut drauf, immer mit einem Lächeln auf den Lippen –so präsentierte sich Leon Bailey nach dem 1:1-Remis von Bayer Leverkusen auf Schalke. Der 20-Jährige hatte aber auch allen Grund für gute Laune. Er kommt nicht nur selbst immer besser in Schwung, sondern sicherte der Werkself mit seinem ersten Bundesliga-Treffer auch den ersten Auswärtspunkt dieser Saison.

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45 Minuten lang hatte sich Leverkusen auf Schalke schwer getan, etwas Ordentliches in Sachen Offensivspiel auf den Rasen zu zaubern. Im Gegensatz zu den erfolgreichen Heimspielen fehlte es auswärts mal wieder am nötigen Schwung und Esprit. Dann zog Heiko Herrlich seinen Joker aus Jamaika und Leverkusen nahm nach dem Wechsel ordentlich Tempo auf – vor allem dank Leon Bailey. Auf der rechten Außenbahn setzte er Akzente und spielte dabei eine seiner stärksten Waffen aus – seine Schnelligkeit.

Tempo, Mut und etwas Glück

Bester Beweis war die Szene in der 61. Minute, als er mit dem Ball am Fuß auf und davon war, von der rechten Seite in die Mitte zog und mit viel Selbstvertrauen einfach mal draufhielt. Dieser Junge traut sich was – und er hat das Glück des Tüchtigen. Abgefälscht von Schalkes Nastasic flog der Ball in hohem Bogen über Keeper Ralf Fährmann hinweg ins Netz – und Leon Bailey konnte zur Jubelfeier starten. Er stürmte Richtung Fankurve, rutsche auf Knien über den Rasen und brüllte die ganze Freude über seinen Premierentreffer in der Bundesliga lautstark hinaus.

"In dieser Atmosphäre mein erstes Tor zu machen und dann direkt vor unseren Fans zu feiern, das ist schon ein tolles Gefühl", bekannte der glückliche Youngster nach dem Spiel. Bailey setzte damit auf Schalke fort, was er schon vor einer Woche gegen den Hamburger SV begonnen hat. Da verbuchte er gleich zwei Vorlagen und war maßgeblich am deutlichen 3:0-Sieg beteiligt.

Der 20-Jährige dreht zurzeit mächtig auf und macht nicht nur immer mehr auf sich aufmerksam, sondern auch ganz deutlich, warum Bayer 04 ihn schon im vergangenen Winter an den Rhein gelockt hat. Damals war der Jamaikaner aus Belgien vom KRC Genk nach Leverkusen gewechselt, um sich in Ruhe einleben und an die Bundesliga gewöhnen zu können.

Viele Waffen im Vorwärtsgang

Seit dieser Saison zahlt der Außenstürmer die Vorschusslorbeeren zurück. Schon in der Sommer-Vorbereitung brachte er immer wieder seine Stärken zur Geltung und setzte so im internen Konkurrenzkampf starke Duftmarken (bundesliga.de berichtete). Bailey ist nicht nur schnell, sondern sucht auch die Eins-gegen-Eins-Situationen. Seine Tempodribblings sind ebenso gefragt wie seine Pässe und Flanken im letzten Drittel, auf die mit dem argentinischen Neuzugang Lucas Alario jetzt neben Kevin Volland auch noch ein weiterer Abnehmer wartet. In der Rückwärtsbewegung sieht Heiko Herrlich bei seinem Angriffsjuwel zwar noch Luft nach oben, aber offensiv gibt er Bayer mit seinem Drang zum Tor und seiner Explosivität mehr Möglichkeiten.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Scheuber

Gegen den Hamburger SV schlug sich das auch in Zahlen nieder, als er sich in diesem Fall auf der linken Außenbahn als ständiger Unruheherd erwies und zwei Tore mustergültig vorbereitete. Dabei stand er erst zum zweiten Mal seit seinem Wechsel in der Startformation – verlieh dem Leverkusener Spiel aber direkt jene Effektivität und Effizienz, die Heiko Herrlich zuvor teilweise vermisst hatte. Auch das Tor auf Schalke bei 45 Minuten Einsatzzeit sprechen in dieser Hinsicht für den jungen Jamaikaner und verschaffen ihm im Kampf mit der internen Konkurrenz gute Karten.

ie ist mit Spielern wie Karim Bellarabi, Admir Mehmedi oder auch Julian Brandt zwar reichlich vorhanden. Leon Bailey begegnet dem aber mit starken Leistungen - und einem Schuss jamaikanischer Lässigkeit. Wie sagte er doch selbst? "Jeder will spielen. Man muss nur seine Chance ergreifen."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte