Hannover - Acht Spiele hat es gedauert, bis Hannover 96 endlich den ersten Dreier der Saison bejubeln durfte. Mit dem 1:0 im Nord-Derby gegen Werder Bremen reichten die Niedersachsen die Rote Laterne an den VfB Stuttgart weiter. "Der Sieg war natürlich enorm wichtig. Auf diesen Erfolg haben wir lange gewartet. Jetzt haben wir den Kopf etwas freier. Das tut auf jeden Fall gut", freute sich ein blendend gelaunter Leon Andreasen nach dem Abpfiff.

Frage: Herr Andreasen, der erste Sieg für Hannover 96 in dieser Saison. Erleichtert?

Leon Andreasen: Keine Frage. Der Sieg war natürlich enorm wichtig. Auf diesen Erfolg haben wir lange gewartet. Jetzt haben wir den Kopf etwas freier. Das tut auf jeden Fall gut.

Frage: Bremen kam in der Schlussphase noch einmal stark auf, erspielte einige gute Chancen. Wurden Sie da nervös?

Andreasen: Es ist völlig normal in unserer Situation, dass man sich die letzten zehn Minuten hinten reinstellt, versucht, die Führung über die Zeit zu bringen und eventuell noch einen Konter zu fahren. Aber das ist mir im Moment so was von Wurst jetzt. Wir haben drei Punkte. Alles andere ist mir egal.

Frage: Wie würden Sie die Partie einstufen?

Andreasen: Es war ein Kampfspiel. Die Bereitschaft, die wir in Wolfsburg gezeigt haben, haben wir heute auch auf den Platz gebracht. Jeder hat bis zum Ende gekämpft. So muss es sein, auch in den kommenden Spielen. Nur so kommen wir nach vorne.

"Es könnte sofort weitergehen"

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Frage: Die Mannschaft hat sich wie schon im Abstiegskampf der Vorsaison im Trainingslager in der Klosterpforte vorbereitet. Was bringt so ein Trainingslager?

Andreasen: (lacht) Wir haben uns schön ausgeruht, gut gegessen, ein bisschen was zusammen gemacht, Kino, gemeinsam Champions League geschaut. Aber im Ernst: Wir sind schlecht in die Saison gekommen, die letzten Wochen waren verdammt schwer. So waren wir unter uns und konnten uns in Ruhe auf dieses wichtige Spiel vorbereiten.

Frage: Das war ja in den Vorjahren im Abstiegskampf auch immer eine erfolgreiche Maßnahme, in die Klosterpforte zu gehen...

Andreasen: Stimmt. Da haben wir eine ganz gute Quote. Aber so oft will ich da nun auch nicht hin.

Frage: Wie wichtig ist so ein Sieg vor der Länderspielpause?

Andreasen: Sehr wichtig. Mit einem Negativerlebnis heute wären das lange zwei Wochen bis zum Köln-Spiel geworden. Jetzt können wir in Ruhe trainieren.

Frage: Würde man mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken nicht am liebsten so bald wie möglich wieder auflaufen?

Andreasen: Ich spiele gerne Fußball. Von mir aus könnte es sofort weitergehen. Aber es ist nun mal so. Wir können uns das nicht aussuchen.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs