Paderborn - "Paderborn, erhebe dich und lauf - Paderborn, denn Helden geben niemals auf"... So beginnt das Vereinslied des SC Paderborn, das vor jedem Spiel in der heimischen Arena intoniert wird. Und an welches sich die Spieler der Blau-Schwarzen immer mehr halten müssen, wenn sie das Wunder vom Klassenerhalt schaffen wollen.

Das 0:3 gegen den Hamburger SV (Spielbericht) war die dritte und gleichzeitig höchste Heimniederlage der Saison. Mehr noch: Seit dem 2. November, als gegen Hertha BSC Berlin mit 3:1 gewonnen wurde, und damit inzwischen bereits neun Spielen, wartet der SCP nun schon auf einen Sieg. "Wir dürfen nicht in Panik verfallen. Wir haben ja immer gesagt, dass es irgendwann mal eine schlechte Phase geben wird", sagte Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp.

Ist es nur eine Phase? Oder tritt jetzt doch die von vielen Experten behauptete fehlende Bundesliga-Tauglichkeit des Aufsteigers zu Tage? Nach der Niederlage gegen den HSV äußerte sich Kapitän Uwe Hünemeier.

"Wir treffen einfach nicht"

Frage: Herr Hünemeier, wie bewerten Sie das Spiel?

Uwe Hünemeier: Das Ergebnis ist natürlich zu hoch ausgefallen. Wir haben uns gegenüber dem Auftritt in Mainz deutlich verbessert gezeigt, aber leider erneut den Start vergeigt.

Frage: Wo liegt aktuell das Kernproblem des SCP?

Hünemeier: Wir treffen einfach nicht. Wir versuchen alles, erarbeiten uns Chancen, aber wir schießen kein Tor. Der HSV hat aus fünf Chancen drei Dinger gemacht. Das ist der Unterschied, den man uns vorwerfen kann.

Frage: Ihr Manager haderte zudem mit unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen...

Hünemeier: Ich finde auch, dass wir zwei Elfmeter hätten bekommen können, einen ganz sicher müssen. Und der Eckball vor dem 0:2 war nachweislich keiner. Aber wenn man kein Glück hat, dann kommt eben auch noch Pech hinzu.

"Keine Untergangsstimmung"

Frage: Wie ist die Stimmungslage im Team?

Hünemeier: Es herrscht jedenfalls keine Untergangsstimmung, auch wenn viele uns nun da sehen, wo sie uns haben wollten. Die geben jetzt bestimmt keinen Pfifferling mehr auf uns, aber jeder kann davon ausgehen, dass wir nicht aufgeben werden. Für den Moment sind zwar alle traurig, aber als Kapitän ist es meine Aufgabe, die Mannschaft schnell wieder aufzurichten.

Frage: Um am Samstag in Köln das langersehnte Erfolgserlebnis zu feiern?

Hünemeier: Es wird auf jeden Fall wieder ein Team auf dem Platz stehen, das versucht, drei Punkte zu holen. Wir müssen nun einfach auch auswärts mal einen Coup landen. Nur Heimspiele werden zum Klassenerhalt nicht reichen.

Auch Angreifer Elias Kachunga richtete den Blick schon am Mittwoch Abend nach vorne. "Wir müssen sofort die Köpfe wieder freibekommen. Wir haben am Samstag beim 1. FC Köln ein ganz wichtiges Spiel. In dem werden wir alles geben", sagte der 22-Jährige. Oder wie es Mitspieler Patrick Ziegler unbewusst schön formulierte: "Wir wollen in Köln den Bock umstoßen." Und die Vereinshymne zum Programm machen.

Aus Paderborn berichtet Thomas Schulz