Valencia - Die Sonne spiegelte sich auf dem leicht welligen Meer. Ein frischer Wind sorgte am langen, feinkörnigen Sandstrand für die nötige Abkühlung bei sommerlichen 25 Grad Celsius. Für die Spieler von Bayer Leverkusen sind es aus dem Garten des Mannschaftshotels "Las Arenas" eigentlich nur ein paar Meter über die Promenade, um dem Gefühl von Urlaub so richtig Nahe zu kommen.

Doch die Mission des Bundesligisten in Valencia ist eine ganz andere. Mit einem Sieg (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) könnte die "Werkself" bereits am ersten Rückrundenspieltag der Gruppenphase das Ticket fürs Achtelfinale lösen.

"Mannschaft wirkt sehr konzentriert"

Mit vier Punkten Vorsprung vor den drittplatzierten Hausherren ist die Ausgangslage komfortabel. Da könnte es leicht passieren, die Aufgabe im Stadion Mestalla auf die leichte Schulter zu nehmen.

Doch Trainer Robin Dutt legte diesem Gedankengang auf der abschließenden Pressekonferenz auf Nachfrage von bundesliga.de sogleich einen Riegel vor. "Es ist keine große Aufgabe für mich, die Mannschaft zu motivieren. Es war für die Spieler ein hartes Stück Arbeit, um an diesen Punkt zu gelangen. Die Mannschaft wirkt sehr konzentriert", meinte Dutt.

Damit der Traum von der K.o.-Runde auch Wirklichkeit wird, überließen die Verantwortlichen aus Leverkusen nichts dem Zufall. Bereits am Sonntag reiste der Bayer-Tross an. "An der Einstellung der Mannschaft muss ich nicht mehr viel arbeiten. Wir haben uns in den Tagen bis zum Spiel aber noch besonders im taktischen Bereich vorzubereiten", erklärte der 46-Jährige.

"Fans auf unsere Seite bringen"

Dabei dürften vor allem Standardsituationen vermehrt im Übungsplan stehen. Denn die ruhenden Bälle der Spanier brachten die Rheinländer im Hinspiel doch ein ums andere Mal in Bedrängnis. "Da müssen wir uns besser drauf einstellen", forderte Dutt.

Weitaus weniger Probleme dürfte dem Team dagegen das Mestalla bereiten. Zwar gilt die Heimstätte des FC Valencia normalerweise als Tollhaus, doch die Fans sind in der vergangenen Zeit nicht unbedingt verwöhnt worden. Zum letzten Heimspiel inder Liga gegen Getafe war das Stadion nur mit gut 20.000 Zuschauern gefüllt - 55.000 passen rein. "Wir müssen versuchen, deren Fans sofort auf unsere Seite zu bekommen. Wenn es bei Valencia nicht läuft, dann sind die Anhänger sehr kritisch und lassen das die Spieler auch spüren", sagte Gonzalo Castro, dessen Familie aus Spanien stammt.

Vielleicht auch ein Endspiel für Bayer

Nichtsdestotrotz sieht er Valencia "in der Favoritenrolle. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber wir haben schon im Hinspiel gezeigt, was wir im Stande sind zu leisten. Und nun wollen wir Valencia auch wieder wehtun", so Castro.

Wer Favorit ist und wer nicht, das wollte Dutt zwar nicht kommentieren, er machte aber deutlich, welche Mannschaft besonders unter Druck steht. "Für Valencia ist es ein Endspiel. Für uns könnte es am Ende auch eines gewesen sein - wenn wir denn gewinnen." Eine Sonderurlaub am schönen Strand wird es aber auch dann nicht geben.

Aus Valencia berichtet Michael Reis