München - Aus der Traum: Das Starensemble von Manchester United zeigt dem FC Schalke 04 auch im Rückspiel die Grenzen auf und siegt verdient 4:1 (2:1). Die jungen "Knappen" zahlen erneut Lehrgeld. Die Schalke-Akteure in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Der Keeper sah beim 0:2 durch Darron Gibson schlecht aus, bei dem ihm der Ball über die Handschuhe rutschte. Neuer wirkte nicht so souverän wie noch im Hinspiel.

Atsuto Uchida: Der Außenverteidiger gewann nur 38 Prozent seiner Zweikämpfe und wirkte häufig nicht präsent genug, wenn United-Kapitän John O'Shea mit aufrückte. Nach vorne setzte er kaum Akzente.

Benedikt Höwedes: Der genesene Verteidiger war noch einer der besten Schalker auf dem Platz. Der dribbelstarke Berbatov zeigte ihm allerdings in mehreren Situationen die Grenzen auf.

Christoph Metzelder: Der 30 Jahre alte Innenverteidiger hatte Mühe gegen die quirligen United-Angreifer. In Hälfte zwei deckte der schnelle Valencia die Geschwindigkeitsdefizite des Deutschen gnadenlos auf.

Sergio Escudero: Der 22-jährige Spanier begann auf der linken Defensivseite engagiert und setzte anfangs auch in der Offensive Akzente. Sein Offensivdrang wurde ihm in der 26. Minute zum Verhängnis. Beim Gegentor von Valencia stand er sehr weit weg. Als direkter Gegenspieler des schnellen Ecuadorianers gewann er immerhin 69 Prozent seiner Zweikämpfe.

Kyriakos Papadopoulos: Das Halbfinale wurde für ihn zur Lehrstunde. Der 19 Jahre alte Grieche fand im defensiven Mittelfeld keinen Zugriff, kam nie richtig in die Zweikämpfe gegen Nani, Anderson und Co.

Alexander Baumjohann: Der 24-Jährige fand im offensiven Mittelfeld keine Bindung zum Spiel und gewann nur 25 Prozent seiner Zweikämpfe. Gegen Routinier Paul Scholes und seine zweikampfstarken Nebenleute fand er nicht in die Partie. In Hälfte eins fiel er durch vier Fouls auf, zur Halbzeit musste er für Edu weichen.

Jose Jurado: Der Spanier spielte einen folgenschweren Fehlpass vor dem 0:1. Bei seinem Anschlusstreffer und zwei bis drei weiteren Offensivaktionen in den Strafraum ließ er seine Klasse aufblitzen. Er war zwar stets anspielbar, hatte 103 Ballkontakte, doch auch ihm fehlten die zündenden Ideen, um das United-Bollwerk zu knacken.

Jefferson Farfan: Der Peruaner schoss ein paar Mal aufs Tor, allerdings jedes Mal aus der Distanz. Der 26-Jährige verpasste es, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken und blieb bei seinen Standards blass.

Julian Draxler: Das 17 Jahre alte Talent bestritt sein erstes Champions-League-Spiel von Beginn an. Der Youngster leistete sich kaum Fehler im Passspiel - 91 Prozent seiner Zuspiele kamen an - konnte links im Mittelfeld aber kaum kreative Akzente setzen.

Raul: Der Superstar fand in der ersten Hälfte kaum Bindung zum Spiel. Erst im zweiten Abschnitt, als er sich dank der Einwechslung Edus weiter zurückfallen lassen konnte, bekam er mehr Bälle. Insgesamt ein unauffälliger Auftritt.


Einwechselspieler:

Edu: Der Stürmer kam in der Pause für Baumjohann und rückte ins Sturmzentrum. Er warf sich tapfer in die Zweikämpfe gegen die robusten Evans und Smalling und verzeichnete am Ende immerhin vier Torschüsse.

Klaas-Jan Huntelaar: Kam in der 70. Minute für Höwedes. Er scheiterte einmal im Eins-gegen-eins an Edwin van der Sar (79.). Trat ansonsten unauffällig auf.

Joel Matip: Der 19-Jährige ersetzte in der 75. Minute Jefferson Farfan. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel bereits gelaufen.