London - Der ehemalige Nationaltorhüter Jens Lehmann kehrt zehn Monate nach seinem Abschied auf die große Fußball-Bühne zurück. Der 41-Jährige unterschrieb bei seinem Ex-Verein FC Arsenal einen Vertrag bis zum Saisonende. "Arsenal hat im Moment einen Torwart-Notstand. Da helfe ich gerne aus", sagte der 41-Jährige der "Bild-Zeitung". Lehmann soll bei den "Gunners" als Reservetorwart zunächst hinter Manuel Almunia auf der Bank sitzen.

Schon am Samstag im Spiel bei West Bromwich Albion könnte Lehmann dabei sein. Arsenal hat aufgrund zahlreicher Verletzungen ein Torwartproblem. Lukas Fabianski fällt noch bis zum Saisonende aus, Ersatzmann Wojciech Szczesny steht wegen einer Fingerverletzung erst in sechs Wochen wieder zur Verfügung. In James Shea (19 Jahre alt), Damian Martinez (18) und Sean McDermott (17) stehen in der Reserve nur noch Youngster bereit.

Wenger will erfahrenen Ersatzmann

"Wir brauchen aber unbedingt einen erfahrenen Mann hinter Almunia", hatte Teammanager Arsene Wenger schon nach der 0:2-Niederlage im Viertelfinale des FA-Cups am Samstag bei Manchester United erklärt.

Da kommt Lehmann genau richtig. Von 2003 bis 2008 stand er bereits bei den "Gunners" unter Vertrag und bestritt in dieser Zeit 147 Begegnungen. Zuletzt trainierte er bei Arsenal zwei Mal mit, um sich fitzuhalten. Außerdem absolviert er derzeit eine sechswöchige Trainerhospitanz bei den Kanonieren.

Zuletzt stritt Lehmann noch ab, dass er aus dem Ruhestand wieder auf den Platz zurückkehren könnte. Seine Karriere hatte er im Mai 2010 nach 22 Jahren als Profi und 61 Länderspielen beim VfB Stuttgart eigentlich schon beendet. Schon damals erwog der ehrgeizige Keeper, vielleicht noch eine Saison dranzuhängen. Sanfter Druck seiner Familie überzeugte ihn dann aber wohl vom Gegenteil. Doch nun folgt das Kurzzeit-Comeback.

"Müssen zeigen, dass wir stark genug sind"

Arsenal liegt nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League beim FC Barcelona in der Premier League derzeit auf Platz 2 mit drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United. Die "Gunners" haben zudem ein Spiel weniger ausgetragen als der Konkurrent.

"Wir müssen zeigen, dass wir stark genug sind. Ich habe nicht das Gefühl, dass uns die Saison jetzt entgleitet. Ich glaube, dass wir es schaffen können", sagte Wenger. Lehmann soll jetzt seinen Teil dazu beitragen, dass Arsenal am Ende der Saison über die Meisterschaft jubeln kann. Dies gelang schon 2004, ein Jahr darauf holte Lehmann mit Arsenal den FA-Cup.