München - Sieglos in der Rückrunde, magere vier Punkte aus acht Spielen, abgerutscht auf Rang 17. Für den 1. FC Kaiserslautern sah es vor dem 26. Spieltag überhaupt nicht rosig aus - so ziemlich alles deutete nach desaströsen Auftritten der Mannschaft darauf hin, dass sich die Pfalz wieder auf Zweitligafußball einstellen kann. Und dann kam Trapp.

Mit dem 20-Jährigen im Tor holten die "Roten Teufel" sensationelle sieben Siege aus neun Spielen, ließen Teams wie Hamburg und Schalke hinter sich und landeten auf Rang 7, nur zwei Plätze hinter einem Europa-League-Rang.

"Heute spielst du"

Kurz vor dem Freiburg-Spiel hatte der grippegeschwächte Stammtorwart Tobias Sippel Schwindelanfälle bekommen und passen müssen. Mit einem knappen "Heute spielst du" hatte Trainer Marco Kurz Kevin Trapp ins kalte Wasser geworfen - eine Entscheidung, die er nicht eine Sekunde bereuen musste. Deutschlands U-21-Nationalkeeper machte seine Sache beim ersten Rückrundensieg gegen Freiburg (2:1) so gut, dass Trainer Kurz ihm fortan das Vertrauen schenkte.

Wie Nationaltorwart Tim Wiese und Meisterkeeper Roman Weidenfeller kommt der gebürtige Saarländer aus der Torwartschule von Lautern-Legende Gerry Ehrmann. Nach wie vor ist Ehrmann erster Ansprechpartner für Trapp. "Gerry gibt uns viele Tipps, zum Beispiel, dass wir mutig spielen und keine Angst vor Fehlern haben sollen", sagt er.

bundesliga.de hat die Leistungsdaten der neun Saisoneinsätze des Keeper-Talents unter die Lupe genommen:

In neun Spielen kassierte Trapp nur neun Gegentore, also genau eines pro Spiel. Lediglich vier Bundesligakeeper hatten in der abgelaufenen Saison einen besseren Schnitt vorzuweisen. Drei Mal blieb Trapp ohne Gegentor. Mit 76,3 Prozent der abgewehrten Torschüssen hatte der Lauterer Keeper zudem die drittbeste Quote aller Torleute der Liga.

Besonders sicher ist Trapp bei Distanzversuchen: Als einziger Keeper mit mehr als 25 Prozent Einsätzen musste er kein einziges Gegentor aus der Ferne hinnehmen.

Mut wird belohnt

Trapps Leitsatz: "Keine Angst vor Fehlern" bestätigte sich im letzten Saisonspiel gegen Werder Bremen. Gegen Clemens Fritz warf er sich mit allem, was er hatte, in den Mann, verursachte einen Foulelfmeter - und parierte diesen gegen Werder-Kapitän Torsten Frings.

In der abgelaufenen Spielzeit war Trapp Lauterns Punktegarant. Natürlich will Trapp den Platz im Lauterer Tor nicht mehr hergeben: "Ich will meinen Neun-Spiele-Stammplatz verteidigen!", erklärt Trapp selbstbewusst. Angesichts seiner Bilanz sind diese Ansprüche durchaus berechtigt.

Christoph Gschoßmann