"Borussia passt zu mir", sagt Lars Stindl - © imago / Hübner
"Borussia passt zu mir", sagt Lars Stindl - © imago / Hübner
Bundesliga

"Wie bei Borussia Fußball gelebt wird, das passt zu mir"

Mönchengladbach - Für Hannover 96 war er die beste Versicherung gegen den Abstieg. Und auch bei Borussia Mönchengladbach soll Lars Stindl, der große Torgefährlichkeit mit Mannschaftsdienlichkeit paart, vorangehen.

Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht Stindl über seinen ungewöhnlich harmonischen Abschied aus Hannover, über die schnelle Eingewöhnung bei Borussia und die nicht ganz einfache Suche nach einem Platz im System von Trainer Lucien Favre.

bundesliga.de: Herr Stindl, am letzten Spieltag der vergangenen Saison wurden Sie von den 96-Fans auf sehr herzliche Weise verabschiedet. Dieses Glück widerfährt längst nicht jedem, der einen Verein in Richtung eines anderen verlässt...

Lars Stindl: Ich hatte in den fünf Jahren bei Hannover 96 sehr viele schöne Momente, musste gemeinsam mit der Mannschaft aber auch einige schwierige Situationen meistern. Das hat uns zusammengeschweißt. Zwar habe ich mich nun für eine neue Herausforderung entschieden, wollte das Kapitel Hannover aber auf gar keinen Fall mit einem Abstieg beenden. Die Klasse für 96 zu halten war mein Herzenswunsch. Ich glaube, die Fans haben das gespürt. Deshalb hat mich die Art meiner Verabschiedung unheimlich gefreut, denn ich weiß genau, dass das - wie Sie sagen - nicht üblich ist in unserer Branche.

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"Möchte anderen Menschen stets mit Respekt begegnen"

bundesliga.de: Ebenfalls nicht zwingend üblich ist, dass der ehemalige Boss einen Spieler nach dessen Weggang in den höchsten Tönen lobt. Auch das sagt einiges über Sie aus...

Stindl: Dieses Kompliment von Herrn Kind (Martin Kind, Präsident Hannover 96; d. Red.) empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Gerade in den letzten beiden Jahren bei 96, in denen ich Kapitän der Mannschaft war, hatten wir wiederholt sehr gute, intensive und konstruktive Gespräche.

bundesliga.de: Was macht Ihren Charakter aus?

Stindl: Wie viele andere auch, habe ich durch meine Eltern wichtige Werte vermittelt bekommen, nach denen ich versuche zu leben. Nicht nur im Fußball, sondern auch im privaten Bereich. Ich möchte so durchs Leben gehen, dass es mir gelingt, anderen Menschen stets mit Respekt zu begegnen - und ich freue mich, wenn man mir das zurückgibt.

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"Ich muss mich erstmal durchsetzen"

bundesliag.de: Stichwort "selbstbewusst": Beim Elfmeterschießen im Telekom-Cup waren Sie der erste Schütze und haben sehr unaufgeregt und souverän verwandelt...

Stindl: Unaufgeregt? - Das sah nur so aus (lacht). Eine gewisse Nervosität war schon da, nicht zuletzt, weil es mein erster großer Auftritt vor unserem Publikum war. Im Übrigen haben wir viele sichere Schützen. Ich stelle also ganz sicher keine Ansprüche.

bundesliga.de: Lucien Favre hat gegenüber bundesliga.de gesagt, dass bei Ihrer Position noch viel offen sei. Wissen der Trainer und Sie mittlerweile mehr?

Stindl: Es ist bekannt, dass ich auf mehreren Positionen verwendbar bin und mich im Zentrum, wo man den meisten Einfluss auf das Spiel nehmen kann, am wohlsten fühle. Ich denke, die letzten Testspiele haben das bestätigt. Ebenso kann ich mich aber mit einer etwas defensiveren Rolle anfreunden, wenn das gewünscht wird. Letztlich wird der Trainer entscheiden. Wir haben sehr viele Spieler mit enormer Qualität im Kader, die ebenfalls darauf drängen, auf diesen Positionen zu spielen. Also muss ich mich erst einmal durchsetzen.

"Die Bilanz war für mich etwas Besonderes"

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