Zusammenfassung

  • Lars Lukas, genannt "Lasse", Mai überzeugt bei seinem Bundesliga-Debüt für den FC Bayern München auf ganzer Linie

  • Heynckes: "Natürlich darf er Fehler machen, aber er hat keine gemacht"

  • Der 18-Jährige erhält einen Profivertrag mit Laufzeit bis 2021 beim FCB

München - Innenverteidiger Lars Lukas Mai feierte gerade erst ein gelungendes Profidebüt für den FC Bayern München. Jetzt erhielt er die Belohnung für seine Arbeit und wurde vom deutschen Rekordmeister mit einem Profivertrag mit Laufzeit bis 2021 ausgestattet.

Eigentlich hätte Lars Lukas Mai sein Team in Hoffenheim als Kapitän aufs Feld führen sollen. Doch statt mit der U19 des FC Bayern München im Spitzenspiel der A-Junioren-Bundesliga im Kraichgau anzutreten, bildete Mai etwa 350 Kilometer weiter nördlich in Hannover mit Weltmeister Jérôme Boateng die Innenverteidigung des Rekordmeisters. Und das erledigte der 18 Jahre junge Bundesliga-Debütant fast schon mit der Routine eines gestandenen Profis.

Noch etwas ungestüm ging der Teenager in seiner ersten Aktion auf der großen Fußballbühne zu Werke, als er in der dritten Minute gegen 96-Stürmer Niclas Füllkrug an der Seitenauslinie einen Freistoß verursachte. "Natürlich darf er Fehler machen, aber er hat keine gemacht", sah Bayern-Trainer Jupp Heynckes anschließend über diese folgenlose Kleinigkeit hinweg.

>>> Spielbericht: Bayern München siegt souverän mit 3:0 in Hannover

"Natürlich darf er Fehler machen, aber er hat keine gemacht" Jupp Heynckes (FC Bayern München)

Der 72-Jährige hatte für die Partie bei Hannover 96 seine Defensive aufgrund der Ausfälle von Arturo Vidal und David Alaba umbauen müssen und im Hinblick auf das Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid am Dienstag einigen Stammkräften eine Verschnaufpause gönnen wollen. Nutznießer war Lars Lukas, genannt "Lasse", Mai.

Voller Einsatz beim ersten Bundesliga-Einsatz: Lasse Mai © imago

Erst am 31. März wurde das Defensiv-Talent der Bayern volljährig, sein überraschendes Bundesliga-Debüt könnte fast noch als verspätetes Geburtstagsgeschenk durchgehen. Doch das alles hat sich der Junioren-Nationalspieler hart erarbeitet. Im Alter von 14 Jahren zog er aus Dresden, wo er in der Dynamo-Jugend kickte, ins Jugendinternat der Münchner. Im Vorjahr wurde Mai mit der U17 der Bayern Deutscher Meister, zur Belohnung durfte er in der Saisonvorbereitung bereits bei den Profis mittrainieren und in einigen Testspielen erste Erfahrungen sammeln.

Rekord-Debüt als verspätetes Geburtstagsgeschenk

Im Winter nahm ihn Heynckes mit ins Kurztrainingslager nach Doha und seither ist er auch regelmäßig bei den Einheiten der Profis an der Säbener Straße im Einsatz. Am Samstag in Hannover kam Mai nun seinem Traum von einer Bundesligakarriere einen großen Schritt weiter. Seinen Platz in der Historie der Bayern hat er jetzt schon sicher: Er ist der erste Spieler des Jahrgangs 2000, der für den FCB in der Bundesliga zum Einsatz kam.

Auch von Teamkollege Thomas Müller erhält Lasse Mai Lob für sein Bundesliga-Debüt © gettyimages / ODD ANDERSEN

Und dass er seine anfängliche Nervosität schnell ablegte und beim souveränen 3:0-Erfolg der Münchner einen ebenso abgeklärten Eindruck hinterließ, hat er auch der Unterstützung seiner Teamkollegen zu verdanken. Vor allem Aushilfs-Sechser Niklas Süle, der für Mai seinen Platz im Abwehrzentrum räumte, unterstützte den Youngster.

"Ich erinnere mich noch an mein Debüt und weiß, wie nervös du bist. Er ist wirklich ein Top-Talent." Niklas Süle (FC Bayern München)

"Ich erinnere mich noch an mein Debüt und weiß, wie nervös du bist, wenn du endlich dort spielst, worauf du die ganze Jugend hingearbeitet hast", sagte Süle, der bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz sogar erst 17 Jahre alt war. "In zwei, drei Situationen habe ich versucht, ihm etwas mitzugeben. Das hat er direkt umgesetzt. Er ist wirklich ein Top-Talent."

"Er hat einen guten Job gemacht"

Heynckes bescheinigte dem 1,90 Meter großen Abwehrhünen Kopfballstärke und eine gute Spieleröffnung. In den Augen von Thomas Müller hat Mai ebenfalls einen "guten Job gemacht". "Im Laufe des Spiels hat er auch mehr Selbstvertrauen bekommen", ergänzte Müller. "Er ist ein, zwei Mal mit dem Ball ins Mittelfeld und man hat gesehen, dass er da auch sehr viel Ruhe ausstrahlt. Das war ein sehr gelungener Auftakt. So kann es für die Jugendabteilung weitergehen."

Die Belohnung folgte auf dem Fuße. Mai unterschrieb am 27. April einen Profivertrag mit Laufzeit bis 2021 beim FCB. "Ich freue mich sehr über diese große Chance. Es war immer mein Traum, für den FC Bayern zu spielen. Jetzt will ich weiter hart arbeiten, um die nächsten Schritte in meiner Karriere zu machen", sagte der Youngster.

Aus München berichtet Maximilian Lotz