München - Gott sei Dank nicht in Nürnberg. Die Erleichterung war Philipp Lahm und Thomas Müller anzumerken. "Eklig" war es dort, sagt Müller. Und es ging "körperlich richtig zur Sache". Lahm sah es ähnlich: "Seitdem ich beim FC Bayern bin, hatten wir nur schwierige Spiele in Nürnberg."

Dahoam ist eben dahoam. Das 187. Derby zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg wird am Samstag in München angepfiffen. Anders als im aus Bayern-Sicht ungemütlichen Franken griff bei den Münchnern vor eigenem Publikum in den vergangenen Jahren immer ein Rädchen ins andere.

Die letzten fünf bayerisch-fränkischen Derbys in der Allianz Arena gewannen die Hausherren allesamt, zum Teil deutlich. Wie im April dieses Jahres, als der schon feststehende Meister sogar mit einer B-Elf zur Halbzeit 3:0 vorne lag und nach 90 Minuten 4:0 siegte.

Müller erwartet "tief stehenden" FCN



"Zuletzt hat es zuhause immer ganz gut geklappt", so Müller. In der Tat. Sucht man nach dem letzten Club-Sieg bei den Bayern, muss man fast in den Geschichtsbüchern stöbern. Am 28. März 1992 feierten die Franken dank eines Doppelpacks von Sergio Zarate einen 3:1-Erfolg im Münchner Olympiastadion. In 50 Jahren Bundesliga durfte der FCN überhaupt nur drei Mal in München jubeln.

Naturgemäß sind Lahm, Müller und Co. stark daran interessiert, das noch dünne Geschichtsbuch über die Club-Siege in München nicht um ein Kapitel zu erweitern. Ganz im Gegenteil, nach den Auftaktsiegen gegen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt soll gegen den Club der dritte Saisonsieg her.

Bayern wieder im 4-1-4-1 - Lahm freut sich auf "besondere Atmosphäre"



Müller erwartet einen "sehr tief stehenden" 1. FC Nürnberg, der "bei Standards gefährlich ist". Aber die Bayern wären nicht die Bayern, wenn sie sich nicht darauf vorbereitet hätten.

Spezielles Standardtraining hatte Trainer Pep Guardiola am Donnerstagvormittag angeordnet. Sogar das anstehende Pressegespräch verzögerte sich um rund 45 Minuten, weil die Münchner Profis verschiedene Varianten einübten. "Alles, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet haben, haben wir wieder aufgefrischt", sagte Lahm. "Neues wurde nicht einstudiert."

Apropos. Auch taktisch wird es aller Voraussicht nach keine Änderungen geben. "Es sieht nicht so aus, als ob wir mit zwei Sechsern spielen werden", verriet der Bayern-Kapitän. Also alles wie gehabt. Die Bayern werden im 4-1-4-1-System auflaufen mit Bastian Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld.

Ob nun mit einem oder mit zwei Sechsern. Die Vorfreude auf das Derby zwischen den beiden bayerischen Traditionsvereinen steigt jedenfalls. "Für mich ist das Derby etwas Besonderes", sagt Lahm. "Samstag um 15:30 Uhr, die Atmosphäre im Stadion ist toll. Hoffentlich scheint die Sonne."

Vom FC Bayern berichtet David Schmidt