Berlin - Kapitän Philipp Lahm sprach von einem Ausfall, "der weh tut" - doch Bundestrainer Joachim Löw war nach der Absage von Bastian Schweinsteiger um Gelassenheit bemüht.

"Er ist für uns eminent wichtig. Er kann mit seiner Sicherheit, seiner Ausstrahlung und seinem Tempo eine Mannschaft führen. Aber wir werden eine Lösung finden",sagte Löw vor den EM-Qualifikationsspielen am Freitag (20:45 Uhr) in Berlin gegen die Türkei und am 12. Oktober (19 Uhr) in Kasachstan und fügte an: "Das sind Dinge, die nach einer WM passieren. Eine kurze Vorbereitungszeit erhöht die Verletzungsgefahr natürlich."

Löw betonte am Dienstag in Berlin, wo er im Schloss Bellevue vom Bundespräsidenten Christian Wulff mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde, "dass es mehrere Möglichkeiten gibt. Wir werden in den nächsten zwei, drei Tagen sehen, wer für diese Rolle prädestiniert ist."

Khedira plus X - Chance für Kroos oder Träsch?

Als Schweinsteiger-Ersatz auf der Sechser-Position neben dem gesetzten Sami Khedira (Real Madrid) kommen Toni Kroos von Bayern München und der Stuttgarter Christian Träsch in Frage. Man habe schon bei der WM in Südafrika gesehen, sagte Lahm, "dass wir viele Spieler haben, die hintendran stehen und auf die man sich verlassen kann".

Schweinsteiger musste dem Bundestrainer am Montagnachmittag wegen eines Kapselbandanrisses im rechten Fußwurzelgelenk absagen. Der 26 Jahre alte Münchner hatte die Verletzung am Sonntag im Spiel der Bayern in Dortmund (0:2) erlitten. Schweinsteiger muss mindestens zehn Tage pausieren.

Auch Jansen und Großkreutz müssen passen

Zuvor hatte bereits der Hamburger Marcell Jansen wegen einer Viruserkrankung passen müssen. Auch Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund fällt wegen einer fiebrigen Erkältung zumindest für das Spiel gegen die Türkei aus.

Löw stehen damit derzeit noch 19 Spieler zur Verfügung. Auf eine Nachnominierung verzichtete er zunächst. Nicht zur Verfügung steht weiterhin auch der verletzte Kapitän Michael Ballack.

Die DFB-Auswahl traf sich am Montagabend in Berlin zur Vorbereitung auf die beiden Qualifikationsspiele. Am Dienstagvormittag strich der Bundestrainer das geplante Training auf dem Gelände von Hertha BSC kurzfristig und setzte stattdessen eine Regenerationseinheit im Mannschaftshotel Grand Hyatt an.