München - Oft diskutiert, viele verschiedene Meinungen: Die Länderspielpause in der Bundesliga sorgt regelmäßig für Diskussionen. Vor dem 9. Spieltag kam der Ligabetrieb zum 111. Mal zur Ruhe. Die Top-Vereine der Bundesliga sind gespickt mit Nationalspielern. Bayern, Dortmund und Leverkusen stellen fast ihren kompletten Kader ab für die diversen Länderspielreisen.

Andere Teams, die weniger internationale Stars in ihren Reihen haben, trainieren während der Länderspielpause fast komplett. Ergibt sich daraus ein Vorteil für die kleinen Mannschaften?

Spitzenteams nach Länderspielen souverän



Nein! Das zeigt die Bilanz der letzten zehn Spieltage nach einer Länderspielpause. Mit einem Punkteschnitt von 2,5 pro Spiel liegen die Bayern in der Tabelle ganz vorne. Direkt dahinter folgt Borussia Dortmund mit 24 Punkten, also einem Schnitt von 2,4. Auch Leverkusen (21 Punkte) und Schalke (19 Punkte) finden sich in der Top-Fünf nach Partien der Nationalmannschaften wieder.

Länderspielpausen sind für die Spitzenvereine also kein Grund, um Punkte liegen zu lassen - unplanmäßiger Trainingsbetrieb hin oder her. Bei den Vereinen mit weniger Nationalspielern sieht das anders aus.

Gladbach und Hannover schwach, Frankfurt auffällig gut - aber alles relativ



Ganz unten in dieser Wertung stehen mit Braunschweig (ein Punkt) und Hertha (vier Punkte) zwei Mannschaften, die allerdings auch nur bei jeweils einem bzw. vier Spielen nach einer Länderspielpause in der Bundesliga aktiv waren. Den schwächsten Punkteschnitt haben jedoch Gladbach und Hannover. Aus zehn Begegnungen holten die Teams nur sieben Punkte.

Ebenfalls auffällig ist das gute Abschneiden von Eintracht Frankfurt. Die Hessen haben mit 2,7 den besten Punkteschnitt. Sie absolvierten durch die zeitweise Bundesliga-Abstinenz zwar nur sieben der möglichen zehn Spiele, verloren davon aber kein einziges.

Blickt man auf die Bilanz der anderen 100 Spieltage nach einem Länderspiel, so relativiert sich die Frankfurter Bilanz der jüngeren Vergangenheit. Den besten Punkteschnitt halten Bayern München und Borussia Dortmund (2,2 Punkte pro Spiel) in der Gesamtbilanz. Die Teams aus Frankfurt, Augsburg, Berlin und Braunschweig belegen die hinteren Plätze der aktuellen Bundesligisten. Es gibt also keinen großen Unterschied zu Spieltagen, die nicht auf Länderspiele folgen.

Chance für aufstrebende Talente



Bei den Bundesligisten kommen aufgrund der Abstellungen stets viele junge Spieler zu Trainingseinheiten bei den Profis. Das bietet Chancen für die Talente sich auszuzeichnen und gibt den Trainern einen genaueren Überblick über das Potenzial im Nachwuchs.

Das freut auch Hertha-Coach Jos Luhukay, wie er gegenüber der "Berliner Morgenpost" betonte: "Mir hat die Woche viel Spaß gemacht, weil ich mehrere Perspektivspieler auf unserem Niveau sehen konnte."

Wenn die Länderspielpause schon ergebnistechnisch wenig Einfluss auf den nächsten Spieltag hat, gibt es doch einige positive Faktoren, die sie mit sich bringt. Diese wollen die Teams auch am 9. Spieltag für sich nutzen - unabhängig davon ob an der Tabellenspitze oder im Tabellenkeller.