Der eine ist 42 Jahre alt, der andere 41. Beide sind bei ihren neuen Clubs große Hoffnungsträger. Beide präferieren eine offensiv ausgerichtete Spielweise.

Die Rede ist von Bruno Labbadia, neuer Cheftrainer von Bayer Leverkusen, und Jürgen Klopp, neuer Übungsleiter der Borussia aus Dortmund.

Premiere für Labbadia

Am Samstag treffen die beiden im direkten Duell aufeinander, wenn Bayer die Borussia in der BayArena empfängt (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Für Labbadia, zuletzt bei der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga unter Vertrag, ist die Partie gegen den BVB eine ganz besondere: Es ist sein Debüt als Bundesliga-Trainer, dem er bereits entgegenfiebert - voller Vorfreude und unaufgeregt. "Wenn man sich darauf nicht freuen würde, dann macht man irgendwas falsch. Es ist keine Aufregung, aber ich spüre die typische Vorfreude, wie ich sie gern auch in 30 Jahren noch spüren würde", beschreibt er seine Gefühlslage.

Hiobsbotschaft im Training

Apropos Gefühlslage: Diese dürfte am Mittwoch beim Bayer-Cheftrainer nicht die beste gewesen sein. Grund: Der verletzungsbedingte Ausfall von Torwart Rene Adler, der sich im Training eine Prellung in der linken Schulter zugezogen hatte.

"Wie lange Rene ausfällt, ist schwer zu sagen, weil die Schulter bei einem Torwart natürlich immer schwierig ist. Wir müssen das jetzt hinnehmen und uns auf die Spieler konzentrieren, die zur Verfügung stehen", erklärte Labbadia.

Volles Vertrauen

Für den Nationaltorhüter wird Benedikt Fernandez in die Bresche springen, der das volle Vertrauen Labbadias genießt. "Wenn alle so ehrgeizig wären wie er, dann müssten wir uns keine Sorgen machen. Er ist immer top motiviert und ein guter Typ."

Neben Adler muss Labbadia auch auf die Langzeitverletzten Bernd Schneider, Lukas Sinkiewicz, Hans Sarpei und Vratislav Gresko verzichten. Für den Debütanten gibt es allerdings nur ein Ziel - ein "Dreier" zum Auftakt: "Wir wissen natürlich, dass es ein schweres Spiel wird. Dortmund ist stärker, als es der Tabellenplatz in der vergangenen Saison aussagt und sie spüren momentan eine große Euphorie. Wir wollen den Platz jedoch unbedingt als Sieger verlassen."

Klopp zuversichtlich

Auch bei Borussia Dortmund richten sich die Augen beim Saisonauftakt auf den Trainer. Jürgen Klopp, im Sommer vom 1. FSV Mainz 05 gekommen, entfachte bei den Westfalen eine große Euphorie.

Um diese aufrecht zu erhalten, strebt Klopp strebt bei seinem Debüt auf der BVB-Trainerbank einen Sieg an: "Ja! Nichts anderes haben wir zu tun." Die zuletzt gesammelten Erfahrungen aus der Vorbereitung und dem DFB-Pokal machen "Kloppo" Mut. "Wenn es bislang darauf ankam, war meine Mannschaft da", so der 41-Jährige.

Und ob: In der Vorbereitung bezwangen die "Schwarz-Gelben" unter anderem den FC Bayern München (2:1) und am vergangenen Wochenende ließen die Klopp-Schützlinge auch im DFB-Pokal nichts anbrennen. Der BVB setzte sich im Derby bei Rot-Weiß Essen mit 3:1 durch.

Petric: "Wir werden auf Sieg spielen"

Auch BVB-Stürmer Mladen Petric traut seinem Team einen Erfolg in der BayArena zu: "Wir werden dort auf Sieg spielen. Ich denke, dass es möglich ist, in Leverkusen zu gewinnen, und wir werden uns nicht verstecken."

Nicht dabei helfen können die verletzen Alexander Frei, Tinga, Patrick Owomoyela und Delron Buckley. Zudem ist der Einsatz von Nelson Valdez fraglich, der an einer Dehnung des Außenbandes im linken Sprunggelenk laboriert. Eine Entscheidung wird erst kurzfristig fallen.

Leverkusen gegen Dortmund: Auch ein Duell zweier junger ambitionierter Trainer, die mit ihren Clubs für Furore sorgen wollen. Am Samstag können sie damit beginnen...

Sven Becker