Wenn der VfB Stuttgart am Samstag beim Hamburger SV antritt (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio), wird Zdravko Kuzmanovic zum ersten Mal im Kader stehen.

Die Schwaben hatten den Serben am Ende der Transferperiode I vom AC Florenz zum VfB gelotst, nachdem man am Neckar schon lange von dessen Vorzügen wusste. "Wir haben seinen Werdegang über einen längeren Zeitraum aufmerksam verfolgt", sagte Sportdirektor Horst Heldt, nachdem der Wechsel über die Bühne gegangen war.

Serbien statt Schweiz

Kuzmanovic, der am 22. September seinen 22. Geburtstag feiert, soll für das ohnehin gut bestückte defensive Mittelfeld der Stuttgarter eine weitere Alternative sein - genau wie in der serbischen Nationalelf: Im WM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich war "Kuz" in der zweiten Hälfte ins Spiel gekommen und half mit, das wichtige 1:1 über die Zeit zu retten.

Dass der Neu-Stuttgarter für Serbien an den Start geht, war lange nicht klar. Der in der Schweiz geborene Kuzmanovic besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft und war zunächst für die U-21-Auswahl der Eidgenossen am Ball. Dann entschied er sich jedoch für das Geburtsland seiner Eltern.

Publikumsliebling in Florenz

Den Beginn seiner Profikarriere erlebte er beim FC Basel im Alter von 18, wo er in einer Mannschaft mit den aktuellen Bundesligaprofis Ivan Rakitic (Schalke 04) und Mladen Petric (HSV) spielte. Bereits in seiner ersten Saison kam Kuzmanovic auf 17 Einsätze, so dass es nur eine Frage der Zeit war, bis internationale Topclubs auf den 1,86 Meter großen und 71 Kilo schweren Schlacks aufmerksam wurden.

In der Winterpause der Saison 2006/07 holte ihn die "Fiorentina" nach Italien, wo er in der Rückrunde bereits vier Mal zum Einsatz kam. In der folgenden Spielzeit schaffte "Kuz" den Durchbruch und machte sich als Mittelfeldmotor der "Viola" unverzichtbar. Mit seiner Dynamik avancierte er schnell zum Publikumsliebling und führte Florenz in die Champions League.

"Ein Schritt nach vorne"

Einen kleinen Karriereknick erlebte der Nationalspieler in der vergangenen Saison, als er insgesamt 18 Mal ausgewechselt wurde und etwas im Schatten des überragenden Felipe Melo stand. "Ich habe dort auch zweieinhalb sehr gute Jahre gehabt, habe immer gespielt und war nie verletzt. Am Ende lief es dann aber nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt habe. Woran das genau lag, kann ich gar nicht richtig sagen", erklärt Kuzmanovic.

In Stuttgart will er nun wieder durchstarten: "Ich sehe meinen Wechsel als Schritt nach vorne. Es war schon immer mein Traum, in der Bundesliga zu spielen. Schon als Kind habe ich sie immer verfolgt. Und auch mein serbischer Teamkollege Neven Subotic hat mir zu dem Schritt geraten und davon geschwärmt, wie toll die Bundesliga ist und wie perfekt dort alles organisiert ist", sagte er in der "Bild".

Babbel voll des Lobes

Dass er bei den Schwaben mit Sami Khedira und Thomas Hitzlsperger starke Konkurrenz auf der defensiven Mittelfeldposition hat, schreckt Kuzmanovic nicht ab. "Der VfB ist ein Verein mit großer Tradition, einem tollen Umfeld und einer erfolgshungrigen Mannschaft. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, die angestrebten Ziele zu erreichen", kündigte er bei seiner offiziellen Vorstellung an.

Da der VfB in drei Wettbewerben gefordert ist , dürfte der 21-Jährige auch sehr schnell seine Einsatzzeiten bekommen. Trainer Markus Babbel ist jedenfalls voll des Lobes über den Neuzugang: "Er hat ein hervorragendes Spielverständnis und ist sehr zweikampfstark. Trotz seines jungen Alters weist er schon eine beachtliche internationale Erfahrung auf."

Vielleicht lässt ihn Babbel schon am Samstag Bundesligaluft schnuppern...

Johannes Fischer