Die Rollenverteilung bei Borussia Dortmund ist in dieser Saison klar verteilt: Der Star ist der Trainer.

Jürgen Klopp steht seit seinem Dienstantritt beim BVB im Fokus des Interesses. Mit seiner Euphorie und seiner offenen Art hat er bereits in kürzester Zeit die Clubverantwortlichen und die Fans mitgerissen und so für einen Neuanfang gesorgt.

"Jürgens größte Stärke ist, dass er sehr authentisch ist. Er ist für Borussia ein Glücksfall!", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Immer besser

Nicht nur für Zorc scheint Klopp ein Glücksfall zu sein. Auch die Spieler blühen unter dem 41-Jährigen förmlich auf. Einer von ihnen ist Jakub Blaszczykowski.

In der vergangenen Saison kam der polnische Nationalspieler mit dem Spitznamen "Kuba" auf insgesamt 24 Bundesliga-Einsätze, erzielte ein Tor und legte vier weitere auf. "Mit der Hinrunde war ich zufrieden. Dann hatte ich gesundheitliche Probleme. Doch die sind jetzt Geschichte", zieht der 22-Jährige in einem Interview mit dem "kicker" eine Bilanz der Vorsaison.

Und weiter: "Ich habe noch nicht alles gezeigt. Meine Stärken sind Dynamik und Schnelligkeit. Ich habe sie noch nicht wie gewünscht in die Waagschale werfen können."

Traumtor gegen Bayern

Das sieht in der aktuellen Spielzeit schon nach den ersten sieben Spieltagen ganz anders aus. "Kuba" kommt immer besser in Tritt und spielt frei auf. In der laufenden Saison stand er bisher in jedem Bundesligaspiel auf dem Platz, sechs Mal davon in der Startelf.

Wie in der Vorsaison kommt der Pole bislang auf einen Saisontreffer. Allerdings traf er in der vergangenen Spielzeit erst am erst 30. Spieltag. Damals hatte er den Treffer zum 1:1-Endstand in Frankfurt geschossen.

In der aktuellen Saison war es bereits am 2. Spieltag gegen den FC Bayern München soweit. Mit einem Sonntagsschuss aus etwa 20 Metern erzielte er den Treffer zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für den BVB. Endstand: 1:1.

Starkes Zusammenspiel mit Valdez

Die Vorlage zu diesem sehenswerten Tor, das von den bundesliga.de-User zum Tor des 2. Spieltags gewählt wurde, kam von Nelson Valdez, mit dem "Kuba" in dieser Saison perfekt harmoniert. Denn: "Kuba" seinerseits legte beide Bundesligatore des Paraguayers auf.

Auch an Selbstbewusstsein hat der Pole unter Klopp deutlich zugelegt. So setzt der Mittelfeldspieler aktuell zu vier Dribblings pro Partie an. In der vergangenen Saison waren es nur deren 2,8.

Zorc mit dem richtigen Näschen

Ein weiteres Plus des 1, 75 Meter großen Polen, der in seiner Heimat von vielen Fans verehrt wird, ist seine Flexibilität. Unter Klopp kam er sowohl auf der rechten Mittelfeldseite als auch im Sturm zum Einsatz und überzeugte.

"Wir durften keine Wunderdinge erwarten. 'Kuba' hat angedeutet, was er drauf hat. In der neuen Saison werden wir mehr von ihm sehen", sagte BVB-Sportdirektor Zorc über die Leistung des Polen, der im Sommer 2007 von Wisla Krakau zum BVB gewechselt war, nach der vergangenen Saison.

Er sollte Recht behalten.

Sven Becker