Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach steht nach dem 4:1-Heimsieg gegen Werder Bremen wieder auf Platz 3 der Tabelle und nimmt Kurs Richtung Champions League. Gegen die Hanseaten beendete Borussia-Angreifer Max Kruse seine Torflaute nach zuvor sieben Partien ohne eigenen Treffer. Entsprechend zufrieden mit sich und der Mannschaftsleistung stellte sich der 26-Jährige zum Interview.

Frage: Max Kruse, das sah nach einem harten Stück Arbeit gegen Werder Bremen aus. Hat die Borussia mit dem 1:0 den Gegner dann geknackt?

Max Kruse: Es war eigentlich von vornherein klar, dass das nicht ein Spiel auf ein Tor wird. Bremen steht mit dem Rücken zur Wand und braucht dringend Punkte. Es war klar, dass es keinen Hurrafußball nach vorne gibt. Nach dem 1:0 lief es besser für uns, Bremen musste aufmachen, wenn sie etwas mitnehmen wollten. Insgesamt waren wir über 90 Minuten das bessere Team.

Frage: Sie mussten zwei Monate darauf warten, um wieder ein Tor zu schießen. Einige Medien fingen bereits an, die Minuten zu zählen. Sie auch?

Kruse: Nein. Warum sollte ich mir darüber Gedanken machen? Das bringt mir nichts. Ich predige ja immer wieder, wie ich in ein Spiel gehe und dass ich in dem Moment lebe. Ich habe mich nur auf das Spiel und meine Aufgabe konzentriert und nicht auf das, was vorher war. Raffael hat sich heute morgen leider verletzt. Vielleicht war das mein Glück.

Frage: Wie sah Ihre Aufgabe aus? Können Sie beschreiben, was sich für Sie ändert, wenn Sie auf Raffaels Position spielen?

Kruse: Ich spiele etwas tiefer und muss mich mit Branimir Hrgota abstimmen. Ich war der Part, der etwas mehr abgekippt ist und auf der Neuneinhalb gespielt hat. Auch defensiv waren unsere Aufgaben wichtig. Wir sind die Bremer sehr viel angelaufen und haben sehr viel zugestellt. Werder hatte mit seiner Raute kaum Möglichkeiten durch die Mitte zu kombinieren. Grundlegend verändert hat sich aber nicht so viel.

Frage: Mit einem Tor und zwei Assists zeigt Ihre Formkurve auch wieder nach oben.

Kruse: Ich versuche Woche für Woche der Mannschaft zu helfen. Ich freue mich natürlich, wenn es auch wieder mit dem Toreschießen oder einer Vorlage klappt. Aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle.

"Haben bis jetzt eine relativ gute Saison gespielt"

Frage: Wie wichtig war für die Borussia die Erkenntnis, sich auch von drei Niederlagen in Folge nicht aus der Spur bringen zu lassen und mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen auf die Minikrise geantwortet zu haben?

Kruse: Bis auf das Spiel gegen Frankfurt waren die Niederlagen unnötig. Gegen Dortmund kann man verlieren, auch wenn sie momentan nicht so gut dastehen. Und in Wolfsburg kann man definitiv auch verlieren. Aber uns war auch klar, dass wir nichts grundlegend ändern mussten. Wir mussten vielleicht fünf bis zehn Prozent mehr Aggressivität an den Mann legen. Ansonsten haben wir auch immer ganz gut gespielt.

Frage: Borussia hat nun 27 Punkte auf dem Konto. Ibrahima Traore hat angekündigt, dass die Borussia nach Augsburg fährt, um noch die 30 Punkte vollzumachen. Wie denken Sie darüber?

Kruse: Wir spielen Fußball, um die Spiele zu gewinnen. Das ist ja keine Frage. Aber jeder, der schon einmal in Augsburg gespielt hat und sieht, wie die Augsburger die Hinrunde bestreiten, braucht sich nichts vormachen. Das wird eine sehr schwere Aufgabe. Augsburg hat auch schon 24 Punkte und damit nur drei weniger als wir. Wir haben bis jetzt eine relativ gute Saison gespielt. Daher muss man die Augsburger Leistung sehr hoch einschätzen. Nichtsdestotrotz haben wir genügend Selbstvertrauen, dass wir auch in dem Spiel drei Punkte holen wollen.

Frage: Wie froh sind Sie, nach dem Augsburg-Spiel einmal zwei Wochen nicht an Fußball denken zu müssen?

Kruse: Jeder Fußballer ist froh, wenn er ein bisschen pausieren und regenieren kann. Wir hatten sehr viele Spiele in dieser Saison. Ich freue auf den Urlaub. Aber am besten holen wir vorher noch drei Punkte aus Augsburg.

Frage: Wie wichtig ist der Ausgangs des Spiels in Augsburg für die Gesamtbewertung der Hinrunde?

Kruse: Wenn wir das Spiel in Augsburg gewinnen, wird jeder sagen, dass wir eine gute Vorrunde gespielt haben. Aber so weit ist es noch nicht. Natürlich sind 27 Punkte nicht schlecht. Wir sind allen Wettbewerben vertreten. Das Spiel in Augsburg wird sehr wichtig. Wir können uns sechs Punkte vom FCA absetzen. Das ist unser Ziel.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski