Ein Traumtor geschossen, einen weiteren Treffer vorbereitet und die U21 wieder auf EM-Kurs gebracht - nach seinem Gala-Einstand gab selbst der sonst so bescheidene Toni Kroos für einen Moment seine Zurückhaltung auf.

"Das war ein Superdebüt. Besser kann's nicht laufen", meinte der Jungstar vom deutschen Meister Bayern München nach dem 3:0 gegen Nordirland im vorletzten Qualifikations-Gruppenspiel in Wuppertal.

Schnell fügte er hinzu: "Wichtiger war aber, dass wir gewonnen haben."

In den Torwinkel

Was für ein Riesentalent Kroos ist, bewies der 18-Jährige nach nur zehn Minuten im Kreis seiner teilweise über drei Jahre älteren Mitspieler. Bei einem Freistoß schnappte er sich den Ball und zirkelte ihn aus 18 Metern in den linken Torwinkel.

Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der an seinem 41. Geburtstag auf der Tribüne im Stadion am Zoo saß, war sehr angetan. Kroos, so Sammer, sei ein "außergewöhnlicher Fußballer, der in einer funktionierenden Mannschaft den Unertschied ausmachen kann".

Lob von Eilts

Das 2:0 durch Daniel Halfar (38.) bereitete Kroos mit einem sehenswerten Solo und einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze mustergültig vor.

"Toni hat ein gewaltiges Potenzial und geht sehr souverän mit seiner Situation um", meinte auch Trainer Dieter Eilts. Am 3:0 durch Denis Aogo (61.) war Kroos, der über die rechte Seite die meisten guten Angriffe der DFB-Elf einleitete, ausnahmsweise nicht beteiligt.

"Ich weiß, was ich kann"

Ungeachtet aller Lobeshymnen gab sich Kroos, der noch in der U19 spielen könnte, nach dem Spiel recht cool. "Ich weiß, was ich kann, und das versuche ich umzusetzen. Ich glaube, man sieht, dass ich mir dabei keinen Druck mache", erklärte Kroos.

Dass auch die U21 nur eine Zwischenstation sein soll, gibt er unumwunden zu: "Die A-Nationalmannschaft ist mein Traum. Ich muss meine Leistung bringen, dann kommt der Rest von selbst."

Endspiel gegen Israel

Die U21 kann die Qualitäten des Supertalents, das beim peinlichen 0:1 in Moldawien vor zwei Wochen seinen Einstand noch verletzt verschieben musste, schon am kommenden Dienstag (19.00 Uhr/live im DSF) wieder gut gebrauchen.

Dann geht es in Duisburg gegen die punktgleichen Israelis im direkten Duell um den Gruppensieg und den damit verbundenen sicheren Einzug in die Play-off-Spiele um die Qualifikation zur EM 2009 in Schweden.

"Wir haben uns zwei Siege in den letzten beiden Spielen fest vorgenommen. Auf Rechenspiele wollen wir uns nicht einlassen", sagte Sammer. Auch die vier besten Zweiten der zehn Qualifikationsgruppen sind in den Play-offs am 10. und 14. Oktober dabei.